Meersburg – Das neue Vineum im alten Heilig-Geist-Spital in Meersburg, an dessen Sanierung und Umbau 44 Handwerkerfirmen gearbeitet hatten, ist der ideale Rahmen für die Verleihung des Nachwuchspreises 2016 des Handwerks gewesen. Alle drei Preisträger stammen aus dem westlichen Bodenseekreis. Der erste Preis ging an Lukas Baader aus Heiligenberg, der bei Peter Bucher in Owingen Schreiner gelernt hatte. Den zweiten Preis erhielt Markus Fürst aus Uhldingen-Mühlhofen, den Stuckateurmeister Stefan Seige aus Überlingen ausgebildet hatte. Den dritten Preis heimste Jonas Kraus ein, der seine Ausbildung zum Zimmerer bei der Meersburger Firma Holzbau Schmäh absolviert hatte. Baader und Fürst dürfen ein Jahr lang kostenlos Smart fahren. Kraus, der die nächste Zeit in Neuseeland leben und arbeiten möchte, bekam ein Reisestipendium über 1500 Euro.

Erstmals wurde der Preis außerhalb Friedrichshafens verliehen, der Ort dafür war bewusst gewählt, wie Kreishandwerksmeister Christof Binzler erläuterte. Wenn man sich im Vineum umschaue, „dann sehen wir Handwerkskunst vom Feinsten, auch von unseren Vorfahren.“ Denn das Gebäude ist über 400 Jahre alt. Den Förderpreis, erinnerte Binzler, habe man zu einer Zeit gegründet, als viele Schulabsolventen lieber auf Abitur und Studium setzten und die Zahl der Azubis sank. Der Preis solle für das Handwerk werben und junge Leute auszeichnen, die besonderes Talent mit besonderer Anstrengung verbänden. Derzeit gehe die Zahl der Azubis leicht nach oben, auch verzeichne man im Kreis gute Abschlüsse. Zu den drei Ausgezeichneten sagte Binzler: „Das ist euer Abend.“

Den Glückwünschen schloss sich Meersburgs Bürgermeister Martin Brütsch an, der die Bedeutung des Handwerks ebenfalls hervorhob. Die Stadt Meersburg unterstütze die heimischen Betriebe nach Kräften.

Peter Buck von der Fränkel-Stiftung, Preis-Pate von Lukas Baader, sagte über den Jung-Schreiner, er habe nicht nur eine Gesamtnote von 1,7 erhalten, sondern auch das uneingeschränkte Lob seines Ausbildungsbetriebs. Meister Peter Bucher sage über ihn: „Fleiß trifft Begabung.“ Dafür dürfe Baader nun ein Jahr lang gratis Smart fahren und sei damit „so etwas wie die Weinkönigin fürs Handwerk“, meinte Buck.

Marco Bundschuh von der Sparkasse Bodensee übergab den Preis an Markus Fürst. Dieser sei „ein Praktiker durch und durch“ und habe im praktischen Teil der Stuckateurprüfung eine 1,6 hingelegt. Sein Meister Stefan Seige sage über Fürst, dessen Vater ebenfalls einen Stuckateurbetrieb habe: „Er war für uns ein Glücksfall. Er wollte lernen.“ Er habe bereits etliche Fertigkeiten mitgebracht.

Kreishandwerksmeister Binzler zeichnete Jonas Kraus aus. Dieser hatte sich nach dem Abitur und einigen Studiensemestern in Karlsruhe für eine Zimmererausbildung bei Holzbau Schmäh entschieden und schloss diese mit der Gesamtnote 1,6 als „einer der Besten im Kreis ab“, sagte Binzler. Sein Chef Sebastian Schmäh ist voll des Lobes über den Jung-Gesellen.

Jonas Kraus sei auch 150 Stunden lang im Vineum beschäftigt gewesen, sagte Schmäh. Er stellte den Versammelten das Haus kurz vor, an dessen Sanierung seine Firma wesentlichen Anteil hatte, und rühmte die hervorragende Zusammenarbeit mit Architekt Korkut Demirag, der Handwerker wertschätze.

 

Nachwuchspreis

Den Nachwuchspreis des Handwerks an drei Jung-Gesellen verlieh die Kreishandwerkerschaft Bodenseekreis zum fünften Mal, zusammen mit der Fränkel-Stiftung aus Friedrichshafen und der Sparkasse Bodensee.

Der Preis ist eine Anerkennung für junge Handwerker, die ihre Ausbildung hervorragend absolvieren. Dabei sind nicht nur gute Schulnoten ausschlaggebend, sondern auch persönlicher Einsatz und soziales Engagement. Der Preis soll auch für eine Ausbildung im Handwerk werben. Die Idee dazu hatte Peter Buck, Vorstand der Fränkel-Stiftung. (flo)