Süße Butterwaffeln, deftige Zwiebelsuppe, selbst gehäkelter Schmuck oder handgefertigte Küchenbretter aus Holz. Der Herbstmarkt dient als Treffpunkt, bietet Einkaufsmöglichkeiten und Unterhaltung zugleich. Dieses Jahr fand die Aktion zur Verlängerung der Saison kompakt auf dem Schlossplatz statt, anstatt sich wie in den Vorjahren auf Vorburggasse, Marktplatz und Innenhof des Benediktinerinnenklosters zu verteilen.

Das Bodensee-Alphorntrio mit Peter Tolksdorf, Walter Ruf und Günther Kettner unterhält musikalisch und zwischen den Stücken auch mit Informationen über das seltene Instrument.
Das Bodensee-Alphorntrio mit Peter Tolksdorf, Walter Ruf und Günther Kettner unterhält musikalisch und zwischen den Stücken auch mit Informationen über das seltene Instrument. | Bild: Lorna Komm

Zum ersten Mal dabei musikalisch umrahmt von den „Original Stehgreiflern“ und dem Bodensee-Alphorntrio. Walter Ruf, Sprecher des Trios, informierte die Zuschauer zwischen den Stücken mit wissenswerten Fakten über das Alphorn. „Es ist 3,68 Meter lang und aus Fichtenholz“, erklärte der Musiker.

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Obwohl es aus Holz ist, gehört es aufgrund der Blastechnik zu den Blechblasinstrumenten, erläuterte Ruf weiter. Für Anfänger sei es nicht unbedingt zu empfehlen, da es recht schwierig sei, dem Horn die Töne zu entlocken. Profis würden zwölf bis 16 Töne aus dem Naturinstrument ohne Klappen schaffen.

Irmi von Heyer, Stetten: „Ich trinke gerne Apfelsaft, weil er so gesund und sehr erfrischend ist.“
Irmi von Heyer, Stetten: „Ich trinke gerne Apfelsaft, weil er so gesund und sehr erfrischend ist.“ | Bild: Lorna Komm

Zum ersten Mal auf dem Herbstmarkt war Irmi von Heyer. Die Stettener Neubürgerin gönnte sich eine Pause mit einem Becher Apfelmost. „Ich trinke gerne Apfelsaft, weil er so gesund und sehr erfrischend ist“, sagte sie. „Der Süßmost ist komplett aus eigenen Äpfeln der Sorte Jonagold hergestellt“, erklärte Bruno Herp, der am familienbetriebenen Stand den Saft zapfte.

Durch die Kreuzung mit Karotten oder Rotkohl wird der Blumenkohl bunt gefärbt. Eva Brüttel bietet frisches Gemüse und die zertifizierte Höri-Bulle, die Zwiebel der gleichnamigen Halbinsel, an ihrem Stand an.
Durch die Kreuzung mit Karotten oder Rotkohl wird der Blumenkohl bunt gefärbt. Eva Brüttel bietet frisches Gemüse und die zertifizierte Höri-Bulle, die Zwiebel der gleichnamigen Halbinsel, an ihrem Stand an. | Bild: Lorna Komm

Rein regional auch die Produkte am Stand von Eva Brüttel. Neben der berühmten Höri-Bulle, der Zwiebel der gleichnamigen Halbinsel, bietet die Standbetreiberin auch Blumenkohl in zartem Orange oder kräftigem Rot. „Sie sind mit Karotten beziehungsweise Rotkohl gekreuzt“, sagte sie über die gefärbten Kohlköpfe. „Geschmacklich wirkt sich das nicht aus“, erzählte sie weiter. Er schmecke wie ganz normaler Blumenkohl, „aber die Kinder mögen die bunten Farben und probieren das Gemüse bereitwilliger“.

Schon am frühen Mittag sind die Tische des Herbstmarkts voll besetzt.
Schon am frühen Mittag sind die Tische des Herbstmarkts voll besetzt. | Bild: Lorna Komm

Heimische Früchte und Wurzeln verarbeitet auch Elke Hermannsdorfer zu Brotaufstrichen oder Likören. „Eberesche, die regionale Vogelbeere, kombiniert mit Holunder und Wermut, daraus kann man einen leckeren Aperitif mixen“, erklärte die Kräuterpädagogin. Im Angebot hatte sie ebenfalls Enzian aus der Auvergne. „Bei uns wächst der Enzian ja leider nicht, er braucht mindestens 800 Höhenmeter“, aber er sei super gesund und könne gut zu Sirup oder Tee verarbeitet werden, beriet Hermannsdorfer die Kunden am Stand.

Der gelernte Korbmacher Josef Barth aus Herdwangen und seine Frau Rita Spöttle bieten neben Körben auch floristisch geschmückte Dekorationsstücke für alle Jahreszeiten.
Der gelernte Korbmacher Josef Barth aus Herdwangen und seine Frau Rita Spöttle bieten neben Körben auch floristisch geschmückte Dekorationsstücke für alle Jahreszeiten. | Bild: Lorna Komm

Handgeflochtene Körbe oder Dekorationsstücke boten Josef Barth und Rita Spöttle aus Herdwangen. Barth, der das Handwerk erlernt hat, führt es nur noch als Hobby aus. „Es gibt nur noch wenige Korbmacher, ich möchte das am Leben erhalten“, beschreibt er seine Motivation. Für einen Einkaufskorb in handelsüblicher Größe brauche er gut vier Stunden. Aufwendiger seien die Vorarbeiten: die Weidenruten zu ernten, zu trocknen und sie dann vor Verarbeitung wieder zu wässern, damit sie wieder biegsam sind, erläuterte er die verschiedenen Arbeitsgänge.

Franz Baumann, Überlingen: „Wir sind zum ersten Mal hier auf dem Herbstmarkt und das Angebot gefällt uns sehr gut.“
Franz Baumann, Überlingen: „Wir sind zum ersten Mal hier auf dem Herbstmarkt und das Angebot gefällt uns sehr gut.“ | Bild: Lorna Komm

Positiv äußerte sich Besucher Franz Baumann über den Herbstmarkt: „Wir sind zum ersten Mal hier und das Angebot gefällt uns sehr gut“, sagte der Überlinger. Malaktionen für Kinder am Stand des Familientreffs und ein Quiz von Meersburg Tourismus, bei dem es Sachpreise und Gutscheine heimischer Gastronomen zu gewinnen gab, ergänzten das vielseitige Angebot des Herbstmarkts.

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