Ungewöhnliche Töne waren im Droste-Hülshoff-Gymnasium zu hören. Die A Cappella Band Unduzo, Gewinner des Kleinkunstpreises Baden-Württemberg 2016, gab Workshops im Loopsong, Beatboxen und Songwriting. Schüler aller Altersklassen nutzten die Gelegenheit, Musik einmal anders als im Schulalltag zu kreieren.

Musiklehrer Florian Schmid hatte beim Studium Mitglieder der Band kennengelernt und selber von Bass und Beatboxer Julian Knörzer das Beatboxen erlernt. Beatboxen ist dir rhythmische Kunst, Instrumente nur mit dem Mund und der Sprache zu imitieren. Nun ergab sich die Chance zu Workshops am Meersburger Gymnasium, denn die Band hatte einen Auftritt in der Region. "Wir machen öfter kleine Workshops an Schulen", erklärte Richard Leisegang, der Bass der Formation.

Nach einem kurzen Beatbox Lehrgang für alle teilnehmenden Schüler, teilten sich die Gruppen. Während die einen die Töne des Beatboxen anhand der Buchstaben "b" "k" und "tss" perfektionierten, erlernten die anderen die Besonderheiten des Loopsongs. Loop (englisch: Schleife) ist eine ständige Wiederholung der gleichen Sequenzen. Eine dritte Gruppe konnte im Songwriter Workshop ein eigenes Lied schreiben. Die elf Schülerinnen und ein Schüler wählten das Thema: "Ich liebe es, zu..." Der bei diesem Workshop entstandene Song wird von Unduzo noch fertig intoniert, dann erhalten die Teilnehmer ihr fertiges, eigenes Lied.

Die Schüler, die nicht alle Musik auch als Profilfach gewählt haben, waren begeistert von der Möglichkeit, einmal diese Art Musik zu machen. Zwar wird das Thema Beatboxen im Musikunterricht kurz gestreift, aber mit einer Profiband zusammen zu musizieren, fanden die Kinder "toll." Viele von ihnen kannten vorher weder die Musikrichtung noch die Band. Einhellig waren sie der Meinung, dass es Spaß gemacht habe und dass man "so was gerne wieder" machen würde und dies, obwohl die Schüler dafür ihren freien Nachmittag geopfert haben.

Das Konzert

Leisegang kündigte das anschließende Konzert mit unüblichem Beginn an, die Teilnehmer des Beatbox- und des Loop-Workshops kamen gemeinsam auf die Bühne und sangen ihr einstudiertes Lied. In den letzten Minuten der Probe entschied sich Rafael von Boddien noch kurzfristig dazu, auch ein Solo vorzuführen, sodass von ihm, Fabio Kikaj und Jerôme Kreuzer drei Beatbox Solis aufgeführt wurden, begleitet von fünf weiteren, beatboxenden Schüler und dem knapp 20-köpfigen Loopchor. Eltern, Mitschüler und Lehrer waren gleichermaßen begeistert von dem, was die Jugendlichen in den wenigen Stunden erlernt haben.

Mit dem Lied "Frühling" aus der Sicht von Astronomen, Gastronomen, Männern und Frauen begann das Minikonzert von Unduzo. Den meisten Spaß hatten die vorwiegend jungen Zuschauer bei dem "akustischem Experiment", dem Mitmachlied. Die Band gab die Situation vor und das Publikum musste entsprechende Geräusche produzieren. Das röhrige "Wooaah" zum Thema "Elchgeburt" verblüffte sogar die Musiker, die in den "gefühlten letzten 200 Konzerten" dazu meist nur ratlose Stille erfahren. "Man merkt, dass man an einer musikalischen Schule ist", lobte Tenor Patrick Heil das Publikum beim spontan gemeinsam gesungenen "Take me home Country Roads". Eher traurige Töne schlug das Quintett beim Lied über den Clown an. Zur Verstärkung des melancholischem Effekts verzichten sie dabei auf ihre Mikrofone. Amüsant endete die Kurzvorstellung mit "Bauchtanz."

Die Freiburger Vokalband besticht nicht nur durch die Leichtigkeit der deutsch gesungenen Lieder, auch die Texte sind hintergründig. In ihrer Performance nutzen sie die ganze Fläche der Bühne, sodass die Vorstellung auch optisch ein Genuss ist.

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