Pünktlich zum Start der Osterferien ist das Ravensburger Spieleland am Samstag in seine 20. Saison gestartet. Bis zuletzt wurde im Freizeitpark noch gebaggert, geschraubt und gestrichen. Besonders viel zu tun gab es für die Handwerker und Gärtner im neuen Themenbereich. Während der TÜV nur wenige Tage vor der Eröffnung mit dem Wellenreiter gerade eine neue Fahrattraktion abnimmt, werden andernorts Pflastersteine verlegt, Schilder angeschraubt und Holzschienen verbunden.

Auch die ersten Kinder sind schon im Park. Sie dürfen noch vor dem offiziellen Start die Neuheiten auf dem Gelände testen. Grundschüler und Kindergartenkinder aus Liebenau fahren mit Traktoren durch den Parcours oder toben sich im "Wilden Hühnerstall" aus. Neu sind etwa Spiel- und Kletterbereiche, andere Fahrgeschäfte sind neu gestaltet worden. "Aus dem Raketenblitz wurde beispielsweise die Metro mit einem neuen 30 Meter langen Tunnel", sagt Carlo Horn, Geschäftsführer des Ravensburger Spielelands. Zum runden Geburtstag habe man den gesamten Park überarbeitet und rund 5 Millionen Euro investiert. Während Fahrattraktionen, Spielplätze und Kletterbereiche auf dem Gelände ausgebaut wurden, sind die Tiere aus dem Park verschwunden. "Wenn Esel und Schweine auf so viele Menschen treffen, kann das zu Problemen führen", so Horn.

Etwa 400.000 Besucher besuchen das Ravensburger Spieleland jede Saison. Seit der Eröffnung im Jahr 1998 waren es laut Geschäftsführer Carlo Horn insgesamt sieben Millionen Gäste. Die Gesamtfläche des Spielelands wurde seit der Gründung von 10,8 Hektar auf inzwischen 30,5 Hektar erweitert.

Emi im neuen Wellenreiter

"Mir wird es nicht so schnell schlecht", sagt die neunjährige Emi. Die Drittklässlerin der Eduard-Mörike-Schule in Liebenau darf den Wellenreiter im neuen Themenbereich schon vor dem Start in die Saison testen und mag es gerne schnell. Bis zu 24 Gäste lernen nach Angaben des Spielelands bei einer etwa 90-sekündigen Fahrt die Welt des Hafens kennen. So gibt es etwa einen Leuchtturm, eine Hafenkulisse und einen kleinen See. Das Schiff selbst bewegt sich ähnlich wie eine Schiffschaukel von links nach rechts. Dazu dreht sich der Wellenreiter nochmals um seine eigene Achse. Pro Stunde können bis zu 320 Gäste das neue Fahrgeschäft nutzen. Kinder ab vier Jahren können in Begleitung eines Erwachsenen die Hafenfahrt erleben. Emi gefällt die Fahrt im Wellenreiter gut. "Meine Lieblingsattraktion ist aber nach wie vor das Wasserrafting."

Emi testet kurz vor der Spieleland-Eröffnung den neuen Wellenreiter.
Emi testet kurz vor der Spieleland-Eröffnung den neuen Wellenreiter. | Bild: Fabiane Wieland

Mit dem Traktor durch den Parcours

Der neue Fahrzeug-Parcours "Auf dem Bauernhof" ist über 500 Quadratmeter groß. "Traktoren kamen im Spieleland schon immer gut an", sagt Carlo Horn. Mit mehr als 100 Tretfahrzeugen und Anhängern gebe es jetzt ein noch größeres Angebot für verschiedene Altersklassen. Nach Angaben des Betreibers können hier Kinder von zwei bis etwa neun Jahren die Welt der Landwirtschaft und des Bauernhofs erkunden. Säen und ernten oder Holz und Heu aufladen, das klappt auch bei Emi. Die Waschanlage für Traktoren wird erst mit steigenden Außentemperaturen eingeschaltet. "Das macht Spaß", sagt Emi. Viel lieber wäre sie allerdings wie ihre Klassenkameraden schon beim Toben im "Wilden Hühnerstall". Auch ihre Freundin Hannah kommt mit dem Traktor flott voran. "Das klappt gut, ab eigentlich sind wir dafür schon fast ein bisschen zu groß", sagt die Viertklässlerin.

Mit dem Traktor geht es für die Neunjährige durch den Parcours.
Mit dem Traktor geht es für die Neunjährige durch den Parcours. | Bild: Fabiane Wieland

Austoben im "Wilden Hühnerstall"

Rutschen, toben, abtauchen: Im "Wilden Hühnerstall", einer sogenannten Softplay-Anlage mit über 30 Modulen, können sich kleine und große Gäste laut Spieleland so richtig austoben. Auf zwei Etagen sollen Wellenrutsche, Zickzack-Parcours, Bungee-Schlangen, Riesen-Sprungbälle und vieles mehr für Spielspaß bei allen Wetterlagen sorgen. Der "Wilde Hühnerstall" ist überdacht und rund 400 Quadratmeter groß. "140 Kinder können sich hier austoben", so der Spielelandgeschäftsführer. Kinder bis drei Jahre müssen von einem Erwachsenen begleitet werden, ab vier Jahren darf man alleine rutschen und spielen. Emi ist schon im Getümmel verschwunden, klettert über Hindernisse und schlägelt sich durch den Zickzack-Parcours. "Hier kann man sich mit seinen Freunden so richtig austoben", sagt die neunjährige Liebenauerin und ist schon wieder am nächsten Hindernis.

Austoben kann man sich im "Wilden Hühnerstall".
Austoben kann man sich im "Wilden Hühnerstall". | Bild: Fabiane Wieland

 

Preise, Zeiten und Gäste

Die Saison im Spieleland hat am 24. März begonnen und dauert bis 4. November. Der Park öffnet morgens um 10 Uhr. Der 20. Geburtstag wird am 5. April mit einer Maskottchen-Parade gefeiert.

Besucher: 58 Prozent der Gäste kommen aus Deutschland, 35 Prozent aus der Schweiz und vier Prozent aus Österreich. "Bei den Österreichern gibt es noch Luft nach oben", so Carlo Horn.

Neben neuen Attraktionen und dem Ausbau des Feriendorfs wurde das Gastronomie-Konzept verändert. Da gab es berechtigte Kritik, betont der Spieleland-Geschäftsführer. Neu ist auch: Während man früher vor allem mit Saisonkräften gearbeitet habe, werden Schlüsselpositionen nun mit festen Kräften besetzt. "Sonst starten wir zu Beginn jeder Saison mit der Suche nach geeigneten Mitarbeitern bei Null."

Preise: Eine Tageskarte kostet für Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren 34,50 Euro, für Kinder zwischen drei und 14 Jahren sowie Senioren ab 60 Jahren 32,50 Euro. Eine Saisonkarte gibt es für 94 Euro, eine Jahreskarte (gültig ein Jahr ab dem Kaufdatum) für 104 Euro.