Der dritte Dämmerflohmarkt, veranstaltet von der Narrengesellschaft Hasle-Maale Stetten war ein voller Erfolg. Schon früh drängten sich zahlreiche Besucher durch die Straßen. Der süße Geruch von gebrannten Mandeln mischte sich mit dem würzigen Duft von Grillgut, Musik und eine Schießbude vervollständigten die Festatmosphäre. Schon auf dem Weg vom Parkplatz zum Flohmarktgelände beim Wohnmobilstellplatz lockten viele Angebote. Die Anwohner nutzten Hauseinfahrten, Garagen oder Vorgärten, um entbehrlich Gewordenes an den Mann und die Frau zu bringen. Auf dem eigentlichen Gelände waren dann weit mehr als 100 Stände aufgebaut.

Die "Original Stehgreifler" sorgen zwischen den Ständen für musikalische Unterhaltung.
Die "Original Stehgreifler" sorgen zwischen den Ständen für musikalische Unterhaltung. | Bild: Lorna Komm

"Es sind viele einheimische Verkäufer darunter, aber auch aus Ravensburg oder der Schweiz kamen die Anmeldungen", sagte Ex-Zunftmeister Michael Weißenrieder, der sich um die Organisation der Stände gekümmert hat. "Seit Donnerstag läuft der Aufbau", erklärte Vize-Zunftmeister Markus Greinwald. "Jeden Abend waren 17 bis 18 Leute hier und am Freitag hat zusätzlich die Jugendfeuerwehr geholfen", beschrieb er die aufwendigen Vorbereitungen. Es hat sich gelohnt. Schon am frühen Abend konnte er bestätigen: "Es läuft gut." Erfahrungsgemäß kämen die meisten Menschen gleich zu Beginn: "Ab 21 Uhr wird es dann ruhiger."

Die Mitglieder der Narrengemeinschaft haben alle Hände voll zu tun. Alexander Cerny steht am Grill. Vize-Zunftmeister Markus Greinwald bindet seiner Frau Karin die Schürze zu (von links).
Die Mitglieder der Narrengemeinschaft haben alle Hände voll zu tun. Alexander Cerny steht am Grill. Vize-Zunftmeister Markus Greinwald bindet seiner Frau Karin die Schürze zu (von links). | Bild: Lorna Komm

Das Schöne am Stettener Markt sei, dass es alles private Verkäufer seien. Darüber sind sich Weißenrieder und Greinwald einig. Auch die Besucher lobten die schöne Atmosphäre. Gemütlich an Biertischen sitzend lauschten sie der Musik des Duos "Hot Spot" aus Meersburg oder wurden zwischen den Ständen von den "Original Stehgreiflern" aus Bermatingen-Ahausen unterhalten. Das Quartett zog seine Runden über das Gelände und spielte mal hier mal da ein volkstümliches Ständchen. Vom Schaukelstuhl bis zur annähernd lebensgroßen "Darth Vader"-Figur gab es Nichts, was es nicht gab. Die Stimmung war freundlich, Verkäufer und Käufer hatten sichtlich Spaß am Handeln und erfolgreiche Geschäfte wurden oft mit einem zufriedenen Lächeln beiderseits abgeschlossen.

 

"Es ist alt, aber kein Volksempfänger"

Luki Sauter hat ein altes Radio erstanden. Er weiß noch nicht, ob es funktioniert.
Luki Sauter hat ein altes Radio erstanden. Er weiß noch nicht, ob es funktioniert. | Bild: Lorna Komm

Luki Sauter aus Friedrichshafen kaufte ein altes Radio. "Es ist alt, aber kein Volksempfänger mehr", sagte der Flohmarktprofi lachend. Auf vielen Flohmärkten sei er schon gewesen, oftmals als Verkäufer mit eigenem Stand. "Ich gehe regelmäßig auf Flohmärkte, weil ich da immer so schöne Sachen finde. Das Radio ist etwa aus den 70er-Jahren und ich finde es schön anzuschauen." Nur, ob es funktioniere, wisse er nicht. Er habe keine Batterien dabei. Auf dem Dämmerflohmarkt war er das erste Mal. Aber auf dem Flohmarkt am Fasnetsdienstag ist er schon mal in Stetten gewesen. Damals hat er auch selber verkauft. Es gefiel ihm gut am frühen Abend. "Wunderschöne Atmosphäre mit der Musik, die hier immer wieder durchläuft", sagte er.

