Aufführungsort der Konzerte der Birnauer Kantorei ist in der Regel die Basilika Birnau als Namensgeberin des großen Chors. Am Donnerstag war es für das Adventskonzert ein ganz anderer Ort, der Theatersaal im Augustinum Meersburg. Mit einem beeindruckenden und einfühlsamen Konzert bedankten sich die Sänger mit ihrem Leiter Thomas Gropper und mit Thomas Hößler am Klavier, denn in der Seniorenresidenz wird in regelmäßiger Probenarbeit der Grundklang für das Programm der Birnauer Kantorei gelegt. Richard Rheindorf, Direktor des Augustinum, dankte für den adventlichen Abend und ein „so zahlreiches Publikum“ aus seinem Haus und von außerhalb.

Viele Besucher waren gekommen, um das Konzert zu hören.
Viele Besucher waren gekommen, um das Konzert zu hören. | Bild: Theo Wieland

Thomas Gropper hatte Musik zum Weihnachtsgeschehen von Johann Sebastian Bach und Heinrich Herzogenberg zentral positioniert: Fünf Choräle aus dem Weihnachtsoratorium mit der fast an Maria gegenüber dem Verkündigungsengel Gabriel bekannten Wie-Frage: „Wie soll ich Dich empfangen?“: Ehrfürchtig, jauchzend-hell, betont und in Spannung, hingebungsvoll, zart und freudig. Dem Chorgesang entsprechend die Klavierbegleitung. Von Heinrich von Herzogenberg das berührende Sopran-Tenor-Duett „Joseph, lieber Joseph mein“ aus seinem Kirchenoratorium „Die Geburt Christi.“

Konzert beginnt mit geistlicher Musik

Mit geistlicher Musik stieg der Chor ins Konzert ein: Mit Händels Halleluja aus seinem Oratorium Messias und im Blick auf das Beethoven-Jahr 2020 (250. Geburtstag) mit Kyrie, (Teil)-Gloria und Sanctus aus der Messe C-Dur op.86, die von der Kantorei zu ihrem Auftakt am 3. Mai 2020 in der Birnau gesungen wird. Zwei der sechs Gellert-Lieder schlossen sich an sowie eine weitere Bariton-Arie von Händel: „The trumpet shall sound“ aus Der Messias.

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Heiter und schwungvoll, mit entsprechender Gestik auch, ging‘s zum Schluss ins neue Jahr hinein: das Terzett „Winterwonderland“ (Felix Bernard) sowie vom Chor in italienischer Manier „Per te d‘immenso giubilo“ aus Gaetano Donizettis „Lucia die Lammermoor“ (1835) und „O Fortuna“ von Carl Orffs „Carmina burana“. In der Zugabe nahm der Chor das Publikum mit Johann Sebastian Bach mit zur neapolitanischen Weihnachtskrippe in der Birnau: „Ich steh an deiner Krippe hier“.