Bekannte und seit Jahren beliebte Kinderbuchklassiker, aber auch weniger bekannte Geschichten hatten sich die sieben Meersburger Vorleser anlässlich des bundesweiten Vorlesetags ausgesucht. Mit Veranstaltungen an sieben verschiedenen Orten gestalteten sie für die kleinen Zuhörer einen abwechslungsreichen Nachmittag.

Geschichte der Bücher in der Bibelgalerie

Am frühen Nachmittag, während viele der kleineren Kinder noch Mittagsschlaf hielten, begann der Veranstaltungstag in der Bibelgalerie erst einmal lehrreich. Für den erkrankten Ortwin Engel-Klemm sprang Waltraud Blässing, Mitarbeiterin der Bibelgalerie, ein.

Wie es sich anfühlt, mit Federn auf Pergament zu schreiben, konnten die Kinder Tamara, Neyla, Alexia und Nevio bei Waltraud Blässing in der Bibelgalerie ausprobieren.
Wie es sich anfühlt, mit Federn auf Pergament zu schreiben, konnten die Kinder Tamara, Neyla, Alexia und Nevio bei Waltraud Blässing in der Bibelgalerie ausprobieren. | Bild: Lorna Komm

Statt vorzulesen, erzählte sie den vier Teilnehmerkindern die Entstehungsgeschichte der Bücher und gab ihnen die Gelegenheit, selbst mit Schreibfedern und Pergament zu hantieren. „Schade, dass es keine Tinte gibt“, meinte Schüler Nevio. „Die Tinte lassen wir zum Schutz eurer Kleider weg“, erklärte Waltraud Blässing.

Alle Vorlesestationen in der Altstadt

In der Schatzkammer der Bibelgalerie gab es noch ein 700 Jahre altes Buch zu bestaunen, bevor es weiter zum nächsten Vorleseort ging – der Nachmittag war straff getaktet. „In diesem Jahr haben wir alle Stationen in der Altstadt“, informierte Claudia Löffler, Leiterin der Stadtbücherei und Organisatorin des Vorlesetags.

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In den Vorjahren habe man auch schon im Bauhof oder im Winzerverein Lesungen angeboten, aber trotz Fahrgelegenheiten sei das nicht ganz so gut bei den teilnehmenden Familien angekommen. „Am Ende der Saison ist es schwieriger, geeignete Räumlichkeiten zu finden als Vorleser“, meinte Löffler.

Viele Vorleser regelmäßig dabei

„Viele der Vorleser machen regelmäßig mit, andere pausieren zwischendurch“, erzählte die Leiterin der Stadtbücherei weiter. Immer mit dabei ist Ann-Kathrin Weber, die die Kinder, passend zu ihrem Engagement als Feuerwehrfrau, mit der Geschichte von Finn, dem Feuerwehrelch unterhielt.

Die Geschichte „Finn, der Feuerwehrelch“ hatte sich Feuerwehrfrau Ann-Kathrin Weber für ihre Lesung in der Jufa ausgesucht.
Die Geschichte „Finn, der Feuerwehrelch“ hatte sich Feuerwehrfrau Ann-Kathrin Weber für ihre Lesung in der Jufa ausgesucht. | Bild: Lorna Komm

Lesung mit Puppenspiel

Zum ersten Mal mit dabei war Stadträtin Christine Ludwig, die zur Untermalung ihrer Geschichte „Mein Freund, der glückliche Löwe“ eine Löwenpuppe dabei hatte. Puppenspielerin Britta Böschen vom Figurentheater Ravensburg hauchte dem Stofflöwen Leben ein und spielte sich in die Herzen von Kindern und Eltern.

Puppenspielerin Britta Böschen (links) und Gemeinderätin Christine Ludwig hauchten der Geschichte „Mein Freund, der glückliche Löwe“ in der Weinstube Löwen mit einer Handpuppe Leben ein.
Puppenspielerin Britta Böschen (links) und Gemeinderätin Christine Ludwig hauchten der Geschichte „Mein Freund, der glückliche Löwe“ in der Weinstube Löwen mit einer Handpuppe Leben ein. | Bild: Lorna Komm

Cornelia Lebherz, Mutter einer siebenjährigen Tochter, nahm ebenfalls zum ersten Mal am Vorlesetag teil. „Es ist schön, dass diese Veranstaltung in Meersburg angeboten wird“, meinte sie und fügte an: „Meine Tochter ist jetzt in dem Alter, in dem sie das versteht.“

Ausgewählte Bücher kommen gut an

Weiter ging es für die immer größer werdende Kinderschar ins Vineum, wo Kulturamtsleiterin Christine Johner selber sichtlich Spaß am Vorlesen der Geschichte vom Bauern Beck hatte. „Schade, dass die Geschichten in den Bilderbüchern so schnell vorbei sind“, meinte sie im Anschluss.

Kulturamtsleiterin Christine Johner las im Vineum die lustige Geschichte von „Bauer Beck im Versteck“.
Kulturamtsleiterin Christine Johner las im Vineum die lustige Geschichte von „Bauer Beck im Versteck“. | Bild: Lorna Komm

Johner hatte ihre Geschichte aus den vorgeschlagenen Titeln der Bücherei ausgewählt. „Ich habe festgestellt, dass es leichter ist, wenn die Kinder die Geschichte schon kennen. Die Bücher aus meiner Kindheit passen nicht mehr so wirklich“, erläuterte sie.

Ritter- und Prinzessinnengeschichten in der Burg

Mehr als 30 Kinder stürmten anschließend die Burg, wo Stadträtin Julia Naeßl-Doms passend zum Ambiente zwei Geschichten von Prinzessinnen und Rittern vorlas. Ohne Scheu, aber voller Begeisterung kletterten die Kinder zum Probesitzen auf den goldenen Thron mit den roten Samtbezügen, von dem aus die Burgherrin stilgerecht die Geschichten vortrug.

Geschichten von Prinzessinnen und Rittern las Burgherrin Julia Naeßl-Doms den Kindern stilgerecht vom goldenen Thron aus vor.
Geschichten von Prinzessinnen und Rittern las Burgherrin Julia Naeßl-Doms den Kindern stilgerecht vom goldenen Thron aus vor. | Bild: Lorna Komm (lko)

Teilnehmer ziehen positives Fazit

In der Linzgau-Buchhandlung wartete Tourismuschefin Iris Müller mit der Geschichte von Lieselotte, einer gelangweilten Kuh. Nach dem ereignisreichen Nachmittag besuchten überwiegend die älteren Kinder die Werkstatt von Claudia Waibel. Mit der Geschichte vom schnellen Rot und vom saftigen Grün ging der Vorlesetag zu Ende.

Bunte Farben gab es in der Werkstatt Waibel zu sehen und passend dazu las Claudia Waibel „Die wahre Geschichte von allen Farben“.
Bunte Farben gab es in der Werkstatt Waibel zu sehen und passend dazu las Claudia Waibel „Die wahre Geschichte von allen Farben“. | Bild: Lorna Komm

„Es war interessant, abwechslungsreich und den Kindern hat es gefallen“, fasste eine Mutter am Schluss zusammen.