Mit sieben Ja-, sieben Neinstimmen und zwei Enthaltungen war der Gemeindeart sichtlich uneins über die Vergabe der Tiefbauarbeiten für die Erschließung des Baugebiets am Allmendweg an einen Bauunternehmer.

Grund dafür waren die Preise für Kies und Sand zum auffüllen der Straße. Diese lagen um 27 Prozent höher, als von dem selben Unternehmer für zeitgleiche Baumaßnahmen am Schloßbühlweg angesetzt und auch dort waren die Kiespreise schon höher veranschlagt, als zuvor berechnet.

Fünf Prozent mehr für Schloßbühlweg

Dirk Langenbach vom gleichnamigen Ingenieurbüro erläuterte den Sachverhalt. Schon für die Erschließung des Schloßühlwegs, meldeten sich nur zwei Betriebe auf die Ausschreibung, von denen die Firma Käser aus Wolfegg das wirtschaftlichste Angebot machte.

Gestiegene Entsorgungskosten für belasteten Boden, eine Schwerlastrinne und gestiegene Preise für Erdmassen, wie Sand und Kies, verteuerten den ursprünglich kalkulierten Preis um rund fünf Prozent, erklärte Langenbach. Das Gremium beauftragte die Firma.

Kosten auf 388 000 Euro gestiegen

Für die im nächsten Tagesordnungspunkt zu beratende Vergabe der Arbeiten zur Erschließung des Baugebiets Allmendweg, hatte sich keine Firma auf die Ausschreibung gemeldet, berichtetet Langenbach. Auf eine beschränkte Ausschreibung meldeten sich nur zwei Firmen.

Die wirtschaftlichste sei wiederum die Firma Käser gewesen. „Ein kostengünstiges Unternehmen, welches zeitgleich mit zwei Kolonen, beide Maßnahmen parallel durchführt“, stellte Langenbach das Angebot vor.

Vom Zeitpunkt der Kostenberechnung bis zum Kostenanschlag sei der Preis von 254 000 Euro auf 388 000 Euro gestiegen, erläuterte Langenbach. Das liege unter anderem an den gestiegenen Entsorgungskosten und an den nochmals höheren Kosten, als am Schloßbühlweg für Kies von 45 auf 61 Euro pro Tonne.

Bauhof kann es nicht alleine richten

Peter Schmidt (CDU) empörte sich darüber und fragte ob man den Aushub nicht wieder als Füllmaterial nutzen könnte, schließlich könnte der Boden dort oben bei den Rebflächen nicht kontaminiert sein. „Wir Kommunen lassen uns doch nicht melken wie Kühe“, ärgerte er sich.

Wilfried Wodsak (FWV) fragte nach ob der Kies aus der Kiesgrube sei und ob die Grube den Preis angehoben habe, was Langenberger verneinen musste.

Monika Biemann (Umweltgruppe) führte an, dass es „weltweit einen Baustoffmangel“ gäbe, in den Medien werde das Wort „Sandmafia“ verwendet.

Heinz Frey (FWV) fragte nach, ob „der Bauhof die 35 Meter Straße in Eigenleistung stemmen“ könnte. Stadtbaumeister Martin Bleicher verneinte dies, da Fuhrpark und Mitarbeiter nicht auf Straßenbauaufgaben ausgelegt seien.

Martin Brugger (CDU) gab zu bedenken, dass die Käufer nun nicht mit dem Bau beginnen könnten und auch Bürgermeister Robert Scherer meinte: „Wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir den Familien sagen, wir verschieben.“