Das angestrebte Volksbegehren „Rettet die Bienen“ ist auch im Gemeinderat zur Sprache gekommen. Michael Dörr (FDP) fragte unter dem Punkt Verschiedenes, ob man ins Gremium nicht mal einen Referenten dazu einladen könne, etwa speziell zum Thema: „Wie betrifft die Initiative ‚Rettet die Bienen‘ die Weinstadt Meersburg?“ Denn Kritiker, darunter auch Landrat Lothar Wölfle (CDU), warnen vor deren langfristigen Folgen für die Landwirtschaft, besonders für den Obst- und Weinbau, aber auch die ökologische Landwirtschaft.

Marin Hahn: Ökobauern droht ruinöser Preiswettbewerb

Den Ökobauern drohe ein ruinöser Preiswettbewerb, befürchtet etwa Martin Hahn. Er ist agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag und Besitzer eines Demeter-Hofes in Überlingen-Bonndorf. Hahn bemängelt den Gesetzesentwurf der Initiative als ungenau. Denn das darin geforderte Verbot von Pflanzenschutzmitteln würde auch biologische Verfahren einschließen.

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Landrat unterstützt Forderung nach eigenem Gesetzesentwurf des Landes

Landrat Lothar Wölfle unterstützt Hahns Forderung nach einem eigenen Gesetzesentwurf des Landes Baden-Württemberg. Wölfle schreibt in einem Brief an die zuständigen Minister: Werde der Gesetzesentwurf der Pro-Biene-Initiative umgesetzt, „müsste der Obst-, Wein- und Hopfenanbau am Bodensee praktisch eingestellt werden.“

Peter Schmid will Expertise des badischen Weinbauverbandes vorlegen

Stadtrat Peter Schmidt (CDU) informierte das Gremium, es gebe zu diesem Thema auch eine Expertise des badischen Weinbauverbandes. Er fragte, ob er diese mal im Rat verteilen solle? Bürgermeister Robert Scherer bejahte diesen Vorschlag. Monika Biemann (Umweltgruppe) brach eine Lanze für die heimischen Landwirte: „Viele Winzer und Obstbauern haben Blühstreifen angelegt“, meinte sie anerkennend.

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Georg Dreher sieht für viele kleine Betriebe das Aus

Georg Dreher, CDU-Stadtrat und Vorsitzender des Winzervereins Meersburg, berichtete, dass er beim Neuweiher in der Nähe des Lehrbienenstandes auf seinem Grund eine 9000 Quadratmeter große Blumenwiese angesät habe. Außerdem werde in den Reben etwa nur jede zweite Reihe gemulcht. „Wir machen das freiwillig“, betonte Dreher. Das Volksbegehren, meinte Dreher, würde für viele kleine Betriebe im Land, auch Biohöfe, „sicher das Aus sein“.