Unzählige Debatten über Ferienwohnungen haben die Meersburger Gemeinderäte bereits geführt. Die Mehrheit ist sich einig, dass man eine weitere Zunahme nicht wolle. Aber es gibt auch Stimmen, die meinen, um den Tourismus am Laufen zu halten, brauche man auch Ferienwohnungen.

Zahl der Hotelbetten rückläufig

Zumal die Zahl der Hotelbetten in den vergangenen Jahren zurückging. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik stand das Thema gleich vierfach auf der Tagesordnung. Zwei Anträge auf Umnutzungen in Ferienwohnungen bewilligte das Gremium, zwei lehnte es ab.

Bei den genehmigten Gesuchen handelte es sich um bereits bestehende Ferienwohnungen. Bei den abgelehnten hätte es sich laut der Bauverwaltung jeweils um eine „neue Nutzung“ gehandelt, die den Bestand an Ferienwohnungen weiter vergrößern würde. So riet Bauamtschef Martin Bleicher insbesondere von der Umwandlung einer ehemaligen Gaststätte in der Kronenstraße, in vier Ferienwohnungen ab. In dem Objekt seien bereits fünf Ferienwohnungen gemeldet, informierte Bleicher.

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Gebietscharakter droht umzukippen

Kämen in dem Gebiet, in dem es bereits eine hohe Zahl an Ferienwohnungen gebe, weitere hinzu, so seien „städtebauliche Spannungen“ zu befürchten. Außerdem könnte laut Bleicher die Situation in der Umgebung in einer Weise in Bewegung gebracht werden, „dass es als rücksichtslos angesehen werden muss“.

Bleicher weiter: „Bei Zulassung einer weiteren Ferienwohnung könnten nämlich in dem derzeit noch durch Wohnnutzung geprägten Gebiet in Zukunft vergleichbare störende Anlagen nicht mehr verhindert werden, sodass gegebenenfalls der bisherige Gebietscharakter ‚umzukippen‘ droht.“

Der Rat lehnte den Antrag mit großer Mehrheit ab, ebenso die Umwandlung einer Zwei-Zimmer-Wohnung in der Straße Auf dem Hirtle in eine Ferienwohnung. Hingegen bewilligte das Gremium, bei jeweils fünf Enthaltungen, die nachträglichen Nutzungsänderungen je einer bereits seit Längerem bestehenden Ferienwohnung in der Sonnhalde sowie im Dornerweg.