Die im Mai gewählten Gemeinderäte sind jetzt offiziell im Amt. In der konstituierenden Sitzung, die am Mittwoch im Vineum stattfand, wurden sie vereidigt. Neu im nun 18-köpfigen Gremium sind Magdalena Malin (Umbo), Anna-Lena-Murzin (Grüne), Michael Dörr (FDP) und Achim Homburger (FW).

Das sind die Bürgermeisterstellvertreter

Als erste Amtshandlungen besetzte der neue Rat die weiteren Gremien und wählte Peter Schmidt (CDU) als ersten und Boris Mattes (SPD) als zweiten Bürgermeisterstellvertreter. Außerdem wählte er, auf Vorschlag des Ortschaftsrats, Joachim Bischofberger als Ortsvorsteher von Baitenhausen-Schiggendorf und Guido Brunner als dessen Stellvertreter.

Sie sind im neuen Rat nicht mehr dabei und wurden mit Dank und Geschenken verabschiedet (von links): Werner Endres, Michael Gilowsky, Heinrich Frey, Wilfried Wodsak und Joachim Bischofberger, der neuer Ortsvorsteher von Baitenhausen-Schiggendorf ist.
Sie sind im neuen Rat nicht mehr dabei und wurden mit Dank und Geschenken verabschiedet (von links): Werner Endres, Michael Gilowsky, Heinrich Frey, Wilfried Wodsak und Joachim Bischofberger, der neuer Ortsvorsteher von Baitenhausen-Schiggendorf ist. | Bild: Sylvia Floetemeyer

Doch der erste und größte Tagesordnungspunkt galt der Ehrung langjähriger Räte mit Auszeichnungen des Städtetags sowie der Verabschiedung der ausscheidenden Mitglieder: Werner Endres (CDU), Michael Gilowsky, (Umbo), Heinrich Frey (FW), Wilfried Wodsak (FW) und Joachim Bischofberger (CDU).

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Endres, der 44 Jahre im Rat saß, und Gilowsky, der ihm 30 Jahre lang angehörte, sollen im Rahmen des nächsten Neujahrsempfang nochmals besonders gewürdigt werden. Aber natürlich standen die beiden Langgedienten auch bereits am Mittwoch im Fokus und erhielten von ihren Ex-Kollegen und den Zuhörern lang anhaltenden Beifall.

Einsatz „kann man gar nicht genug würdigen“

Endres‚ Einsatz „kann man gar nicht genug würdigen“, sagte Bürgermeister Robert Scherer und überreichte Endres einen Gutschein für eine Tour mit der „Hohentwiel“. Endres, der den Wiedereinzug in den Rat knapp verpasste, bekannte: „Abschiednehmen ist auch ein bisschen wie Sterben.“

Werner Endres: Acht Mal in den Rat gewählt

Er bedankte sich bei den Meersburgern, dass sie ihn acht Mal in den Rat wählten und appellierte an die Jugend, auch ein Ehrenamt zu übernehmen. „Ich habe in 44 Jahren unglaublich viel dazu gelernt, ich kann das nur empfehlen.“ In dieser Zeit besuchte Endres allein 1840 Sitzungen, rechnete CDU-Fraktionssprecher Peter Schmidt vor. Er würdigte Endres als Urgestein und Vaterfigur mit „gigantischem Wissen“.

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Scherer würdigte ebenso Gilowskys „enorme Leistung, an der wir uns eine Scheibe abschneiden können“. Gilowsky, der nicht mehr kandidiert hatte, räumte ein, dass der Abschied ihn auch ein bisschen traurig mache, aber dass es wichtig sei, „dass immer wieder neue Menschen nachrücken“.

Porträt des Bürgermeisters zum Abschied

Umso mehr freue es ihn, dass seine junge Verwandte Magdalena Malin ihm nun nachfolge. Als Abschiedsgeschenk von der Stadt hatte sich Gilowsky ein Porträt des Bürgermeisters gewünscht. Der Grund: Das Bild seines Großvaters Karl Karrer hänge neben dem von Scherers Amtsvorgänger Karl Moll, unter dem Karrer Stadtrat gewesen war. Dazu passe jetzt ein neues Arrangement.

Großes Wissen in den Bereichen Haushalt und Tourismus

Umbo-Sprecher Peter Krause sagte, es falle ihm schwer, Gilowsky, der ihn die vergangenen 20 Jahre stark geprägt habe, aus der Fraktion zu entlassen. Gilowsky verfügte über großes Wissen, etwa in den Bereichen Haushalt und Tourismus, und sei „durch und durch fair sowohl ihm sachlichen als auch im menschlichen Bereich“.

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Heinrich Frey hatte dem Rat fünf Jahre lang angehört, Wilfried Wodsak, als Nachrücker, in der vergangenen Periode ein Jahr. FW-Fraktionssprecher Markus Waibel bedauerte das Ausscheiden der beiden und beschenkte jeden mit einem „Teufelchen aus der Magischen Säule“ von Peter Lenk. Frey meinte: „Es war klar, dass alles nur auf Zeit war.“ Als Demokrat müsse man auch eine Abwahl bejahen. Er bleibe der Stadt aber treu: „Einmal Meersburger, immer Meersburger.“

Homburger: „Ein Ehrenamt ist kein Glücksspiel“

Joachim Bischofberger saß als Nachrücker für die CDU seit Januar im Rat. Er wird jetzt Ortsvorsteher, nachdem das Los im Ortschaftsrat dieses Mal auf ihn fiel. Wie bereits 2009 und 2014 hatte es auch nach der Wahl 2019 eine Pattsituation gegeben. Die letzten beiden Male entschied Fortuna für Achim Homburger, der jetzt für die FW am Ratstisch sitzt. Homburger betonte: „Ein Ehrenamt ist kein Glücksspiel.“ Das Wichtigste an der Arbeit eines Ortsvorstehers sei, offen für die Bürger und ihre Anliegen zu sein – und Letztere „werden immer mehr“, unterstrich Achim Homburger außerdem.