Der Expansionsleiter der Norma-Lebensmittelhandels-Stiftung, Josef Lerach, hat bei der jüngsten Gemeinderatssitzung erklärt, dass der Discounter Ergänzungsgeschäfte wie Bäcker oder Metzger in seinen Filialen möchte. Eine Erweiterung in Meersburg sei möglich, ohne die bestehenden Geschäfte zu verdrängen.

Bauvoranfrage im Januar abgelehnt

Die Vergrößerungspläne des Norma-Markts in der Dr.-Zimmermann-Straße beschäftigten den Ausschuss für Umwelt und Technik bereits in einer Sitzung im Januar. Eine Bauvoranfrage war wegen der ungesicherten Zukunft der angegliederten Betriebe, zu denen auch ein Getränkemarkt gehört, abgelehnt worden. Der Rat wollte vor einer Entscheidung mehr Informationen, wie es mit den bisherigen Mietern weitergeht.

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Gespräche zwischen Mietern und Eigentümer laufen

Die Vertreterin der Eigentümergesellschaft, Daniela Groß, stand dem Gremium für Fragen zur Verfügung. Sie sei der „Mittelsmann“ zwischen den Parteien, erklärte Groß. Gespräche zwischen den Mietern und Eigentümer seien geführt worden und würden weiterhin geführt. Sie sagte, dass die Mieter grundsätzlich bleiben wollten und die Eigentümer wollten auch, dass „die Strukturen so bleiben“.

Rahmenbedingungen noch nicht festgelegt

Der Rahmenbedingungen, wie höhere Mietzahlungen, Eigenanteil oder längerfristig angelegte Mietverträge, müssten individuell verhandelt werden. Da könne keiner eine Garantie geben, wie einzelne Mieter sich entscheiden. "Wir müssen die Konditionen so festlegen, dass sie für alle passen", erklärte Groß und fügte an: "Alle wollen Geld verdienen."

Noch keine Aussage zur Vergrößerung des Getränkemarkts

Über eine eventuelle Vergrößerung des angegliederten Getränkemarkts, zur Umstrukturierung des Lagers, könne derzeit noch keine abschließende Aussage gemacht werden, antwortete Groß auf die Nachfrage von Christine Ludwig (Bündnis 90/Die Grünen).

Norma will Backwarensortiment nicht ausbauen

Lerach betonte, dass die Norma-Lebensmittelkette bei der geplanten Erweiterung keine Vergrößerung des Backwarensortiments anstrebe. Ein Backshop, wie es ihn in anderen Discountern gebe, sei nicht vorgesehen.

Mehr Platz in den Gängen

„Wir wollen moderner und zeitgemäßer werden, dazu brauchen wir mehr Platz in den Gängen“, begründete der Expansionsleiter die angestrebte Vergrößerung von derzeit rund 700 auf 900 Quadratmeter. Der Anbau könne „autark über die Parkplätze“ erfolgen.

Räte im Grundsatz für Erweiterung

Grundsätzlich sprachen die Räte sich für die Modernisierung durch eine Erweiterung des Discounters aus. „Es tut dem Markt gut, wenn er erweitert wird“, sagte Werner Endres (CDU) und verteidigte den Standort, „denn er ist für viele Anwohner zu Fuß erreichbar.“ Heinz Frey (FWV) sprach sich ebenfalls für eine Modernisierung aus, betonte dabei aber auch: „Bäcker und Metzger sind dort für uns wichtig.“

Bäcker und Metzger sollen erhalten bleiben

Auch Georg Dreher (CDU) meinte: „Der einzige Metzger der Stadt soll erhalten bleiben." Er appellierte an die Vertreterin der Eigentümer, „den Rahmen so zu schaffen, dass die Betriebe existieren können“. Es sei schließlich auch in ihrem Interesse, den Standort zu stärken. Peter Schmidt (CDU) meinte: "Geschätzt 40 Prozent der Kunden am Vormittag gehen zu Bäcker und Metzger", sie seien die täglichen Frequenzbringer.

Was passiert, wenn ein Mieter kündigt?

Deshalb wollte er wissen, was passiere, wenn ein Mieter kündige: ob die Eigentümer dann für einen gleichwertigen Ersatz sorgen würden? Daniela Groß antwortete, dass dies in ihrem Bestreben liege, sich aber oft kein Nachfolger finde, weil die Zahl der kleinen Bäcker und Metzger sinke. Die Gemeinderäte nahmen den Sachstandsbericht einstimmig zur Kenntnis.