Parken in der Stadt wird noch diesen Sommer teurer werden. Außerdem gilt künftig einheitlich, dass das Parken in der Zeit von 8 bis 20 Uhr gebührenpflichtig ist. Das hat der Gemeinderat beschlossen. Am deutlichsten steigen die Tarife entlang der Uferpromenade. Vom Zollhaus bis zum Kreisel bei der Therme müssen Autofahrer bald 75 Cent pro angefangener halber Stunde bezahlen (bisher 50 Cent).

Die Parkgebühren setzte man zuletzt 2003 fest. Kämmerin Heike Sonntag rechnet aufgrund der jetzigen Anhebung mit 135 000 Euro Mehreinnahmen allein für das zweite Halbjahr 2017. Man wolle die neue Gebührenordnung so schnell wie möglich umsetzen, wenn es gehe binnen vier Wochen, so Sonntag. Ein Vergleich mit anderen Seegemeinden, so Sonntag, habe bestätigt, dass eine Änderung notwendig sei. So hätten Uhldingen-Mühlhofen und Hagnau die Parkgebühren im Frühjahr 2017 auf 75 Cent je angefangener halber Stunde erhöht.

Martin Brugger (CDU) befürwortete die Anhebung, die längst überfällig sei. Von ihm kam der Antrag, die Gebühren an der Uferpromenade auf 75 Cent je halber Stunde anzuheben, die Verwaltung hatte 65 Cent vorgeschlagen. Peter Schmidt (CDU) beantragte eine weitere Modifizierung: Busse sollen am Parkplatz Allmend für die Zeitspanne von 9 bis 16 Uhr künftig 5 statt 3 Euro bezahlen. Beiden Anträgen stimmte der Rat zu. Keine Zustimmung fand hingegen der Vorschlag Peter Weißhaars (FW), auch nachts Parkgebühren zu verlangen. So meinte Monika Biemann (Umweltgruppe), sie sei gegen einen Nachttarif, da dieser hauptsächlich Meersburger Bürger belasten würde. Der Vereinheitlichung der gebührenpflichtigen Zeit, die bisher, je nach Parkplatz, unterschiedlich war, stimmte der Rat hingegen zu.

Ulrike Wirbatz (SPD), die die Anhebung insgesamt befürwortete, befürchtete, wenn man auf dem Allmendparkplatz die Gebühren für Wohnmobile erhöhe, wichen diese vielleicht auf die Wohngebiete aus. "Wie viele kommen überhaupt?", fragte sie Sonntag. Diese antwortete, 2016 habe der Platz rund 3000 Euro an Gebühreneinnahmen generiert.

Markus Waibel (FW) meinte, 15 Euro am Tag für ein Wohnmobil, wie sie künftig am Ergetenparkplatz fällig werden, "kann man gut bezahlen". Er wies die Verwaltung ferner auf das "Chaos am Bleicheplatz" vor der alten Post hin, wo sich Autofahrer manchmal schier um Parkplätze prügelten. Er äußerte die Bitte, den Platz künftig für "Kurzzeitparkplätze für Bürger" zu nutzen. Ein Dorn im Auge sind Waibel ferner die Gratisparkplätze am Rand der alten Bundestraße, zwischen Gehauweg und Fähreparkplatz. Er wisse jetzt, warum man dort umsonst sein Auto abstellen könne: weil das Gelände dem Land und dem Markgrafen von Baden gehöre. Waibel bat die Verwaltung, mit beiden Verhandlungen aufzunehmen. Vielleicht könne die Stadt die Flächen mieten und dort gebührenpflichtige Parkplätze einrichten.
 

Neue Parkgebühren

Künftig sind alle städtischen Parkplätze einheitlich in der Zeit von 8 bis 20 Uhr gebührenpflichtig.

  • Fähreparkplatz: 75 Cent je angefangener halber Stunde
  • Uferpromenade (außer Therme): 75 Cent je angefangener halber Stunde
  • Alle Altstadt-Parkplätze inklusive Bleiche-, Kirch- und Sommertalparkplatz sowie Parkhaus Stefan-Lochner-Straße: 65 Cent je angefangener halber Stunde
  • Parkplätze am Allmendweg: von 9 bis 16 Uhr: Pkws 3 Euro, Busse 5 Euro. Pro Tag: Wohnmobile und Wohnwagen, am Feuerwehrhaus 10 Euro, am Kreisverkehr 12 Euro, am Ergetenparkplatz 15 Euro.
  • Töbeleparkplatz: bis zu drei Stunden 1 Euro. Über drei Stunden: 3 Euro. (flo)