Am 18. November 1843, heute vor 177 Jahren, schrieb Annette von Droste-Hülshoff aus Meersburg einen langen Brief an ihre Freundin Elise Rüdiger in Münster. Begeistert berichtete die Dichterin davon, dass sie ein kleines Gartenhaus mit Weinberg hoch über dem Bodensee ersteigert hat. Detailliert schilderte sie ihr Meersburger Fürstenhäusle, das sie als persönlichen Rückzugsort herrichtete. Das „hübsche, massiv gebaute und bewohnbare Gartenhaus“ erinnert noch heute an seine berühmte Besitzerin, teilt die Verwaltung Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg mit.

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Sehr günstiger Preis bei der Versteigerung

1843 hörte Annette von Droste-Hülshoff von einer Auktion, bei der das ehemalige Rebhäuschen des Konstanzer Fürstbischofs versteigert werden sollte. Die badischen Markgrafen, in deren Besitz sich das kleine Gebäude seit der Säkularisation 1803 befand, wollten es veräußern. Bei der Versteigerung zeigte sich niemand der Anwesenden interessiert: Es kam ihnen vorher zu Ohren, dass die Dichterin das Haus erwerben wolle. So blieb es bei einem sehr günstigen Preis, den Annette von Droste-Hülshoff nur dank ihrer schriftstellerischen Arbeit und einer Leibrente des Bruders bezahlen konnte. Die Schriftstellerin beschrieb das Fürstenhäusle und schilderte in ihren Briefen, wie sie das Haus einrichten, umgestalten und nutzen wollte. Die Freiin von Droste zu Hülshoff wohnte allerdings nie wirklich dort: Sie zog sich gerne dorthin zurück. Ihren festen Wohnsitz hatte sie weiterhin bei ihrer Schwester Jenny und ihrem Schwager Joseph Freiherr von Laßberg im Alten Schloss Meersburg.

Droste-Hülshoff fühlte sich in Meersburg wohl

Geboren wurde Annette Freiin von Droste-Hülshoff 1797 auf Burg Hülshoff bei Münster in Westfalen. Nachdem ihre ältere Schwester Jenny verheiratet und mit ihrem Ehemann an den Bodensee gezogen war, besuchte die Dichterin des Öfteren die Familie in Meersburg. In der Stadt fühlte sich von Droste-Hülshoff wohl: Sie hielt sich von 1841 bis zu ihrem Tod im Jahr 1848 häufig dort auf. Damals war sie bereits berühmt: Ihr bis heute bekanntestes Werk, die Novelle „Die Judenbuche“ erschien 1842.

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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erweiterten ihr jüngster Neffe Carl von Droste-Hülshoff und seine Frau Marie das Häuschen. Sie bauten es um. Etwa hundert Jahre nach ihrem Ableben erbte ihr Urgroßneffe Heinrich von Bothmer das Anwesen. Seine Frau Helen kümmerte sich um das Droste-Museum im Fürstenhäusle, das Marie 1923 einrichtete. Das Museum ist wegen Corona vorerst bis einschließlich Montag, 30. November geschlossen.