Manfred Lang ist Hotelier in der „Residenz am See“ in Meersburg. In einer Pressemitteilung gibt er Einblick in die momentane, kritische Situation, in der sich viele Gastgeber am Bodensee befinden. „Bis letzte Woche lief noch alles ziemlich normal ab. Jedoch ab dem Wochenende wurden wir überhäuft mit Stornierungen“, schreibt Lang.

Gestern wurden nun die letzten Gäste verabschiedet, „die eigentlich Urlaub am Bodensee machen wollten“. Doch touristische Übernachtungen sind ab sofort untersagt. „Sicherlich ist es für die Touristik-Region Bodensee ein riesengroßer Einschnitt“, so Lang.

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Wie es in der „Residenz am See“ weitergehen wird? Der Hotelier sagt: „Ich könnte natürlich meinen Betrieb aufrechterhalten, dürfte aber nur noch Geschäftsreisende beherbergen, abends im Restaurant nichts mehr servieren.“ Da Geschäftsreisende eher selten in Meersburg seien, sei es nicht sinnvoll, den Hotelbetrieb offen zu lassen. „Ich fordere daher die Politik auf, die Hotels generell zu schließen. Dann würde übergangsweise die Betriebsunterbrechungs-Versicherung eintreten“, erklärt Lang. Viele Kollegen hätten eine solche Betriebsunterbrechungs-Versicherung, „diese greift aber nur, wenn eine behördliche Schließung angeordnet wird“.

Lang: Keine Buchungen kommen Schließung gleich

Lang: „Darum noch mal an die Politik: Wenn in einer touristischen Region keine Buchungen angenommen werden dürfen, kommt es einer Schließung gleich. Wenn man noch einige Betriebe retten möchte, sollte man jetzt endlich schnell vonseiten der Politik reagieren.“ Wenn Betriebe jetzt Kurzarbeit anmelden müssten, werde es allgemein für Mitarbeiter auch dramatisch: „Angestellte, die sich nur noch im Niedrigsektor-Verdienst bewegen, sprich: nur noch 60 Prozent von ihrem Verdienst erhalten, kommen schnell an die Grenze der Grundversorgung.“ Lang gibt für seinen Betrieb an, dass man Dank der guten Zusammenarbeit mit der Bank „sicherlich ein bis zwei Monate überbrücken“ könne. Dann werde es sehr eng. Lang äußerte sich am Mittwoch.

Iris Müller, Abteilungsleitung „Tourismus und Veranstaltungen“ bei der Stadt Meersburg, sagt: „Es lässt sich im Moment keine Aussage über ein Ausmaß der Stornierungen tätigen. Wir erhalten vereinzelt von unseren Vermietern die Frage, wie mit Stornierungen umgegangen werden soll.“ Hierbei verweise man auf die Empfehlung des Tourismusverbandes und empfehle den Vermietern, „mit den Stornierungen kulant umzugehen“. Dies sei aber nur eine Empfehlung. Ihre Mitteilung schickte Müller am Dienstag.