Meckenbeuren (abe) Bewegte Zeiten mit Wolken am Himmel habe man bei Regionalflughäfen immer, sagte zur Einstimmung auf den Fluglärmbericht für das Jahr 2015 Geschäftsführer Claus-Dieter Wehr. Doch was in München ein Schluckauf wäre, sei hier in Friedrichshafen ein Tornado. "Die Passagierentwicklung ist relevant für die Lärmentwicklung", sagte er und erklärte im Rahmen der Gemeinderatssitzung in Meckenbeuren den Einbruch der Passagierzahlen mit der Insolvenz der Fluglinie Intersky im November 2015. Die Lärmentwicklung für 2016 sei daher rückläufig und tendiere zum Niveau von 2014. Erst Mitte Februar nahm die Nachfolgegesellschaft VLM den Flugverkehr auf, wird aufgrund zu kurzer Planungszeit im Sommer so gut wie keine touristischen Ziele anfliegen können, und auf die früher üblichen Mittagsfrequenzen über Memmingen wird sie zunächst verzichten.

Doch auch im Jahr 2015 habe die Lärmbelastung nachweislich 62 Dezibel von 6 bis 22 Uhr und 58 Dezibel von 22 Uhr bis 6 Uhr nicht überschritten. Dazu beigetragen habe, trotz starken Privatflugverkehrs bei schönem Wetter, der Rückgang der Charterflüge der Intersky. Gemessen wird die Lärmemission an drei Standorten. Die Anlagen in der Schwabstraße, beim Holiday Inn, Allmannsweiler und in Meckenbeuren liefern Daten zu Grundgeräuschen und Fluglärm. Die Auswertung wird monatlich und jährlich auf der Homepage des Flughafen Friedrichshafen veröffentlicht.

"Mich als Mediziner interessiert die Gesundheitsgefährdung durch Lärm", sagte Dr. Josef Sauter (CDU) und plädierte dafür, Nachtflüge zu vermeiden. "22 Uhr ist Torschluss, was Starts betrifft", versprach Wehr. "Das respektieren wir." Doch für Geschäftsflüge seien Landungen auch zu einem späteren Zeitpunkt unabdingbar. Belästigt fühlte sich Elisabeth Ott (BUS) vor allem durch die gefühlte Zunahme der Airshows im Rahmen der Aero, der Klassikwelt und der Do-Days. Doch Wehr widersprach und rechtfertigte mit der Bedeutung des Wirtschaftsstandorts. Der Bundeswehr, die eine halbe Messehalle belege, könne er auf dem öffentlichen Flugplatz Starten und Landen von Tornados und Eurofightern nicht verbieten. Verboten sind dagegen Überflüge.