Er kauft für sein Haus ein

Michael Bruckert freut sich über eine Lampe aus den 50er-Jahren für sein Zuhause.
Michael Bruckert freut sich über eine Lampe aus den 50er-Jahren für sein Zuhause. | Bild: Lorna Komm

Michael Bruckert war zusammen mit seiner Frau aus Lipbach auf den Flohmarkt gekommen. Freudig zeigte er die gekaufte alte Lampe. "Sie ist etwa aus den 50er-Jahren", schätzte er. "Wir haben ein altes Haus aus dem 19. Jahrhundert, da passt die gut rein." Außerdem erwarben die beiden noch ein paar Kleidungsstücke. "Das Gute an den Klamotten ist, dass die schon ein paar mal durchgewaschen sind. Da sind dann auch alle Giftstoffe raus gespült", erklärte seine Frau. Die Atmosphäre gefiel den beiden gut. Schön fanden sie die Festmeile und dass alles "auf Wald und Wiese" aufgebaut sei und nicht so geordnet auf einem Parkplatz. Nur die vielen Rucksäcke auf dem Rücken der Menschen im Gedränge störten sie.

"Wir sind blutige Anfänger"

Ludwig Mey ist mit Kumpel Peter Nesselwanger als Verkäufer auf dem Flohmarkt.
Ludwig Mey ist mit Kumpel Peter Nesselwanger als Verkäufer auf dem Flohmarkt. | Bild: Lorna Komm

Ludwig Mey war zum ersten Mal als Verkäufer auf einem Flohmarkt. "Wir sind blutige Anfänger", feixte er. Zufällig habe er beim Durchfahren durch Stetten die Ankündigungen für den Dämmerflohmarkt gelesen und kurzentschlossen seinen Kumpel Peter gefragt, ob er mitmachen wolle. Zu Hause hat er dann Küche und Keller aufgeräumt und bot vom Autoradio bis zum Dirndl alles mögliche an. "Es geht ums Flair", sagte Peter Nesselwanger, der sofort wieder auf einem Flohmarkt Sachen verkaufen würde. "Jetzt wissen wir, wie es geht. Diesmal war es ja noch spontan, aber wir haben so viel schönen Kontakt mit den verschiedenen Menschen hier gehabt, dass macht Spaß", freute er sich. Sein Motto dabei: "Ehrlich sein."

Sie ist regelmäßig auf Flohmärkten

Ellen Raffin hat als Geschenk für einen 50. Geburtstag ein grünes Telefon gekauft.
Ellen Raffin hat als Geschenk für einen 50. Geburtstag ein grünes Telefon gekauft. | Bild: Lorna Komm

Ellen Raffin aus Immenstaad kaufte ein altes grünes Telefon. Zwar schon mit Tasten und nicht mehr mit Wählscheibe, doch wozu braucht man das heutzutage? "Es soll ein Gag sein, ich gehe heute Abend auf einen 50. Geburtstag. Der weiß wenigstens noch, was ein Telefon ist", erklärte sie ihren Spontankauf. Zusammen mit Freundin, Schwester und Kindern war sie als ganze Gruppe auf den Flohmarkt gekommen. "Ich gehe regelmäßig auf Flohmärkte, weil ich die Atmosphäre so schön finde und man Schnäppchen finden kann." Vergangenes Jahr war sie als Verkäuferin auf dem Flohmarkt in Stetten, was diesmal wegen des Geburtstags nicht möglich war. Am Dämmerflohmarkt schätzt sie besonders die Musik und das Essen.