Ausgerissen. An den Wurzeln hängt noch die frische Erde. Nun liegen die vor Kurzem frisch gepflanzten Blumen verstreut auf den Beeten. Hier hätten sie wachsen sollen. Hier hätten sie Blüten treiben sollen. Ein Anfang war auch schon gemacht. Doch dann wurden sie ausgerupft – völlig sinnlos. Vielleicht aus Langeweile, möglicherweise auch aus Zerstörungswut. „Mich jedenfalls hat es fürchterlich geärgert“, erklärt Monika Beder. Die Leiterin der Stadtgärtnerei zeigt sich fassungslos angesichts dieses neuerlichen Falls von Vandalismus in der Ochsenlücke. „Als das Café noch offen hatte – vor Corona – hat‘s das nicht gegeben“, erklärt Beder.

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Wo sich Leute aufhalten, wo jemand sein Umfeld im Auge behält, darauf achtet, dass nichts verkommt, da würden auch keine Pflanzen aus den Kübeln gerissen. Dort blieben die Blumen in ihren Rabatten, zeigt sie sich überzeugt. Anders sei das, wenn ein anonymer Bereich entstehe, sobald sich niemand mehr zuständig fühle für den öffentlichen Raum. Und wenn dann erst ein Anfang gemacht ist, etwas zerstört wurde, dann werde es immer nur noch schlimmer. Deshalb müssten die Mitarbeiter der Stadtgärtnerei ständig hinterher sein mit dem Aufräumen, Ausbessern, Wiederherrichten.

Das Fass ist sozusagen übergelaufen

Doch nun, in der Ochsenlücke, da war es einfach zu viel. Das Fass ist sozusagen übergelaufen. „Da kommt schon Frust auf“, erklärt Stadtgärtnerin Beder. Wieder und wieder würden die Pflanzen herausgerissen. „Wir haben die Blumen deshalb einfach liegen gelassen“, berichtet sie, „damit die Leute sehen, was hier passiert“.

Die Polizei habe versprochen, bei ihren Streifenfahrten in der Hauptstraße dann und wann anzuhalten und in der Ochsenlücke nach dem Rechten zu schauen. Ohne das Mitwirken der Anwohner sei das indes nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wenn die Anwohner die Blumenbeete des Innenhofs zwischen Post- und Hauptstraße nicht im Auge behalten – und wenn nötig, auch was sagen, sobald Personen mitten in den Beeten sitzen, ihre Flaschen und Pizza-Kartons um sich her verstreuen, dann liegen lassen oder Blumen ausreißen.

Aufräumarbeiten auch bei Tulpen-Kunstwerk nötig

Ähnlich Ärgerliches begegne einem beim Tulpen-Kunstwerk zwischen Proma-Gebäude und Volksbank. Auch dort müssten sie und ihre Mitarbeiter regelmäßig Aufräumarbeiten leisten, berichtet die Stadtgärtnerin.