Die Schussengemeinde Meckenbeuren hat ihr traditionelles Bahnhofsfest mit Energie- und Mobilitätstag gefeiert. Schon morgens konnte Bürgermeister Andreas Schmid viele Gäste, Aussteller und Vertreter der politischen Parteien begrüßen und die verkehrspolitische Gesprächsrunde zu den Themenfeldern B 30, E-Mobilität, Elektrifizierung Südbahn, ÖPNV im ländlichen Raum und Bürgermobil eröffnen. Neben Bürgermeister Andreas Schmid standen die Bundestagskandidaten Lothar Riebsamen (CDU), Markus Böhlen (Die Grüne), Leon Hahn (SPD), Claudia Haydt (Die Linke), Christian Steffen-Stiehl (FDP), sowie die EU-Abgeordnete Maria Heubuch (Die Grünen), Landtagsabgeordnete August Schuler (CDU) und Claus Hoher (FDP) sowie Bodo-Geschäftsführer Jürgen Löffler auf dem Podium. Moderiert wurde die Gesprächsrunde von Bernhard Schultes vom Netzwerk Oberschwaben.

„Es gibt noch viele Fragestellungen zum Thema Elektromobilität hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Machbarkeit und Sicherheit, hierzu brauchen wir für die Zukunft klare Antworten und zukunftsgerichtete Angebote“, sagte Bürgermeister Schmid und blickte auf Meckenbeuren als Mobilitätsgemeinde mit allen Vor- und Nachteilen. Die Politik müsse die Rahmenbedingungen schaffen hinsichtlich der Infrastruktur und Finanzierung, waren sich die Teilnehmer einig. Mit Anschubprojekten sollten neue Technologien gefördert und insgesamt der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) weiter gestärkt werden. Das Thema Mobilität werde von vielen auch als Chance gesehen, die Elektromobilität könne einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Elektrifizierung der Südbahn wurde auf den Weg gebracht und hinsichtlich der Trasse B 30-neu wurde ein Konsens gefunden, außerdem stehe die B 30-neu in der Priorität der Region an der Spitze, erinnerte Bürgermeister Schmid.

„Mit 25 000 Fahrzeugen täglich ist die Belastung der Bevölkerung zu groß, deshalb müssen wir die B 30-neu als das Projekt der Region ansehen, planen, finanzieren und auch bauen“, betonte das Gemeindeoberhaupt. Die Mobilität im ländlichen Raum funktioniere anders als in Metropolen, deshalb seien andere Konzepte und eine andere Förderung notwendig, insbesondere in den Flächengemeinden.

Im Rahmen des Energie- und Mobilitätstages stand auch das Thema Bürgerbus im Fokus. Zum Startschuss des „Netzwerk Bürgerbus“ waren verschiedene Akteure eingeladen, welche sich für einen Bürgerbus in ihren Gemeinden stark machen. 16 Akteure aus sechs Kommunen haben Erfahrungen gemeinsam mit Tugba Altinok (bodo) ausgetauscht. Die Rückmeldungen zeigten, dass es Bedarf für einen Erfahrungsaustausch gibt. Bernadette Pahn, Ansprechpartnerin Bürgermobil im Rathaus Meckenbeuren, stellte fest: „Alle Kommunen haben verschiedene Rahmenbedingungen und benötigen ein eigenes Konzept.“ Deshalb sollen weitere Treffen stattfinden, um voneinander zu lernen und die Bürgermobile in der Region weiter zu entwickeln.

Mit dem Empfang der Geißbockfamilie wurde das Bahnhofsfest eröffnet und Bürgermeister sowie alle Festgäste stimmten gemeinsam das Lied „Auf d’ schwäbsche Eisebahne“ an. Traditionsgemäß schenkten die Gemeinderäte und Verwaltungsmitarbeiter wieder den beliebten Most der Mosterei Deutelmoser aus und zogen mit der Geißbockfamilie über das Festgelände. Auch Freunde der Partnergemeinde Kehlen/Luxemburg sowie aus Dornbirn waren gekommen, um mit vielen guten Bekannten und Freunden das Bahnhofsfest zu feiern. „Genießen Sie Musik, Essen, Trinken und Kultur“, empfahl der Bürgermeister den Gästen und wies auch auf die Ausstellung „Gehäuft“ des palästinensisch-christlichen Malers Bashir Qonqar im Kulturschuppen hin, die den ganzen Tag über gerne besucht wurde. Auch die sonstigen Angebote wie das Theater der Laienspielgruppe, Ponyreiten, Hüpfburg, Kinderschminken, Tombola, Geschicklichkeitsspiele oder kostenloses Probe fahren beim elektromobilen Testparcours wurden gerne angenommen. Um bei den heißen Temperaturen für Abkühlung zu sorgen, hatte sich die Feuerwehr etwas Besonderes einfallen lassen und sorgte mit großen Wasserfontänen auf dem Parkplatz beim Fachmarktzentrum für Erfrischung und Spaß.