„Malerei-Skulpturen-Fotografie“ ist der Titel der aktuellen Ausstellung im Wein- und Kulturzentrum. Der Überlinger Künstler Erich Hellmuth zeigt einen bunten Querschnitt seiner Werke bis zum 28. März. Neben regionalen Fotografien, beeindruckt die Schau durch gemalte Werke auf unüblichen Materialien wie Segeltuch, Kaffeesäcken oder Fassdauben, zudem sind etliche Ready-Made-Objekte ausgestellt. Letztere sind Alltagsgenstände, die vom Künstler nicht oder nur wenig bearbeitet werden und so für Kunst erklärt werden, der Begriff leitet sich vom englischem „ready-made-article“, übersetzt Fertigware, ab.

Bodensee hat das Leben des Künstlers geprägt

„Kunst ist nicht nur tierisch ernst, man soll auch lachen können“, erklärte Hellmuth mit einleitenden Worten anlässlich der Ausstellungseröffnung. Einen kurzen Überblick über das Leben des in Lindau geborenen Künstlers gab sein langjähriger Freund und Segelkamerad Hellmut Funk. „Kunst zu studieren war in damaligen Zeiten für den Erstgeborenen einer Großfamilie nicht möglich“, beschrieb Funk die Lebenssituation des 1954 geborenen Hellmuths. So habe er Fernmeldetechnik studiert, doch der Skizzenblock sei ein ständiger Begleiter gewesen. Das Leben am Bodensee habe sein Leben geprägt, „die Sehnsucht nach dem Wasser springt einem auf den Kunstwerken entgegen“, beschreibt Funk die Werke Hellmuths.

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Initialzündung für die Malerei auf Segeltuch sei wohl eine Regatta gewesen, auf der das Ersatzsegel für das zerrissene Original keine Kennung gehabt habe. Hellmuth habe spontan eine Nummer darauf gemalt. Mittlerweile hat er die Malerei auf dem Material perfektioniert. „Anfangs haben mich die Nähte gestört“, sagt Hellmuth. Inzwischen spannt er die ausgedienten Segeltuchstücke so, dass sie in das Motiv integriert sind, die Naht zum Beispiel die Kante des aufgemalten Segels begrenzt.

Ulrike Hethey sorgt für Musik

Musikalisch ergänzte die Überlinger Gitaristin und Sängerin Ulrike Hethey das „Wasser und Wind-Thema“ mit keltischen Gesängen oder einem englischem Wasserlied. Mit Holzklangspielen konnten auch die Besucher der Vernissage das Klappern der Seile im Wind an den Masten der Boote in einem Seglerhafen hörbar machen.