Während das öffentliche Leben immer mehr zum Erliegen kommt, wächst nachbarschaftliche Hilfe. Um der Corona-Krise Herr zu werden, sollen soziale Kontakte zwar vermieten werden, die soziale Wärme nimmt dadurch allerdings nicht ab, im Gegenteil. Wie mehrere Beispiele in der Region zeigen, lassen sich viele Menschen im positiven Sinne vom Corona-Virus anstecken. Sie helfen denen, die von Corona am meisten betroffen wären und sich deshalb nicht mehr aus dem Haus getrauen.

Schulleiterin nutzt freie Kapazitäten

Ein Beispiel: Felix Görlach und Carmen Kindler, der eine online, die andere analog. Zunächst gründete Görlach auf Facebook, das diesmal wirklich den Namen soziales Medium verdient, eine Gruppe, die den gegenseitigen Austausch von Hilfsangeboten im Alltag ermöglichen soll. „Der Zulauf an neuen Mitgliedern ist enorm, die Idee findet viel positive Resonanz“, stellt Carmen Kindler fest. Sie ist Rektorin an der Grundschule Lippertsreute-Deisendorf und bietet sowohl die technische Infrastruktur, als auch eine feste Adresse und eine Telefon-Nummer, an die sich die wenden können, die mit Facebook nicht bewandert sind.

Diese Initiativen und Nachbarschaftshilfen in unserer Region gibt es bereits

Einfach zum Telefonhörer greifen

Kindler: „Da vor allen Dingen ältere Menschen weniger Zugang haben zu neuen Medien, war meine Idee, über die Grundschule Lippertsreute-Deisendorf während den Schließungstagen eine Anlaufstelle zu bieten“. So könne man auf einfache Weise zum Telefonhörer greifen und um Hilfe bitten. Konkret soll das so ablaufen, dass damit zwei Zugänge bestehen zum Hilfsportal; online und direkt. Wer jemanden kennt, der einen Online-Zugang hat, kann sein Anliegen über das Portal online stellen; alle anderen rufen bei Carmen Kindler und ihrem Team an der Grundschule an. „Wir nehmen die Anfragen auf, stellen sie Online ein und warten auf Rückmeldung aus dem Portal, dem Helferpool.“

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Sich näher kommen und trotzdem Abstand halten

Um den persönlichen Kontakt gering zu halten und damit die Übertragung von Viren zu minimieren, wird empfohlen, zum Beispiel bei der Einkaufshilfe den nötigen Abstand zu halten. Ein Kuvert wird mit Geld versehen und darauf der Einkaufszettel notiert. Die Einkäufe und das Rückgeld werden an der Haustüre abgelegt, der Helfer gibt sich zu erkennen und zieht sich zurück. „Wenn der Kontakt passt, kann das sicherlich wiederholt werden von Fall zu Fall und eine Art Nachbarschaftshilfe wird dadurch entstehen“, so die Hoffnung Kindlers. Grundsätzlich gehe es darum, die gesunden Ressourcen, die noch da sind, in positiver Weise zu nutzen und der Überlinger Bevölkerung sehr konkret unter die Arme zu greifen. Alles erfolgt ehrenamtlich.

Als Schulleiterin sei sie eh dazu verpflichtet, während der Schließungszeit an der Schule präsent zu bleiben. So werden es auch ihre beiden Lehrkräfte tun. Dazu Carmen Kindler: „Um diese Zeit, solange wir gesund sind, sinnvoll zu nutzen – denn von jeglichen Konferenzen und Ähnlichem wird seitens der übergeordneten Behörden abgeraten – möchten wir gerne die Idee von Felix Görlach unterstützen. Wir haben deshalb intern für uns eine Art Schichtplan aufgestellt, um nicht während der Schließungstage ständig aufeinander zu treffen. So wollen wir unsere eigene Gesundheit so gut es geht erhalten.“

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