„Unserer Landschaft zuliebe – B 31-neu dreispurig“ oder „Ausbau vor Neubau“ ist auf den Planen zu lesen, die Vertreter des Meersburger Initiativ-Kreises B 31-neu jetzt an neuralgischen Punkten in der Stadt Meersburg jeweils zwischen zwei Holzpfeilern aufgespannt haben. Fußgänger, Fahrradfahrer, Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer sollen so auf die Anliegen der Verkehrsinitiative rund um den Weiterbau der B 31 zwischen Meersburg und Immenstaad aufmerksam gemacht werden.

Gegen Trasse C 1.1., für dreispurigen Ausbau

Nach Angaben von Hans-Heinrich Gerth geht es der Gruppe darum, sich gegen die Hinterlandtrasse C 1.1. auszusprechen, „die möglicherweise ganz gravierende Folgen für uns hat“ – etwa in Sachen Flächenbedarf. Zum anderen – und das ist ihnen derzeit nach eigenen Aussagen am wichtigsten – machen sich die Mitglieder für einen dreispurigen Ausbau stark, während das Regierungspräsidium in Anlehnung an den Bundesverkehrswegeplan vier Spuren vorsieht.

Regionalplan: Wenig neue Flächen für Verkehr

Der Forderung des Meersburger Initiativ-Kreises kommt nun entgegen, dass der neue Regionalplan anderes proklamiert. In dem Entwurf ist unter Punkt 4 „Regionale Infrastruktur, Verkehr, Allgemeine Grundsätze“ unter anderem zu lesen, dass „möglichst wenig neue Flächen für den Verkehrszweck in Anspruch genommen
werden und eine weitere Zerschneidung der Landschaft und Beeinträchtigung
des Landschaftsbildes vermieden wird“. Und weiter: „Für die Erhöhung der Leistungsfähigkeit der bestehenden Verkehrsnetze sollen organisatorische und betriebliche Maßnahmen Vorrang gegenüber baulichen Maßnahmen haben.“ Außerdem wird vom Regionalverband ein dreispuriger Ausbau der Bundesstraße zwischen Friedrichshafen und der Landesgrenze zu Bayern vorgeschlagen.

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Rudolf Landwehr, Ex-Bürgermeister von Meersburg, erklärt: „Das Hauptanliegen ist uns die Ausbaubreite.“ Mit den vier Spuren ist die Rede von einer Breite von mindestens 28 Metern. Landwehr kann nicht verstehen, dass sich für ein Straßenbauvorhaben dieser Art stark gemacht werde. Für ihn passt eine Trasse in dieser Breite weder in die Nähe des Bodensees noch ins Hinterland.

Kann sich Region auf Minimalziel einigen?

Und Hans-Heinrich Gerth fügt hinzu: „Wenn wir alles dem Verkehr opfern, können wir zwar schnell von A nach B fahren. Aber dann haben wir die Natur zerstört. Und ob das noch Menschenschutz ist?“ Der dreispurige Ausbau bei Überlingen funktioniert Gerth zufolge. Ferner zählt er den Eriskircher Tunnel auf, der zweispurig 28 000 Fahrzeuge schaffe. Die Mitglieder der Verkehrsinitiative appellieren, sich an den Regionalplan zu halten und hegen die Hoffnung, dass sich die Region auf ein Minimalziel einigen kann.

Auch Ausbauvariante tief gehend prüfen

Hans-Heinrich Gerth findet: „Der Regionalplan soll ja Einigkeit darstellen.“ Für Christine Ludwig, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Gemeinderat und Mitglied des Initiativ-Kreises, ist der Regionalplan ebenfalls der „Konsens der Region“. Rudolf Landwehr betont, dass man sich mit den Äußerungen aus dem Regionalplan bestärkt fühle. Von Regierungspräsidium fordern die Meersburger, die Ausbauvariante genauso offen und tief gehend zu untersuchen wie die Hinterlandtrassen.

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In diesem Zuge würden sie eine Begehung der Trassenvarianten, die aktuell noch zur Auswahl stehen, stark befürworten, damit die Planer vor Ort sehen, wie sich diese oder jene Trasse möglicherweise auf das Umfeld auswirkt. Ein Termin war ihren Angaben nach schon angesetzt, wurde dann aber abgesagt. „Derzeit hat es keinen Zweck über Trassen zu reden, weil wir nicht wissen, wo die Knackpunkte sind“, sagt Hans-Heinrich Gerth. Solch ein Knackpunkt wäre für den Initiativ-Kreis beispielsweise ein Straßenknoten an der Daisendorfer Straße. Nur schwer können sich die Mitglieder vorstellen, 40-Tonner durch gewöhnliche Meersburger Straßen zu leiten.

Über ihre Internetseite, einen Newsletter und das Amtsblatt wollen sie die Menschen in der Region auf dem Laufenden halten. Auch einen offenen Brief an den Landrat haben sie geschrieben und Informationsveranstaltungen angeboten. Gerth sagt: „Wir müssen der Politik ein Zeichen geben, dass die Region zusammensteht und wir die Natur schützen.“ Dafür soll das Herz auf den Planen der Verkehrsinitiative stehen.

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