Schon der Titel seines Lyrikbandes „Ausgelassene Schweigeminute“ sei beispielhaft für seine „elegante, mehrdeutige und assoziative Sprache“. So stellte Chris Inken Soppa beim jüngsten Jour Fixe des Internationalen Bodensee-Clubs den Autor Matthias Kehle vor. Der Preisträger des Thaddäus-Troll-Preises und des Schwäbischen Literaturpreises war nicht zum ersten Mal zu Gast beim Literaturcafé im Nebenzimmer des Burgcafés.

Schriftsteller Matthias Kehle antwortete im Anschluss an seine Lesung auf Zuschauerfragen. Neben ihm Chris Inken Soppa, Leiterin des Literaturcafés.
Schriftsteller Matthias Kehle antwortete im Anschluss an seine Lesung auf Zuschauerfragen. Neben ihm Chris Inken Soppa, Leiterin des Literaturcafés. | Bild: Lorna Komm

Kehle, der zusammen mit Soppa ein Buch über die Region mit dem Titel „Das gibt es nur am Bodensee“ geschrieben hat, begann seine Lesung mit einer Hommage an sein Lieblingscafé in seiner Heimatstadt Karlsruhe. Wie von der Leiterin Soppa gebeten, trug Kehle seine Gedichte stets zweimal hintereinander vor. „Die Texte entwickeln sich beim mehrfachen Lesen“, begründete sie ihr Ansinnen.

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Thematisch war die Lesung in mehrere Blöcke eingeteilt und neben Alltagsgedichten gab es einen kurzen Block mit Liebesgedichten, einen großen Teil nahmen die Hotelgedichte ein. Kehle, der auch Autor von Sach- und Reisebüchern ist, ist viel unterwegs und machte „Hotelnotizen“, in denen es unter anderem heißt: „Wie adrett – Handtuchschwäne auf dem Bett.“

Anmerkungen zu den Gedichten im Anhang

Wandern und Bergsteigen gehören zu seinen Hobbys und so entstanden Gedichte aus Situationen, in die der Zuhörer sich leicht hinein versetzen konnte. Allein die Aneinanderreihung der Stichworte „Spielcasino, Bootsrundfahrt, Tropfsteinhöhle“ beflügelten die Fantasie. Am Ende des Lyrikbandes hat der Autor Anmerkungen zu seinen Gedichten angehängt. Dort erläutere er, wie und von welchen Menschen oder Zitaten er inspiriert wurde, antwortet Kehle auf die Frage aus dem Publikum „Ob die Anmerkungen nötig seien?“

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Wie so oft aber, wenn es um Kunst geht, gab es geteilte Meinungen. Lobten einige Besucher die „komprimierte Sprache“ und die „neuen Wortbildungen“, so blieb anderen Besuchern der Sinn teilweise verschlossen und auch der sehr leise, stets mit Blick nach unten gerichtete Vortrag des Autors wurde kritisiert.