Großes Feuerwerk über dem Bodensee: So etwas gibt es sonst nur zum Konstanzer Seenachtfest, Häfler Seehasenfest oder Schweizer Nationalfeiertag am 1. August zu bewundern. Zur Internationalen Bodenseewoche war auch nichts dergleichen geplant. Der vergangene Samstag schien als Veranstaltungstag also vollkommen beliebig, als im ufernahen Bereich vor der Stadt Meersburg von mindestens einem Schiff aus ein Feuerwerk gezündet wurde. Die sprühenden Lichtfontänen tauchten die Altstadt und den Bodensee in bunte Farben. Etwa zehn Minuten lang war das Spektakel zu sehen und zu hören. Einheimische und Touristen reckten gleichermaßen die Köpfe, um das Feuerwerk zu bestaunen. Viele hielten ihre Autos an, um auszusteigen und die Mobiltelefone zu zücken. Unzählige Fotos von dem 10.-Juni-Feuerwerk finden sich jetzt auf Speicherkarten und in Whatsapp-Gruppen.

Doch wie war die Stadt zu diesem schönen Glitzerregen gekommen? Das herauszufinden, dauerte in der Tat länger, als die Meersburger am Samstag "Oh" und "Ah" rufen konnten. Eine Mitarbeiterin im Bürgerbüro hatte die Raketen ebenfalls in den Nachthimmel steigen sehen, konnte aber nichts zum Ereignis rund um das Feuerwerk sagen. Genehmigende Behörde sei das Landratsamt in Friedrichshafen. Der dortige Pressesprecher Robert Schwarz konnte denn auch weiterhelfen. Das Feuerwerk war nach der Bodenseeschifffahrtsordnung genehmigt worden. "Das Feuerwerk muss spätestens um 23 Uhr beendet sein", stand unter anderem in der Genehmigung für die Firma, die die Raketen zündete. Einfach so hat die das natürlich nicht gemacht. Ein Paar feierte am Samstag Hochzeit in Meersburg, verriet Robert Schwarz, und wollte der Feier mit der Pyrotechnik wohl den letzten Schliff verleihen. Das ist auf jeden Fall gelungen. Sollte die Hochzeitsgesellschaft nicht begeistert gewesen sein, die Stadt Meersburg war es auf jeden Fall.