Ein schönes Stück regionaler Handwerkskunst ist ab diesem Jahr neben der Weihnachtskrippe in der Meersburger katholischen Stadtkirche zu betrachten. Ein Flötenwerk bestehend aus sechs großen und elf kleinen Orgelpfeifen, umrahmt von einen in nostalgischem Holzkasten. Die Pfeifen werden wie bei einer großen Orgel von einem Blasebalg angetrieben, nur dass dieser elektrisch angesteuert wird.

Pfarrer Matthias Schneider freut sich „in einer Zeit, in der die Musik nur noch synthetisch von irgendwelchen Sticks oder Apps kommt“ über dieses Flötenwerk, welches die Töne noch auf althergebrachte Art und Weise produziert. „Es ist echte Handarbeit und keine billige Industrieware“, erläutert Schneider die Herkunft der Miniorgel.

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Gebaut wurde die Orgel von Orgelbau Raffin aus Überlingen. Dort stand sie im Lager, war schon auf einigen Weihnachtsmärkten oder bei anderen passenden Gelegenheiten im Einsatz. „Wir standen vor der Entscheidung ausleihen oder kaufen“, erzählt der Stadtpfarrer. Man habe sich für den Kauf entschieden, sodass das Flötenwerk ganzjährig in der Kirche zu sehen sein wird. „Das wird auch eine Attraktion für die Touristen sein“, ist Schneider sich sicher.

Das neue Flötenwerk in der katholischen Stadtkirche neben der Weihnachtskrippe.
Das neue Flötenwerk in der katholischen Stadtkirche neben der Weihnachtskrippe. | Bild: Lorna Komm (lko)

Für einen Euro gibt‘s ein Lied

Aktuell neben der Krippe kann der Besucher zwischen 20 Weihnachtsliedern wählen, in der übrigen Jahreszeit stehen 20 andere Lieder zur Auswahl. Für einen Euro kann man das Orgelspiel wie bei einer Musikbox in Gang setzen. Die Einnahmen würden vorerst genutzt, um die Kosten zu decken, später solle der Erlös sozialen Zwecken zugeführt werden. Das goldverzierte, schön bemalte Gehäuse und die Worte „in Dulci Jubile“ erwecken einen historischen Eindruck, dennoch sei das Flötenwerk erst wenige Jahrzehnte alt, meint der Pfarrer.

Schon früher habe es musikalische Begleitung zur Krippe gegeben, erzählt der Geistliche, diese sei von Abspielgeräten gekommen. Auf einer Krippenfahrt vor Jahren habe man in einer anderen Kirche ein ähnliches Flötenwerk gesehen und als passend empfunden. „Für eine Krippe, die anders ist als andere und viele Besucher anzieht“, sagt Schneider, brauche man auch eine adäquate Musikquelle.