39 Vorschulkinder haben den Bücherei-Führerschein gemacht und sind nun „bibfit“. An vier Terminen besuchten die „Wunderfitze“, wie die angehenden Grundschüler im Meersburger Sommertalkindergarten liebevoll genannt werden, die städtische Bücherei, um das vielfältige Angebot und die Verhaltensregeln in einer Bibliothek kennenzulernen. 

Abschlussfeier diesmal im Kindergarten statt in der Bücherei

Üblicherweise treffen sich alle zusammen ein letztes Mal in der Bücherei, um die entliehen Bücher abzugeben und um in der Atmosphäre der vielen Bücher noch einmal das Gelernte zu wiederholen. Doch wegen des Sturmtiefs Sabine blieben die Kinder zur Abschlussfeier dieses Jahr im Kindergarten.

Peter Schmidt, stellvertretender Bürgermeister, überreichte jedem Kind die Teilnahmeurkunde und gratulierte mit Handschlag und einigen persönlichen Worten.
Peter Schmidt, stellvertretender Bürgermeister, überreichte jedem Kind die Teilnahmeurkunde und gratulierte mit Handschlag und einigen persönlichen Worten. | Bild: Lorna Komm

Für jedes Kind eine Urkunde

Büchereileiterin Claudia Löffler und stellvertretender Bürgermeister Peter Schmidt übergaben den Kindern die Urkunden für die erfolgreiche Teilnahme am Programm. Schmidt gratulierte jedem Kind einzeln mit Handschlag und gab den Kleinen nette Worte zu ihrer „vermutlich ersten Urkunde deines Lebens“ mit auf den Weg.

Die Kinder erklären dem Bürgermeister-Stellvertreter die Tonie-Box

Zuvor hatten die Kinder Schmidt, der selbst mehrere Bücher zur Stadtgeschichte geschrieben hat, die ihm unbekannte Tonie-Box erklärt, die man in der Bücherei neben Büchern, DVDs und CDs ausleihen kann. Tonies seien verschiedene Erzählfiguren, die, wenn sie auf die Box aufgesteckt werden, unterschiedliche Geschichten erzählen, also eine spielerische Variante eines Hörbuchs, erklärten die Kinder, unterstützt von der Büchereileiterin.

Das könnte Sie auch interessieren

Grüne Punkte für Sachbücher, pinkfarbene für Bilderbücher

Weiterhin erklärten die kleinen Leseratten, welche Bücher sie gelesen haben. Und sie konnten erklären, welche Bedeutung die Punkte auf den Büchern haben: grün für Sachbücher oder pink für Bilderbücher. „Richtige Geschichten erlebt man mit Büchern. Man kann in den Weltraum fliegen oder Ritter sein“, fasste Claudia Löffler die Bedeutung vom Vorlesen oder vom Ansehen von Bilderbüchern schon für die Allerkleinsten zusammen.

Büchereileiterin: Lesekompetenz der Kinder hat sich verändert

Seit zehn Jahren begleitet Löffler die Kinder durch die Leseförderaktion. In dieser Zeitspanne habe sich die Lesekompetenz der Kinder durch die verstärkte Nutzung von Handys und Tablets schon verändert, meint die Büchereileiterin. „Wobei wir hier ja noch nicht wirklich von ‚Lesen‘ reden, das lernen die Kinder demnächst erst in der Schule“, räumte Löffler ein. Die Grundschullehrer könnten bestimmt detaillierter Auskunft geben.

Die Leiterin des städtischen Kindergartens, Angelika Hofmann (links), überreichte die Dankeskarte mit allen Unterschriften der Kinder an die Leiterin der Stadtbücherei, Claudia Löffler.
Die Leiterin des städtischen Kindergartens, Angelika Hofmann (links), überreichte die Dankeskarte mit allen Unterschriften der Kinder an die Leiterin der Stadtbücherei, Claudia Löffler. | Bild: Lorna Komm

Konzentrationsfähigkeit der Kinder lässt nach

Aber man merke schon, dass die Konzentrationsfähigkeit der Kinder sich verändert habe. Es falle ihnen schwerer, die Inhalte der Bilderbücher wiederzugeben und sich auf das Wesentliche zu beschränken. Die Ausdrucksfähigkeit habe abgenommen und die Kinder müssten verstärkt zum Umgang mit Büchern hingeführt werden. „Sie haben zu Hause alle Inhalte auf dem Tablet“, sagte Löffler. Manche seien bei der Nutzung von elektronischen Geräten schon richtig kleine Spezialisten.

Viele Kinder haben schon im Vorschulalter alle Star-Wars-Filme gesehen

Zudem sei es auffällig, dass die Kinder keine Märchen mehr kennen. Wenn, dann am ehesten noch aus aktuellen Filmversionen, erzählte Löffler. Kritiker stellten Märchen zwar als gruselig dar, doch die Kinder der heutigen Generationen seien anderes gewohnt. Die Comics von „Star Wars„ zum Beispiel würden alle Buben kennen und viele hätten auch schon alle Star-Wars-Filme gesehen.