Rund 200 000 Euro für eine Modernisierung des Geh- und Radwegs zwischen Bismarckplatz und Fährhaus, das war der Hälfte des Gemeinderats von Meersburg zu viel. Und somit wurde das Vorhaben bei acht Nein- zu acht Ja-Stimmen ganz knapp abgelehnt. Die Maßnahme wäre im Zuge des zweiten Bauabschnitts des Breitbandnetzausbaus erfolgt und war in dem rund 4 Millionen Euro umfassenden Ausschreibungspaket dafür enthalten.

Der planende Ingenieur Jürgen Pietsch erklärte, die Modernisierung dränge sich jetzt auf, da man sowieso die Breitbandleitungen verlege. Günstigere Preise würden sich danach nicht erzielen lassen. Auch Bürgermeister Robert Scherer wies in diese Richtung: "Die Frage ist: Nehmen wir zweimal Geld in die Hand oder nur einmal." Doch der Rat blieb gespalten.

Der Entwurf sah unter anderem einen Rückbau und eine Entschärfung des Radwegs im Bereich der Einfahrt von der B 33 zur Unterstadtstraße vor, wo es öfter zu Stürzen kommt, einen Neubau des Radweg mit einem grauen Betonpflaster sowie eine Ergänzung der vorhandenen Baumreihe durch acht weitere Bäume mit Baumscheiben und Entwässerungssystemen. Vor allem auch die Kosten von je 4000 Euro pro Baumscheibe, die einem störungsfreien Wachstum dient, stießen etlichen Räten auf.

Peter Schmidt (CDU) und Markus Waibel (FW) argumentierten beide dagegen, so viel Geld auszugeben, solange man nicht wisse, wie sich "die Gesamtsituation dort unten" entwickle, ob ein Kreisverkehr und ein Parkhaus gebaut würden und wie es mit den direkt anliegenden Anwesen Wilder Mann und Fährhaus weitergehe. Waibel meinte, stattdessen sollte man sich lieber darauf konzentrieren, einen sicheren Straßenübergang zu schaffen. Michael Gilowsky (Umbo) meinte hingegen, er fahre viel Rad und "dieses Stück ist das gefährlichste. Wenn wir da ein, zwei Unfälle pro Jahr verhindern, hat sich's rentiert." Allerdings plädierte auch er, wie Waibel, für ein durchgängiges Geländer als Trennung zwischen Rad- und Fußweg. Die Freien Wähler baten darum, die monierten Punkte vor einem künftigen Beschluss zu klären.