„Auf dem Gang ja, im Unterricht nicht“, antwortet Ellen Bendel auf die Frage, wie sie es denn ab heute hält mit dem Mund-Nasen-Schutz. Denn den zu tragen ist seit Montag auch an den Schulen nicht mehr verbindlich, so heißt es aus dem Stuttgarter Kultusministerium. Lehrern und Schülern bleibt es aber unbenommen, im Unterricht wie auch in den Pausen die Maske anzulegen.

In der Klasse trägt Lehrerin Ellen Bendel nun keine Maske mehr, auf den Fluren hingegen schon. Sie freut sich, ihre Schüler wieder ohne ...
In der Klasse trägt Lehrerin Ellen Bendel nun keine Maske mehr, auf den Fluren hingegen schon. Sie freut sich, ihre Schüler wieder ohne Maske sehen zu können. | Bild: Jörg Büsche

Lehrerin Bendel legt die Maske ab, sobald sie vor ihren Klassen steht. „Ich freue mich richtig, endlich wieder Schüler ohne den Mund-Nasen-Schutz zu sehen!“ Und dass die Schüler sie, ihre Lehrerin, gleichfalls endlich wieder ohne Maske sehen können, das freue sie ebenso sehr, erklärt Ellen Bendel.

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Claudia Sailer möchte lieber weiterhin vorsichtig mit dem Virus umgehen. Ihr sind die Inzidenzen zurzeit noch zu hoch.
Claudia Sailer möchte lieber weiterhin vorsichtig mit dem Virus umgehen. Ihr sind die Inzidenzen zurzeit noch zu hoch. | Bild: Jörg Büsche

Bloß nicht anstecken, schon gar nicht vor Ostern

Claudia Sailer, eine Kollegin Ellen Bendels, mag weiterhin auf Vorsicht setzen. „Ich habe keine Lust, mich zu infizieren“, sagt die Realschullehrerin. „Mir sind die Inzidenzwerte immer noch viel zu hoch“, erklärt sie weiter. Zur Vorsicht gehöre für sie auch, dass sie sich jeden Morgen selber teste.

Schulleiterin Marianne Licciardi-Haberbosch setzt lieber weiter auf den Mund-Nasenschutz. Vor den Ferien möchte sie selbst kein Risiko ...
Schulleiterin Marianne Licciardi-Haberbosch setzt lieber weiter auf den Mund-Nasenschutz. Vor den Ferien möchte sie selbst kein Risiko mehr eingehen. | Bild: Jörg Büsche

Schulleiterin Marianne Licciardi-Haberbosch denkt an die Gesundheit ihrer Schüler, ihrer Kollegen und ebenso an die eigene Gesundheit. „Jetzt, nur anderthalb Wochen vor den Ferien, möchte ich mich schon gar nicht anstecken.“ Die zurückliegenden Monate seien anstrengend genug gewesen. Osterferien in Isolation – das möchte sie dann doch lieber vermeiden, weshalb sie ihren Mund-Nasen-Schutz auch weiterhin trägt.

Melina und Julia wollen ihre Masken auch weiterhin tragen. Für sie wäre es ein ungewohntes Gefühl, sie nach zwei Jahren nun wieder ...
Melina und Julia wollen ihre Masken auch weiterhin tragen. Für sie wäre es ein ungewohntes Gefühl, sie nach zwei Jahren nun wieder abzunehmen. | Bild: Jörg Büsche

Genauso haben auch Melina und Julia vorhin argumentiert, bei der Begegnung auf dem Flur. „Ich finde, dass die Zahlen noch zu hoch sind“, antwortet Melina auf die Frage, warum sie einen Mund-Nasen-Schutz trägt, obwohl das nicht mehr Pflicht ist. Julia hat sich dem angeschlossen, sagt darüber hinaus aber noch: „Jetzt hatten wir zwei Jahre die Maske an, da muss man sich erst daran gewöhnen, sie nicht mehr tragen zu müssen.“

Ohne Maske: Kann ihre Schüler besser verstehen und wird selbst besser verstanden: Sprachlehrerin Kathrin Szerdahelyi.
Ohne Maske: Kann ihre Schüler besser verstehen und wird selbst besser verstanden: Sprachlehrerin Kathrin Szerdahelyi. | Bild: Jörg Büsche

Solche Gewöhnungsprobleme kennt Kathrin Szerdahelyi nicht. Im Gegenteil, die Sprachlehrerin freut sich: „Endlich kein Genuschel mehr, meine Schüler verstehen mich und ich verstehe die Schüler.“

Masken an den exponierten Plätzen in der Schule

Renate Albrecht und Brigitte Vogel, die beiden Sekretärinnen des BZM-Gymnasiums, sitzen hinter Plexiglasscheiben und auch sie behalten ihre Masken auf. „Hier im Sekretariat kommt es zu sehr vielen Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen“, sagt Brigitte Vogel. Von daher sei Vorsicht geboten.

