Welcher war Ihr erfolgreichster Arbeitstag 2018?

Spannende Frage. Ich glaube, den Erfolg eines arbeitsreichen Jahres sollte man nicht an einem Tag festmachen.

Wie ging es Ihnen mit dem kurzzeitigen Zusammenbruch des Finanzplans im April, der nur vier Wochen nach Beschluss überarbeitet werden musste?

Von einem Zusammenbruch sollten wir hier nicht sprechen. Es fehlten diverse Angaben von der zuständigen Kämmerei, die nachgereicht werden konnten. Eine Herausforderung für den Kämmerer war sicherlich, erstmalig einen Doppelhaushalt für die Gemeinde Stetten zu erstellen.

Vor allem die Pläne für An- und Umbau am Kindergarten im Bereich der Betreuung unter Dreijähriger (U 3) mussten abgespeckt werden. Reichen zehn statt der angedachten 20 Betreuungsplätze für unter Dreijährige?

Im U 3-Bereich kann man das nie genau vorhersagen. Wenn wir die bisherigen Geburtenraten betrachten, wird die Zahl der Betreuungsplätze den Stettener Bedarf vorerst decken. Der Baukörper ist so konzipiert, dass eine künftige bauliche Erweiterung problemlos möglich wäre.

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Seit Oktober ist das Konzept für den Kindergartenumbau sowie eine Erweiterung für die vorgeschriebene U 3-Betreuung auf den Weg gebracht. Ist die beschlossene Finanzierung des Projekts für 1,1 Millionen Euro nun solide und mit welchen Zuschüssen rechnen Sie?

Ich bin überzeugt, dass wir hier etwas Gutes und Zukunftsfähiges auf den Weg bringen. Die Finanzierung als solche ist für uns machbar. Allerdings werden sich die Kosten des Betriebs im Verwaltungshaushalt merklich niederschlagen und unseren Haushalt in künftigen Jahren belasten. Für den Neubau rechnen wir mit Zuschüssen aus Fachförderung und Ausgleichstock von rund 580 000 Euro. Leider haben wir noch keine Zusage, wie viele Mittel uns außer diesem Fixbetrag zufließen werden. Beantragt sind 420 000 Euro. Ich hoffe auf eine positive Entscheidung.

Den Bereich Hofacker haben Sie und der Gemeinderat als neues Wohngebiet für rund 25 Familien auserkoren. Zu Jahresbeginn sprachen Sie von notwendigen Grundstücksverhandlungen. Wie weit sind diese gediehen und wann kann es mit der konkreten Bauplanung losgehen?

Ich hoffe auf einen positiven Abschluss in 2019. Die Gespräche verliefen weitgehend vielversprechend. Ein Grundstückseigentümer ist noch zu überzeugen. Eine grobe Überplanung des Gebiets plus Kostenschätzung zur Erschließung werden uns zeigen, in wieweit wir das favorisierte Wohngebiet umsetzen können.

Die schmale Tür zwischen Friseur und Bäckerei an der Hauptstraße führt in eine ehemalige Telefonzelle. Der Bürgermeister freut sich, dass dort ein Geldautomat aufgestellt wird.
Die schmale Tür zwischen Friseur und Bäckerei an der Hauptstraße führt in eine ehemalige Telefonzelle. Der Bürgermeister freut sich, dass dort ein Geldautomat aufgestellt wird. | Bild: Martina Wolters

Im Oktober haben Sie im Gemeinderat verkündet, dass es bald einen Geldautomaten in Stetten geben wird. Steht der Automat bereits?

Zum Glück konnte ich mit der Sparkasse endlich ein Geldinstitut für die Installation eines Geldautomaten gewinnen. Nach deren Aussage wird der Automat im Frühjahr in einer ehemaligen Telefonzelle an der Ortsdurchfahrt seinen Platz finden. Ich denke, dass der Standort bei der Bushaltestelle Stetten Mitte für Stettener und Gäste günstig gelegen ist.

Wann können die Bürger voraussichtlich von dem im Januar im Rahmen des Gemeindeverwaltungsverbands gestarteten Breitbandausbau profitieren?

