Sie haben mit Ihrer Kandidatur für einige Überraschung in der Gemeinde gesorgt. Was sind Ihre Beweggründe?

Ich habe mir das gründlich überlegt. Es hat mich schon seit dem letzten Herbst beschäftigt. Zunächst war da noch der Respekt vor dem Amt zu groß. Kurz vor der Sommerpause bin ich aus der Bürgerschaft angesprochen worden, warum ich nicht kandidiere. Da hat es mich nicht mehr in Ruhe gelassen. Ich habe gemerkt, ich habe so eine Verbundenheit mit Meckenbeuren. Ich weiß um die aktuellen Themen, verstehe die Menschen, das Leben im ländlichen Raum. Ich habe gemerkt, es gibt Unzufriedenheit in Meckenbeuren. Es gibt Entwicklungen, die in eine ungute Richtung laufen oder es sind Dinge blockiert.

Welche Dinge zum Beispiel?

Die baulichen Entwicklungen hier sind von vielen infrage gestellt worden. Es gibt viel Druck von vielen Seiten, bezüglich Wohnbebauung und Gewerbeflächen. Da ist die Frage, wie sich Meckenbeuren entwickeln will und wo Grenzen gesetzt werden müssen. Man kann nicht alles nur zubauen. Genauso gibt es im sozialen Bereich noch Themen, wo man noch viel mehr Zusammenhalt entwickeln könnte. Wo ich oft merke, da weiß die eine Zielgruppe von der anderen nichts. Da wäre es wichtig, für Verständnis zu sorgen. Was ich auch gemerkt habe: Kommunalpolitik braucht Nachwuchs. Man muss junge Leute ansprechen und an Entwicklungsprozessen beteiligen. Da habe ich einen tollen Zugang zu den Menschen durch meine Arbeit im Jugendreferat.

Wahlberechtigt sind alle ab 16 Jahren. Erhoffen Sie sich durch Ihre Tätigkeit im Jugendreferat viele Stimmen in dieser Altersgruppe?"

Die jungen Erwachsenen haben sich mehrheitlich bei mir gemeldet, als es offiziell wurde, dass ich mich bewerbe. Da kamen sehr viele positive Rückmeldungen. Da merkt man, dass es für sie verlässlich war, wie ich für sie da war, wie wir Dinge auf die Beine gestellt haben. Da ist ein großes Vertrauen. Darum denke ich, dass aus der Altersstufe viele Stimmen kommen, die überhaupt erst wählen, weil durch mich Nähe zur Kommunalpolitik entsteht.

Sie waren auf Ihrer Wahlkampftour in den verschiedenen Ortsteilen. Was waren die wichtigsten Themen?

Zum einen die bauliche Situation, dann aber auch die Straßensituationen in so gut wie allen Ortsteilen, weil wir da sehr betroffen sind in Meckenbeuren. Wie wird Meckenbeuren nach außen etwa in Bezug auf Flughafen oder Messe vertreten? Einige Bürger vermissen, dass sich Bürgermeister und Gemeinderat intensiver mit den Nachbarkommunen auseinandersetzen und gemeinsam effektive Lösungen suchen für Nahverkehr, Hochwasserschutz und anderes. Viele Bürger vermissen es, bei großen Projekten und Planungen rechtzeitig einbezogen zu werden. Viele fühlen sich nicht ernst genommen. Das ist ein wichtiges Anliegen für mich, die Bürgerbeteiligung auf Augenhöhe. Dass man auf die Leute zugeht. Dass es nicht nur im Rathaus Gemeinderatsitzungen gibt, wo man als Bürger im Normalfall nicht mitreden kann. Dass man vor Ort geht und dass dann auch von jeder Fraktion jemand dabei ist. Auf die Bürgerschaft zugehen.

Warum sollen die Bürger Elisabeth Kugel wählen und nicht Andreas Schmid, der auch Erfolge vorzuweisen hat?

Ich denke, dass es mir einfach sehr gut gelingt, Menschen in ihrer gesamten Persönlichkeit wahrzunehmen. Ihr Fachwissen und menschliches Potenzial einfließen zu lassen in gesunde Entwicklungen vor Ort. Ihnen die Chance zu geben, dass sie ernst genommen werden und dass sie mitwirken können. Ich will mir diese Mühe machen und will auf diese kreative Kraft aus der Bürgerschaft nicht verzichten. Mir ist daran gelegen, dass eine breite Bevölkerung zufrieden sein kann und sich intensiv mit Kommunalpolitik auseinandersetzt. Da kann ich Schwerpunkte setzen. Das Gemeindeleben noch viel aktiver gestalten oder dafür Impulse geben. Das sind Dinge, wo man von meiner Person viel erwarten kann.

Was, meinen Sie, können Sie besser machen als Bürgermeister Schmid?

Mir geht es darum, bei Planungen einfach gründlicher und vorausschauender zu sein. Neubaugebiete und Straßenplanungen mit mehr Überblick zu machen. Wo es nicht einfach nur darum geht, schnell mal irgendwelche Bereiche zu füllen, sondern auch mitzudenken, was sind die Folgen davon.

Haben Sie einen Plan B, falls Sie nicht gewählt werden?

Dann schau ich weiter nach einer leitenden Stellung im sozialen Bereich. Das Bürgermeisteramt kann ich mir nur für Meckenbeuren vorstellen. Ich weiß, es geht sicher gut weiter. Ich habe es auf gar keinen Fall bereut, dass ich dieses Wagnis eingegangen bin. Ich bin einfach sehr gespannt auf den 22. Oktober.

Fragen: Kerstin Schwier

Zur Person

Elisabeth Kugel wurde 1971 in Tettnang geboren und wuchs in Oberdorf auf. Sie studierte soziale Arbeit in der Verwaltung und war nach Abschluss des Studiums als Diplom- Sozialpädagogin zunächst für die Bezirkssozialarbeit beim Kreisjugendamt zuständig. Von 2003 bis 2017 war sie in der kommunalen Jugend- und Schulsozialarbeit in Meckenbeuren tätig. Aktuell ist sie mit der Vorbereitung auf das Bürgermeisteramt befasst. Sie ist Kirchengemeinderätin in der evangelischen Kirchengemeinde Meckenbeuren und Mitglied im Kirchenbezirksausschuss Ravensburg. Ihre Hobbys sind Wandern, Sport, Musik, Kunst und Kultur.

Informationen im Internet:www.elisabeth-kugel.de