Das Kirchenkonzert der Stadtkapelle Meersburg in der katholischen Pfarrkirche „Mariä Heimsuchung“ hätte mehr Besucher verdient, als nur halbbesetzte Bänke. Doch die Anwesenden konnten einen schönen musikalischen Abend genießen und den hohen Standard der Stadtkapelle bewundern.

Anspruchsvolle Programm

Dirigentin Marianne Halder hatte ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm von der Renaissance bis in die Gegenwart zusammengestellt und ihre Musiker gut auf das Konzert vorbereitet. Den Anfang machte das zeitgenössische Stück „Hymn for a solemn occasion“ von Hermann Pallhuber, das in seinen Fortissimo-Stellen die Akustik des Kirchenschiffes voll ausreizte. Deutlich ruhiger waren bereits die drei Sätze von „Deo Gracias“ des britischen Komponisten Guy Woolfenden.

Es gab noch freie Plätze, als die Stadtkapelle Meersburg unter Marianne Halder ein beeindruckendes Kirchenkonzert gab.
Es gab noch freie Plätze, als die Stadtkapelle Meersburg unter Marianne Halder ein beeindruckendes Kirchenkonzert gab. | Bild: Uwe Petersen

Einer der Höhepunkte war sicher der berühmte Kanon des Barockkomponisten Johann Pachelbel. Wie man diesen fast zarten Titel, der eigentlich für ein Streichquartett geschrieben wurde, mit Bläsern aufführen kann, darauf durfte man gespannt sein. Es gelang hervorragend, auch dank einiger „Tricks“ wie beispielsweise dem Auseinanderziehen der Akteure über die ganze Kirchenbreite, sodass das Stück an Breite und Tiefe gewann. Die für Bläser eigentlich zu schnellen Passagen der Geigen wurden durch das Aufteilen auf mehrere Instrumente simuliert. Und so blieb der Kanon das, was er immer ist: Ein Stück zum Dahinschmelzen! Der Applaus war entsprechend groß.

Publikum fordert Zugaben

Gar in die Renaissance zurückging das letzte Stück vor der Pause. Fünf Tänze des Niederländers Tielman Susato versetzten die Zuhörer in fast mittelalterliche Stimmung. Nach der kurzen Pause ging es modern weiter. Aus dem Jahr 1918 stammt Percy A. Graingers „Irish Tune from Country Derry“ in der Version für Blasorchester. Jüdische Melodien verzauberten den Raum mit „Dance of the Chabad Chassidim“ und bei Jan van der Roost hörte man in „Et in Terra Pax“ Anleihen an viele moderne Kollegen, von Tschaikowsky über Pink Floyd bis Philip Glass. Das begeisterte Publikum forderte und bekam zwei Zugaben.