Der Helferkreis Asyl Meersburg will zukünftig Maßnahmen zur Integration mehr in den Fokus rücken. Das wurde bei einer Planungsrunde unter Beteiligung von Asylsuchenden deutlich. Besonders die Themen Arbeit und integrative Freizeitgestaltung seien den Geflüchteten wichtig, hieß es. Der Helferkreis bietet vor allem Hilfe beim Deutschlernen an.

Insgesamt 75 ehrenamtliche Helfer sind in der Initiative zur Flüchtlingshilfe für unterschiedliche Einsatzbereiche gemeldet. "Aktuell arbeiten aktiv 58 Menschen", sagt Reinhold Jatzenko als einer der Ansprechpartner. 20 Menschen helfen beim Erlernen der deutschen Sprache. Sie engagieren sich als Lernbegleiter für Sprachkurse, als Hausaufgabenhilfe für Flüchtlinge, die einen Integrationskurs besuchen, oder als individuelle Sprachvermittler für Flüchtlinge, die keinen Zugang zum Integrationskurs haben oder diesen aus persönlichen Gründen nicht durchführen können. Außerdem geben Lernbegleiter Nachhilfe für Kinder und Jugendliche, die eine Schule besuchen.

Mit dem Zuzug weiterer Flüchtlinge mit wenig Deutschkenntnissen bestand die Notwendigkeit, dieses Angebot zu erweitern und Einheimische für dieses Ehrenamt zu qualifizieren. Dafür hat der Helferkreis Asyl beim Land Baden-Württemberg erfolgreich zwei Förderanträge gestellt. Zum Einen konnte der Meersburger Helferkreis im vergangenen Herbst/Winter die Schulungsreihe „Deutsch als Fremdsprache für ehrenamtliche Helferinnen und Helfer“ mit sechs Einheiten umsetzen. Die kostenfreie Schulung richtete sich an ehrenamtliche Lernbegleiter, welche sich bereits einbringen oder künftig aktiv werden wollen.

Für die praxisnahe Schulung in den Grundlagen der Didaktik des Deutschen als Fremdsprache konnte Friederike Dransfeld, eine professionelle Lehrkraft für Deutsch als Fremdsprache, gewonnen werden. "Einige von ihnen halten heute Deutschkurse für Erwachsene ab ebenso wie für schulpflichtige Flüchtlingskinder", erläutert Reinhold Jatzenko. Finanziell unterstützt wurde der Helferkreis dabei durch das Ministerium für Soziales und Integration über das Programm „Qualifiziert.Engagiert“.

Zum Anderen ermöglicht die Förderung „Mittendrin“ vom Landesministerium für Soziales und Integration, dass noch bis März nächsten Jahres ein breites Angebot für den Spracherwerb von Migranten geschaffen werden konnte. Dazu gehört, dass der Helferkreis dadurch Ehrenamtliche und Teilnehmer mit Materialien unterstützen kann.

Der Helferkreis konnte ab Frühjahr dieses Jahres auch wieder wöchentlich stattfindende, alltagsnahe Deutschkurse auf drei Sprachniveaus anbieten. Durch Spenden sowie aus der kostenfreien Nutzungsmöglichkeit von Unterrichtsräumen bestehen entsprechende Angebote zum Deutschlernen seit 2014. Für die Organisation des Helferkreises und Koordination der Aufgaben gibt es eine Anlaufstelle bei der Stadt Meersburg, Steffi Möglich, sowie die Sprechstunde der Johanniter montags von 13 bis 16 Uhr im Bürgerbüro.

Sprache als Schlüssel

Um um anzukommen und sich einzuleben brauchen Menschen aus anderen Ländern Sprachkompetenz. Deutschlernen ist daher auch beim Helferkreis Asyl in Meersburg ein großes Thema. Die Unterstützung erfolgt ausschließlich durch ehrenamtliche Helfer und soll in den nächsten Jahren je nach Bedarf fortgesetzt werden. Dem Helferkreis ist es wichtig, sein Angebot für alle Menschen mit Bedarf zu öffnen. Daher nehmen an den Deutschkursen auch Menschen mit Migrationshintergrund ohne Fluchterfahrung teil.