Drei Aufstellungsbeschlüsse zu Bebauungsplänen auf einen Streich hat das Gemeinderatsgremium in der vergangenen Sitzung gefasst. Als sogenannte Potenzialflächen für neue Wohnbebauung sicherte sich der Gemeinderat die Gebiete „Hofacker“, „Untere Breite II“ und „Halde“.

Die Areale sollen in beschleunigtem Verfahren nach Paragraf 13b Baugesetzbuch (BauGB) behandelt werden. Das bedeutet, grob gesagt, dass die Bebauungspläne unkomplizierter, ohne Umweltprüfung, aufgestellt werden können.

Bürgermeister Heß: Gut 100 Interessenten für Baugrundstücke

Für Baugrundstücke auf Stettener Grund gibt es laut Bürgermeister Daniel Heß gut 100 Interessenten. Um dieser hohen Nachfrage gerecht zu werden, sei es dringend notwendig, neues Bauland bereitzustellen. Den schnellen Vorstoß mit drei möglichen Baugebieten gleichzeitig begründete Heß mit der zum Jahresende ablaufenden Frist des Sonderparagrafen 13b für rasch abzuwickelnde Bauleitverfahren.

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„Wir wollen uns eine Tür offen halten“

Zugleich betonte der Bürgermeister, es handle sich zunächst um reine Potenzialflächen. „Wir wollen uns eine Tür offen halten.“ Bei Bedarf könne darauf zurückgegriffen werden. „Wir haben zwei Jahre Zeit, einen Bebauungsplan aufzustellen“, unterstrich Heß.

Von Martin Frick (CDU) gab es breite Zustimmung. Die Rechte der Nachbarn bleiben seiner Einschätzung nach gewahrt. Es gehe nur darum, dass die öffentliche Hand nicht so viele Einspruchsmöglichkeiten habe, erläuterte er.

Ausschließlich Wohnbau geplant

Maja Herrchen (FWV) versicherte sich, dass die beschlossenen Plan-Areale ausschließlich an Wohnungsbau gebunden seien. Heß bejahte. Allerdings schloss er auch einen kleinen Nahversorger, zum Beispiel in Form eines Tante-Emma-Ladens, nicht aus.

Gebiet der stillgelegten Tankstelle zunächst nicht in Pläne einbezogen

Jürgen Kammerer (FWV) erkundigte sich, warum das Gebiet der stillgelegten Tankstelle Auer nicht miteinbezogen wird. „Zu teuer und zu belastet“, war die Antwort. Sollte sich der Verkaufpreis deutlich senken, könne noch einmal darüber nachgedacht werden.

„Kleingewerbe hätten wir gerne in Feuerwehrhaus-Nähe“

Herrchen fragte sich, ob angesichts der neuen Bauflächenzahl genügend Platz bleibe für Gewerbe. „Kleingewerbe hätten wir gerne in Feuerwehrhaus-Nähe“, antwortete Heß. Dafür führe er immer noch Verhandlungsgespräche. Der Bürgermeister betonte, Gewerbe und die entsprechenden Steuereinnahmen seien enorm wichtig für die Gemeindeentwicklung.

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Räte stimmen Plänen einstimmig zu

Das Ratsgremium verabschiedete einstimmig die notwendigen Beschlüsse zum Aufstellen der drei Bebauungspläne im Schnellverfahren. Die Aufstellungsbeschlüsse werden gemäß Bürgermeister rechtskräftig, sobald sie öffentlich bekanntgemacht wurden.