Nach dem erfolgreichen Auftakt am Freitagabend (siehe rechts) strömten auch am Samstag und Sonntag tausende Besucher auf das Meersburger Weinfest. Bereits am frühen Samstagabend waren auf dem Schlossplatz und in der Vorburggasse nur noch einzelne Sitzplätze frei. Vor den Essens- und Getränkeständen bildeten sich lange Warteschlangen. "Es war zum Bersten voll", bilanziert Fabian Dimmeler, vom Badischen Weinbauverband beim Frühschoppen am Sonntagmorgen. Auch die Standbetreiber sind zufrieden. "Es ist super gelaufen", sagt Mitarbeiterin Andrea Zacke am Stand vom Weingut Geiger/Riedetsweiler. Auch Mathias Bernhard vom Weingut Bernhard aus Daisendorf, der bisher mit Kollegen einen Gemeinschaftsstand hatte und dieses Jahr zum ersten Mal alleine einen eigenen Stand betrieb, ist "top zufrieden". Tourismuschefin Iris Müller rechnet mit grob geschätzten 15 000 Besuchern allein an Freitag und Samstag.

Bereits am frühen Samstagabend waren alle Tische gut besetzt.
Bereits am frühen Samstagabend waren alle Tische gut besetzt.

Samstagabend war das Weinfest auch Ziel einiger Junggesellenabschiede. Einheitlich gekleidet, mit Blumenkränzen im Haar oder mit einem Bauchladen voller Kuriositäten stachen sie optisch aus den anderen Festbesuchern heraus. Unter ihnen auch Jasmin Villringer aus Singen. Die 32-jährige heiratet in zwei Wochen und nutze das Fest mit ihren Freundinnen zu einem zünftigen Abschied vom Singleleben. Zufällig getroffen spielten Schweizer Guggenmusiker spontan ein Ständchen für die zukünftige Braut auf dem Akkordeon. "Sonst spielen wir Alphorn", sagte Hans Limacher der Sprecher der Musiker. Dies sei aber schlecht zum mitnehmen. Die in schwarz-weiß gefleckte Kuhfellwesten gekleideten Luzerner sind alle zwei Jahre auf "Weinreise", aber das erste Mal in Meersburg. "Es ist super hier, gute Stimmung und guter Wein", war ihre einhellige Meinung. Gute Stimmung herrschte auch in der Vorburggasse, wo "Seefeuer" mit "Hits und Evergreens" schon mit den ersten Tönen das Publikum zum Tanzen brachte, während die "Laizer Musikanten" auf dem Schlossplatz mit Blasmusik das Publikum unterhielten.

Eröffneten den Frühschoppen: Fabian Dimmeler vom Badischen Weinbauverband, Bürgermeister Robert Scherer (oben von links), Badische Weinprinzessin Stefanie Megerle, Tourismuschefin Iris Müller und Bodenseeweinprinzessin Pia Dreher (mitte von links) umrahmt von den Meersburger Trachten.
Eröffneten den Frühschoppen: Fabian Dimmeler vom Badischen Weinbauverband, Bürgermeister Robert Scherer (oben von links), Badische Weinprinzessin Stefanie Megerle, Tourismuschefin Iris Müller und Bodenseeweinprinzessin Pia Dreher (mitte von links) umrahmt von den Meersburger Trachten.

Traditionell eröffnete die Knabenmusik unter dem Dirigat von Christoph Maaß den sonntäglichen Frühschoppen. Die badische Weinprinzessin Stephanie Megerle und die frisch gekrönte Bodenseeweinprinzessin Pia Dreher sprachen Grußworte und hatten launige Weinsprüche parat. Bürgermeister Robert Scherer begrüßte neben zahlreichen ehemaligen und aktiven Amtskollegen und Politikern auch Gäste aus Meersburgs Partnerstadt Hohnstein. Diese hatten auch ihr Maskottchen, den "Hohnsteiner Kasper" im Gepäck. "Dieses Fest ist einfach ein Traum", sagte Mechthild Kreuzahler aus der Partnerstadt. Sie dankte dem Hohnstein-Komitee der Stadtverwaltung für die nette Begrüßung und insbesondere den "Gasteltern, die uns so freundlich aufgenommen haben". Der stellvertretende Bürgermeister der Partnerstadt, Lutz Hentschel, war ebenso begeistert: "Ein tolles Fest bei dem Alt und Jung in dieser Form gemeinschaftlich feiern." Er sei zwar schon zur Eröffnung des Vineums in Meersburg gewesen, aber auf dem Weinfest war er das erste Mal. Die Meersburgerin Christina Hoppe kommt hingengen seit vielen Jahren gerne zum Fest in die Altstadt: "Die gemütlich, ausgelassene Atmosphäre ist toll, um sich mit Freunden zu treffen."

Die Knabenmusik spielte tradditionell den Auftakt zum Frühschoppen am Sonntagmorgen.
Die Knabenmusik spielte tradditionell den Auftakt zum Frühschoppen am Sonntagmorgen.

Selbst der erhöhte Eintrittspreis konnte der Stimmung keinen Abbruch tun. Rosi Neumann, die jahrelang am Eingang stand und für den TuS Meersburg die Gläser verkaufte, weiß aus Erfahrung, wie ungehalten manche Gäste auf Preissteigerungen reagieren. Aber der Eintritt gelte ja für alle drei Tage und "der Preis ist jahrelang stabil gewesen".

"Dieses Fest ist einfach ein Traum", finden Mechthild und Hans Joachim Kreuzahler aus Meersburgs Partnerstadt Hohnstein.
"Dieses Fest ist einfach ein Traum", finden Mechthild und Hans Joachim Kreuzahler aus Meersburgs Partnerstadt Hohnstein.