Feierlich, mit strahlenden Trompeten über dunklem Horn- und Posaunengrund, eröffnet das Blechbläserensemble das Serenadenkonzert der Meersburger Sommerakademie. Claudio Monteverdis „Cantate Domino“ ist 399 Jahre alt. Die Bläser spielen ihn so frisch, dass sich die festliche Stimmung gleich in die Barockkapelle des Droste-Hülshoff-Gymnasiums überträgt.

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Das Streichensemble startet bei Claude Débussys „Dance sacrée et danse profane“ wie aus dem Nichts. Mit bewegten Arpeggien setzt Emilie Jaulmens auf die Harfe ein, ehe sie im zweiten Satz in virtuos mehrstimmigem Spiel die Streicher umgarnt.

Hornist Joachim Bänsch leitet die Bläserensembles der Sommerakademie.
Hornist Joachim Bänsch leitet die Bläserensembles der Sommerakademie. | Bild: Corinna Raupach

Das Holzblasensemble folgt mit einer Serenade von Johannes Brahms, die er mit Mitte 20 komponierte. Die Musiker widmen sich mit Begeisterung und manchem Lächeln seinen Ideen. Das Werk experimentiert mit Rhythmen und Tonfarben und beweist damit so viel Charme, dass es zu einem frühen Erfolg wurde.

Unter der Leitung von Joachim Bänsch spielt das Holzbläerensemble eine Serenade von Johannes Brahms.
Unter der Leitung von Joachim Bänsch spielt das Holzbläerensemble eine Serenade von Johannes Brahms. | Bild: Corinna Raupach

Auf die Serenade mit der Werkzahl 16 folgt im Konzert die 17: vier Gesänge, die Brahms für seinen Hamburger Frauenchor schrieb. Drei Lieder vertonen Gedichte der Romantik von Ruperti, Shakespeare und Eichendorff – tonschön und hingebungsvoll singen die Damen, lyrische Intermezzi von Harfe und zwei Hörnern markieren die Strophen.

Hörner erzählen von tiefem Schmerz

Von tiefem Schmerz erzählen im vierten Gesang die einleitenden Hörner, später nimmt abruptes Auffahren zu kantigen Harfenakkorden das Drama vorweg: Der „Gesang aus Fingal“ trauert um den schottischen Heldenjüngling Trenor. Innerlich und im gleichen strengen Rhythmus klagen die Frauen, begehren auf, bis sie „starb“ als leidvollen Aufschrei markieren.

Feierlich eröffnen die Blechbläser das Konzert mit Monteverdis „Cantate Domino“.
Feierlich eröffnen die Blechbläser das Konzert mit Monteverdis „Cantate Domino“. | Bild: Corinna Raupach

Zum Abschluss geben die Blechbläser den konkurrierenden Romantikern Giuseppe Verdi und Richard Wagner die Ehre. Einem Triumphmarsch aus „Aida“ stellen sie den getragenen Pilgerchor aus dem „Tannhäuser“ gegenüber.