Wegen dessen Sanierung hatte man in den beiden Vorjahren ins Hotel Schiff ausweichen müssen. Die Stimmung, angeheizt von der Narrenmusik, war blendend. Man konnte auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken, bei dem die Zunft nicht nur an Fasnet zur Hochform aufgelaufen war, sondern auch im Sommer: Um einem erkrankten Zunftmitglied und anderen Leukämiepatienten zu helfen, hatte die Schnabelgiere unter dem Motto: „Narren gegen Blutkrebs“ eine große Typisierungsaktion organisiert, bei der 303 potenzielle Knochenmarkspender gewonnen und 10.411 Euro an Spenden eingesammelt wurden.

Die Schnabelgiere-Zunft ist an Martini 2019 zurück im frisch sanierten Ratskeller (von rechts): Thomas Mackowiak, Peter Schmidt, Manfred Schmäh, Urban Bernhard und Zunftmeister Norbert Waßmer.
Die Schnabelgiere-Zunft ist an Martini 2019 zurück im frisch sanierten Ratskeller (von rechts): Thomas Mackowiak, Peter Schmidt, Manfred Schmäh, Urban Bernhard und Zunftmeister Norbert Waßmer. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Der Ruf der Schnabelgiere reicht bis in die Schweiz, so entstanden Kontakte mit der Fastnachtsgruppe Nostradamus aus Luzern, die im Sommer Meersburg besuchte. Damit haben die Meersburger wahrhaftig Schwein: Denn als Geschenk überreichten die „Lozärner“ einen gerahmten Saukopf, das Sujet ihrer nächsten Kampagne, wie Zunftmeister Norbert Waßmer erklärte. Nach den Berichten von Kanzleirat Tobias Keck, der auch den Narrenfahrplan 2020 vorstellte, und Säckelmeister Nils Schweikhardt würdigte Waßmer Achim Homburger, den früheren Ortsvorsteher von Baitenhausen-Schiggendorf, für die „Arbeit hinterm Berg“ mit einem silbernen Schnabelgiere-Orden.

Burgfräulein Madita Komm heftet dem früheren Ortsvorsteher von Baitenhausen-Schiggendorf, Achim Homburger, den silbernen Schnabelgiere-Orden an.
Burgfräulein Madita Komm heftet dem früheren Ortsvorsteher von Baitenhausen-Schiggendorf, Achim Homburger, den silbernen Schnabelgiere-Orden an. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Den Höhepunkt des Abends bildete die Inthronisation der Narrenräte durch Narrenpolizist Thomas Bergmoser. Er startete mit einem Lamento, dass ihm dieses Jahr nichts eingefallen sei, das er mit seinen witzigen Reimen selbst Lügen strafte. So würdigte er Bärbel Endress für ihren Einsatz bei der Knochenmarkspende-Aktion: „Dank Dir wissen Frau und Kind und Mann, dass d‘Schnabelgiere mehr als nur ‚Ho Narro‘ kann.“ Vielleicht könne man für die defizitäre Therme ja auch mal eine Spendenaktion starten, neckte Waßmer Bürgermeister Robert Scherer. Der durfte sich auch Kecks Geschichte seiner Odyssee durch die städtischen Abteilungen anhören, bis er endlich an den (falschen) Schlüssel des Ratskellers gekommen sei.

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