Mit einer merkbaren Verbesserung der Internetgeschwindigkeit ist voraussichtlich ab April zu rechnen. Allerdings setzt dies voraus, dass die Bürger neue Verträge mit dem Netzbetreiber schließen.

Der malerische Stettener Naturstrand liegt im Winter ruhig da. In der Badesaison jedoch sind Wege zum Strand oft verbotenerweise zugeparkt und der Strand zugemüllt.
Der malerische Stettener Naturstrand liegt im Winter ruhig da. In der Badesaison jedoch sind Wege zum Strand oft verbotenerweise zugeparkt und der Strand zugemüllt. | Bild: Martina Wolters

Stetten hat einen eigenen Seezugang – welche Probleme treten dort auf?

Unser schönes naturbelassenes Bodenseeufer liegt im Landschaftsschutzgebiet und lädt viele Einheimische und Gäste ein, dort zu baden. Unschön sind trotz Verbotsschildern verkehrswidrig abgestellte Fahrzeuge und zurückgelassener Müll am Seeufer. Dadurch werden Wege und Randstreifen massiv in Mitleidenschaft gezogen und Landwirte behindert. Mein Dank gilt denjenigen, die den Weg wie erlaubt zu Fuß oder per Rad zurücklegen.

Wo sollen die Schwerpunkte Ihrer Arbeit im Jahr 2019 liegen?

Ein Schwerpunkt wird sicherlich auf dem Bau der U 3-Betreuung liegen. Für mich steht auch die Bauland-Entwicklung im Bereich Hofäcker im Vordergrund. Beschäftigen wird uns auch der weitere Breitbandausbau. Spannend wird der Dialogprozess zur Planung der B 31-neu.

Haben Sie schon ein Urlaubsziel für das neue Jahr ins Auge gefasst?

Wie in alten Zeiten haben wir einen Familienurlaub am Gardasee geplant.

Wie halten Sie sich fit für Ihr Arbeitspensum?

Ich fahre gerne Rad. Neuerdings habe ich mit meiner Frau das abendliche Walken mit Stirnlampe durch den Wald entdeckt.

Das Jahr 2018 auf einen Blick

  • Im Januar startet der Breitbandausbau.
  • Der Rat gibt im Februar grünes Licht für den ersten Doppelhaushalt der Gemeinde. Das Gesamtvolumen beträgt 3,6 Millionen Euro für 2018 und 3,3 Millionen Euro für 2019.
  • Die Gemeinde investiert rund 80 000 Euro in eine neue Hauptwasserleitung in der Roggelestraße.
  • In der fünften Jahreszeit regiert Bürgermeister Daniel Heß als Stettina¦I. Er spielt damit auf den von der Stettenerin Katharina Kammerer errungenen Titel Badische Weinprinzessin 2017/18 an.
  • Im März billigt der Gemeinderat den Bebauungsplanentwurf Kirchstraße Süd und spricht sich gegen einen Wildwuchs bei Ferienwohnungen aus.
  • Die Stettenerin Marianne Kaindl kann bei der Leipziger Buchmesse den Community-Preis für ihren Katzenkrimi „Sechs Katzen und ein Todesfall“ entgegennehmen.
  • Die Rechtsaufsichtsbehörde im Landratsamt bemängelt im April den in der Meersburger Kämmerei erstellten Finanzplan. Der erst im Februar verabschiedete Doppelhaushalt 2018/19 muss kräftig abgespeckt werden, ebenso die Planung für einen Neubau für die Betreuung von unter Dreijährigen. Sie wird auf eine Gruppe reduziert.
  • Der gemeindliche Friedhof bekommt im Mai ein neues Urnenfeld mit zehn Urnengräbern.
  • Trotz Regenwetters feiern die Stettener im August das von der Freiwilligen Feuerwehr ausgerichtete Weinfest auf dem Goisbichl mit der Bodensee-Weinprinzessin und badischen Weinprinzessin Stephanie Megerle.
  • Das Gemeinderatsgremium bringt Kindergarten-Umbau und Krippenneubau im Oktober mit einstimmigem Votum auf den Weg.
  • Bürgermeister Daniel Heß präsentiert im Dezember die Baugenehmigung für die geplante Kinderkrippe und den Umbau des bestehenden Kindergartengebäudes.