Vom Überlinger Büro Planstatt Senner wurde dem Ortschaftsrat eine Analyse der Schwächen, aber auch der Stärken Ittendorfs vorgelegt. Darüber hinaus gaben die drei Stadtplaner auch Hinweise, wo Baulücken geschlossen und bestehende Gebäude neu oder anders genutzt werden könnten. Schließlich skizzierten die Planer die Bereiche, die nachverdichtet oder weiterentwickelt werden können.

Das könnte Sie auch interessieren

Gewerbe statt Wohnbau auf dem Algemarin-Areal?

Stadtplanerin Grettel Schaub deutete an, dass das Algemarin-Gelände wohl der Ort für eine gewerbliche Weiterentwicklung sei. Freilich unter der Maßgabe, dass das Ortsbild dadurch nicht gestört werde und keine Konflikte mit der Nachbarschaft entstehen. In diesem Zusammenhang verwies Ortsvorsteher Bernhard Grafmüller auf den derzeitigen Stillstand auf dem Areal. Die ursprünglich geplante Wohnbebauung liegt dort seit Monaten bereits auf Eis.

Das könnte Sie auch interessieren

Ein weiterer Schwerpunkt der Überlinger Planer lag auf dem „besonderen landschaftlichen Bild“ des Ortsteils. Sie wünschten, dass sich der „intakte Eindruck“ Ittendorfs auch in Zukunft erhalten lasse. „Sie haben zwar die Bundesstraße, die mitten durch den Ort führt“, erläuterte Johann Senner, „aber trotzdem richtet die Straße keinen allzu großen Schaden an.“

Beim Bürgerspaziergang vor einem Jahr hatten sich die Ittendorfer ein Bild von den Entwicklungsmöglichkeiten in ihrem Ort gemacht. Diese ...
Beim Bürgerspaziergang vor einem Jahr hatten sich die Ittendorfer ein Bild von den Entwicklungsmöglichkeiten in ihrem Ort gemacht. Diese Bürgermeinungen fließen nun in die weiteren Planungen für den Teilort ein. | Bild: Jörg Büsche

Planer Senner empfiehlt den Blick nach Vorarlberg

Dies sei auch eine Folge der gewachsenen Struktur des Ortskerns. Gewachsen in einer Zeit, so Senner, in der die Baumeister Häuser noch nach ihrem eigenen Schönheitsempfinden platzierten – und Proportionen einhielten. „Wir wollen kein rückwärtsgewandtes Bauen“, baute Senner Missverständnissen vor. Er wies nach Vorarlberg, wo Modernität und bauliche Schönheit sich durchaus nicht ausschlössen.

Das könnte Sie auch interessieren

Vor diesem Hintergrund schlug Senner vor, für alle weiteren städtebaulichen Planungen einen sogenannten Gestaltungsbeirat heranzuziehen. In dem sitzen Sachverständige, die die Kommunen und deren Gremien zur Seite stehen – mit Blick auf eine städtebauliche Qualität, die mit der Unterstützung eines solchen Beirats entschieden besser zu wahren sei.

Das könnte Sie auch interessieren

Appell für Gestaltungsbeirat in Markdorf

Senner empfahl, in Markdorf einen Gestaltungsbeirat zu gründen, der unabhängige Fachleute von außerhalb heranzieht. Möglich sei auch, sich an den mobilen Gestaltungsbeirat zu wenden, den die Architektenkammer Baden-Württemberg nach Anfrage in die Gemeinden entsendet.

Gegensätze: Die St. Martin-Kirche im Hintergrund, die B-33-Ortsdurchfahrt im Vordergrund.
Gegensätze: Die St. Martin-Kirche im Hintergrund, die B-33-Ortsdurchfahrt im Vordergrund. | Bild: Jörg Büsche

Schließlich besäßen die von dem Büro vorgelegten vorläufigen Entwürfe keinen Satzungscharakter. Rechtlich seien sie nicht bindend, erläuterte Senner. Er betonte aber, dass solche Festlegungen des Ortschaftsrates dennoch stark ins Gewicht fallen würden, weil sich Architekten generell schwer täten, dagegen zu handeln, insbesondere wenn zusätzlich noch die Stimme eines architektonischen Beirats vorliege. „Es ist wichtig, etwas zu Papier zu bringen“, erklärte Senner. Habe der Ortschaftsrat maßstäbliches Bauen, Satteldächer, eine bestimmte Gebäudehöhe und die Rücksicht aufs bestehende Ortsbild erst einmal fixiert, falle das für alle weiteren Planungen ins Gewicht.

Die Bundesstraße durchschneidet Ittendorf. Sie soll noch stärker durch Grünpflanzen zur Wohnbebauung hin abgeschirmt werden.
Die Bundesstraße durchschneidet Ittendorf. Sie soll noch stärker durch Grünpflanzen zur Wohnbebauung hin abgeschirmt werden. | Bild: Jörg Büsche

Dies wiederum bezweifelte UWG-Rat Jörg Bailer: Zu schlecht seien in der Vergangenheit die Erfahrungen gewesen. „Wir haben immer klar gesagt, was wir wollen, gebaut wurde am Ende doch anders.“ Ortsvorsteher Grafmüller merkte an, dass der Ortschaftsrat Baupläne ja auch ablehnen könne, allerdings nur dann, wenn Ziele und Richtlinien festgelegt seien und sich Anträge an diese nicht hielten. Andernfalls gelte das „weite Feld des Paragrafen 34“, nach dem sich die Bebauung an der Umfeldbebauung zu orientieren habe.