Mit einem Museumsfest hat das Vineum sein dreijähriges Bestehen gefeiert. Das „Museum für alle Sinne“, wie es beworben wird, ist im historischen Gebäude des ehemaligen Heilig-Geist-Spitals beheimatet, in dem der Arzt und Magnetiseur Franz Anton Mesmer 1815 starb.

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Der im Erdgeschoss stehende Weintorkel von 1607 ist eine der ältesten und größten noch funktionsfähigen Weinpressen Europas. Auf rund 600 Quadratmetern wird im Vineum die Geschichte des Seeweins anschaulich gemacht. 101 Weinflaschen aus aller Welt repräsentieren ihre Nation. Im Veranstaltungssaal im Obergeschoss finden regelmäßig Konzerte und Kulturveranstaltungen statt.

Zahlreiche Besucher informierten sich über den historischen Torkel und die Geschichte des Weinbaus.
Zahlreiche Besucher informierten sich über den historischen Torkel und die Geschichte des Weinbaus. | Bild: Lorna Komm

„Das Museumsfest war super gut besucht“, berichtete Lisa Streif, Mitarbeiterin der Abteilung Kultur und Museum. Schon bei der ersten kostenfreien Führung am Vormittag hätten mehr als 30 Besucher teilgenommen. Hauptsächlich Touristen, aber auch Meersburger waren dabei. Für das Museum sei das üblich, während es bei den Kulturveranstaltungen eher andersrum sei, die Veranstaltungen würden eher von Ortsansässigen aus der Region besucht, betonte Streif.

Auch für Kinder gibt es Angebot

Anlässlich des Geburtstags gab es auch erstmals die Aktion Vineum Mini, eine offene Kinderführung, bei der auch gespielt, gebastelt und gemalt wurde. „Bisher haben wir Führungen speziell für Kinder nur auf Anfrage als Ergänzung zu Gruppenführungen von begleitenden Erwachsenen gemacht“, erklärte Streif. Ziel sei es, dass Kinderführungen ein fester Bestandteil im Angebot werden.

Kulturamtsleiterin Christine Johner
Kulturamtsleiterin Christine Johner | Bild: Lorna Komm

Dabei wolle man keinesfalls die Kinder zum Weintrinken animieren, betonte Kulturamtsleiterin Christine Johner. Es gehe rein um die kindgerechte Aufbereitung der Historie und den Weg der Traube über den Saft zum Wein.

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Die Kinder waren begeistert vom „historischen Tischlein deck dich“, hätten am Torkel gedreht und Etiketten gestaltet, erzählte Streif, die für die Kinderführung zuständig war. „Es ist schwer, die Führung für die verschiedenen Altersklassen gleichermaßen interessant zu machen, wir werden uns für die Zukunft überlegen, wie wir das museumspädagogisch verarbeiten“, bilanzierte Streif.

Das Vineum in der Meersburger Oberstadt feierte dreijähriges Bestehen.
Das Vineum in der Meersburger Oberstadt feierte dreijähriges Bestehen. | Bild: Lorna Komm

Unter den Besuchern waren auch Vivian Wollnitza und Andreas Mager. Die beiden Oldenburger machen Urlaub in Lindau und kamen gezielt ins Vineum. Im Reiseführer seien sie auf das Museum aufmerksam geworden, nur vom Geburtstag hätten sie nichts gewusst.

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„Das Museum ist sehr informativ“, sagte Wollnitza und fügte an: „Das man so viel am Touchscreen selber machen kann, gefällt mir.“ Die Verbindung des Alten mit den neuen Animationen, wie die Videopräsentation auf dem Torkel, fand sie gelungen. Auch dass man so viel über den weltweiten Weinanbau erfahre und die „Winzerfilme“ hob sie positiv hervor.

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Eigentlich seien beide nicht unbedingt so die Weintrinker, aber da der Weinbau in die Region gehöre, wollten sie sich darüber auch informieren, erzählten sie, wieso der Museumsbesuch auf ihrem Plan stand. „Der Service und die Freundlichkeit der Angestellten haben mir gut gefallen“, ergänzte Mager. Er habe sich willkommen gefühlt.

Steigende Besucherzahlen im Vineum

Christine Johner ist Leiterin der Abteilung Kultur und Museum.

Wer besucht das Vineum? Steigen die Besucherzahlen?

Das Vineum wird von Touristen und Einheimischen besucht. Dabei steigen die Gruppenanmeldungen massiv an. Anfangs kamen hauptsächlich ältere Gäste, inzwischen kommt auch vermehrt die Zielgruppe der Vollberufstätigen. Schulklassen hingen fehlen noch komplett. Ebenfalls ansteigend sind die Anmeldungen im Winter für Gruppenführungen vor Weihnachtsfeiern. Zum heutigen Zeitpunkt haben wir bereits 1000 Besucher mehr als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr.

Was wird getan, um das Museum auch für einen wiederholten Besuch attraktiv zu machen?

Momentan noch nichts, das ist nach drei Jahren auch zu früh. Vor einem Ablauf von etwa fünf Jahren besteht dafür noch keine Notwendigkeit. Andererseits haben wir Besucher, die bereits drei oder vier Mal da waren und mir erzählt haben, sie würden immer noch Neues entdecken. Auch der ausländische Markt ist noch nicht voll erschlossen. Als zusätzlichen Anreiz zeigen wir nächstes Jahr wieder eine große Sonderausstellung.

Ein Museum kombiniert mit einem Veranstaltungssaal. Ist dieses Konzept ungewöhnlich?

Viele Museen erobern inzwischen andere Bereiche. Der Druck auf die Kultureinrichtungen wird stärker. Dass das Vineum von vornherein konzeptionell so geplant wurde, dass wir räumlich so gut aufgestellt sind, könnte ein Alleinstellungsmerkmal sein.