Brigitte Vogel geht anbetrachts der vielen Kontakte im Sekretariat lieber auf Nummer sicher.
Brigitte Vogel geht anbetrachts der vielen Kontakte im Sekretariat lieber auf Nummer sicher. | Bild: Jörg Büsche

Zwei Türen weiter, im Lehrerzimmer des Gymnasiums, ist gerade große Pause. Dort stehen Lehrer neben dem Kaffeeautomaten und unterhalten sich. Kaum jemand hat eine Maske über Mund und Nase. Anders ist die Situation an den Tischen. An denen sitzen schon mehr Maskenträger. Ob diejenigen, die gerade ein Brot oder einen Apfel essen, sich anschließend wieder einen Mund-Nasen-Schutz aufsetzen, weiß man in diesem Moment natürlich nicht.

Christa Volz fühlt sich auch mit Maske im Kreise ihrer Kollegen wohl. Sie will sich lieber weiter schützen, weil der Inzidenzwert nach ...
Christa Volz fühlt sich auch mit Maske im Kreise ihrer Kollegen wohl. Sie will sich lieber weiter schützen, weil der Inzidenzwert nach wie vor hoch ist. | Bild: Jörg Büsche

Christa Volz wird die Maske hingegen ganz sicher aufbehalten. „Ich behalte sie weiterhin auf“, sagt sie, „mir sind die Inzidenzwerte einfach noch viel zu hoch.“

Direktorin Amann: Jugendliche sind vernünftig

Gymnasialdirektorin Diana Amann war an diesem Morgen in einer fünften Klasse. Sie berichtet von „glücklichen Kindern“. Von Schülern, die froh sind, dass sie nicht mehr der strengen Maskenpflicht unterliegen. „Wir wissen es endgültig seit vergangenem Freitag“, erklärt die Schulleiterin. Am Donnerstag habe es zunächst nur eine Ankündigung gegeben, dass die Maske nun freiwillig getragen werden darf. „Wir hoffen natürlich, dass es jetzt nicht zu größeren Ausfällen kommt.“

Freut sich darüber, dass ihre Schüler so vernünftig sind: Gymnasialdirektorin Diana Amann.
Freut sich darüber, dass ihre Schüler so vernünftig sind: Gymnasialdirektorin Diana Amann. | Bild: Jörg Büsche

Nächste Woche werde man mehr wissen. Am vergangenen Wochenende haben sich nur zwei Kollegen zur Isolation abgemeldet, berichtet Diana Amann. Sehr froh zeigt sich die Direktorin, „dass unsere Schüler so tolerant sind“. Wer seine Maske trägt, werde durchaus nicht schief angeschaut von den Mitschülern. Nun hofft die Schulleiterin, dass nicht etwa aus den Elternhäusern Unfrieden in die Klassenräume getragen werde. Insgesamt sei sie zuversichtlich. „Wir haben ziemlich vernünftige Schüler“, erklärt die Gymnasialdirektorin.

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Die Schüler sind häufig zwiegespalten

Vernünftige Schüler mit vernünftigen Argumenten begegnen einem freilich auch in der Realschule. Zum Beispiel der 13-jährige Elias. Er findet es gut, dass die Maskenpflicht gefallen ist. „Ohne Maske kann ich mich besser konzentrieren“, sagt er. Lena (12), Elias‘ Mitschülerin in der 7d, hat sich „irgendwie schon an die Maske gewöhnt in den letzten zwei Jahren“. Jana wiederum hat es von Anfang an gestört, dass sie ihre Lehrer weniger gut verstehen kann, wenn die einen Mund-Nasen-Schutz tragen, „gerade bei Klassenarbeiten oder bei Diktaten“, berichtet die 13-Jährige.

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Ganz geheuer ist dem zwölfjährigen Dominik die neue Situation noch nicht: „Ein bisschen Sorgen“ bereite sie ihm schon. Darum mag er die Maske einstweilen noch aufbehalten, „um mich zu schützen“ – sich und die anderen Mitschüler. Vor allem allerdings die, die ebenfalls eine Maske tragen, erklärt Sandro (13). Und dass solcher Schutz nach wie vor notwendig sein kann, zeigt der Umstand, das zwei Schüler aus der 7d momentan nicht zum Unterricht kommen können. Sie sind daheim in Isolation. Nachzutragen bleibt, worauf Realschulrektorin Licciardi-Haberbosch noch hingewiesen hat: „Die Schüler werden zweimal in der Woche getestet.“