Aus der Kapelle des Droste-Hülshoff-Gymnasiums erklingt voller Orchesterklang, bricht ab und setzt erneut ein. Frank Markowitsch probt dort mit dem Orchester für das Abschlusskonzert der Meersburger Sommerakademie. Dvorák und Böhmen lautet das Motto der diesjährigen Sommerakademie, eine Fortbildungsveranstaltung für Schulmusiker Baden-Württembergs.

Zum ersten Mal als Dozent dabei

Frank Markowitsch ist das erste Mal als Dozent dabei. Seit 2015 ist er Professor für Chorleitung an der Freiburger Hochschule für Musik. Er studierte Philosophie, Germanistik, Romanistik, Schulmusik sowie Orchester – und Chorleitung in Freiburg und Berlin. Er arbeitete für viele große Dirigenten wie Kurt Masur, Tom Koopman und René Jacobs und gründete die Vokalakademie Berlin.

Assistent Mateo Peñaloza Cecconi probt mit dem Chor verschiedene Stücke aus Antonín Dvoráks Requiem.
Assistent Mateo Peñaloza Cecconi probt mit dem Chor verschiedene Stücke aus Antonín Dvoráks Requiem. | Bild: Cornelia Lenhardt

Im Saal unter der Kapelle probt sein Assistent Mateo Peñaloza Cecconi mit dem Chor verschiedene Stücke aus Antonín Dvoráks Requiem. Antonín Dvoráks Requiem ist ein selten gespieltes Werk, es benötigt Solisten, Chor, ein großes Orchester, diverse Sonderinstrumente und eine Orgel und dauert eineinhalb Stunden. Frank Markowitsch führt dieses Werk das erste Mal auf. Nur wenige Musiker mussten von außen dazugeholt werden, so der Kirchenmusiker Matthias Flierl, ein Absolvent von Frank Markowitsch.

Der Chor im Saal unter der Kapelle des Droste-Hülshoff-Gymnasiums.
Der Chor im Saal unter der Kapelle des Droste-Hülshoff-Gymnasiums. | Bild: Cornelia Lenhardt

Das Zusammenfinden der Musiker und Sänger ging relativ rasch, sagt Markowitsch. Es dauerte nur wenige Stunden gemeinsamen Arbeitens und Chor und Orchester fanden ihre gemeinsame Linie. Für Frank Markowitsch ist die Meersburger Sommerakademie eine sehr wertvolle Veranstaltung. Sie schafft ein Netzwerk für die Schulmusiker und lässt sie in kürzester Zeit gemeinsam Gestaltetes erleben.

Assistent Mateo Peñaloza Cecconi bei der Chorprobe
Assistent Mateo Peñaloza Cecconi bei der Chorprobe. | Bild: Cornelia Lenhardt

Kammerkonzert der Dozenten im Spiegelsaal

Ulrich Krämer, Leiter der Meersburger Sommerakademie, begrüßte am Dienstagabend die Zuhörer im gut besuchten Spiegelsaal des Neuen Schlosses in Meersburg zum Kammerkonzert der Dozenten der Sommerakademie. Antonín Dvoák war Bratschist und komponierte viel für Streicher. Das Quartett Nr. 12 in F-Dur entstand 1893 in nicht einmal drei Wochen in Amerika und erhielt den Beinamen "Amerikanisches Quartett" und steht in der Nähe zur 9. Sinfonie "Aus der neuen Welt".

Freudig und farbenprächtig, mit pastoralen üppigen Klängen und fünftöniger Volksmusik spielten sich Barbara Schnabel (Violine), Julia von Hasselbach (Viola), Holger Best (Cello) und die Flötistin Christina Singer in die Herzen der begeisterten Zuhörer. Im Streichertrio oder Terzetto C-Dur, op. 74 fanden sich Brigitte Schnabel und Christel Meckelein (Violinen) und Julia von Hasselbach (Bratsche) zusammen. Sehnsuchtsvoll klingende Streicher ohne Bass in charmanten, melodischen und volkstümlichen Sätzen. Joachim Bänsch führte nicht nur sachkundig und launisch durch das Programm, sondern begeisterte die Zuhörer auch mit seinem Hornspiel. Im Prager Hornquartett des tschechischen Komponisten Leopold Kohl (1753-1799), der als erster Hornist an den den Hof Ludwig XVI. ging und 1784 in Paris verlegt wurde, dominierte das Horn.

Joachim Bänsch spielte virtuos und souverän mit sauberem lebendigem Klang. Christel Meckelein (Violine), Julia von Hasselbach (Viola) und Holger Best (Violoncello) ließen der Hornstimme ihren Raum und schufen einen wunderbaren Klangteppich. Ferenc Farkas (1905-2000), ein Schüler von Ottorino Resphighi, schuf 1953 schwungvolle Tänze, die die Melodien alter ungarischer Tänze aus dem 17. Jahrhundert aufnahmen. Meisterhaft interpretiert von Christina Singer (Flöte), Lisa Walzer (Oboe), Joachim Bänsch (Horn), Johannes Wester (Fagott) und Werner Buchmann (Klarinette). Als Zugabe hörten die Zuhörer ein Alphorn-Solo mit Jürgen Bänsch und alle Musiker vereint in einem Rondo von Leopold Mozart. Chor und Instrumentalisten der Meersburger Sommerakademie sind unter der Leitung weiterer Dozenten beim Serenadenkonzert am 30. August um 19 Uhr in der Seminarkapelle des Droste-Hülshoff-Gymnasiums in Meersburg zu hören und zu sehen.