Herr Nachbaur, welche Herausforderungen haben Sie im Corona-Jahr 2020 besonders beschäftigt?

Wir sind einigermaßen glimpflich durch das Corona-Jahr 2020 gekommen. Glücklicherweise gab es über die landesweiten Schließungen hinaus keine größeren Beeinträchtigungen in unseren Kindergärten und in der Grundschule. Eine Herausforderung war, dass wir jeweils kurzfristig auf die neuesten Corona-Verordnungen reagieren mussten. Dies gilt besonders für die Kindergärten, aber auch für die Brunnisachhalle, das Bürgerhaus und die öffentlichen Plätze.

Bild aus einer besseren Zeit: Normalerweise bietet der Neujahrsempfang in Kluftern Zeit für Austausch und persönliche Gespräche.
Bild aus einer besseren Zeit: Normalerweise bietet der Neujahrsempfang in Kluftern Zeit für Austausch und persönliche Gespräche. | Bild: Claudia Wörner

Problematisch war und ist natürlich, dass das gesellschaftliche Leben quasi stillsteht. Sämtliche Veranstaltungen, Konzerte, Sportevents und auch den Neujahrsempfang mussten wir absagen. Auch das 50-jährige Jubiläum der Narrenzunft wird um ein Jahr verschoben. Eigentlich hätten nächstes Wochenende die Jubiläumsveranstaltungen mit Umzug durch Kluftern stattfinden sollen.

Der Streit um die Markdorfer Südumfahrung kocht immer höher. Mit dem Plagiat des Info-Flyers der Initiative gegen die Südumfahrung ist eine neue Dimension erreicht. Wie sagen Sie dazu?

Der Klufterner Ortschaftsrat hat sich immer ausdrücklich und explizit gegen die Südumfahrung Markdorf ausgesprochen. Die Straße ist ein Torso ohne Anbindung in Richtung Ravensburg und Bermatingen. Die Straße wird auch nicht die gewünschte Entlastung für die Innenstadt von Markdorf bringen. Zudem sind die Kosten für die Südumfahrung mehr als deutlich gestiegen.

Wie schätzen Sie aktuell die Verkehrssituation in Kluftern ein? Welche Planungen gibt es für dieses Jahr?

Die Verkehrssituation in Kluftern beschäftigt Ortsverwaltung und Ortschaftsrat schon seit Jahren.
Die Verkehrssituation in Kluftern beschäftigt Ortsverwaltung und Ortschaftsrat schon seit Jahren. | Bild: Claudia Wörner

Nach der Teilfreigabe der B 31-neu ist die prognostizierte Zunahme der Verkehrszahlen in der Ortsdurchfahrt von Efrizweiler erfreulicherweise bisher nicht eingetreten. Wir arbeiten derzeit mit Nachdruck daran, dass zwei weitere Querungshilfen am Café Stock und am Ortseingang von Efrizweiler aus Richtung Spaltenstein gebaut werden. Für erstere läuft die Planung, sodass wir demnächst einen Zuschussantrag beim Regierungspräsidium Tübingen stellen können. Wir hoffen, dass die Arbeiten Ende des Jahres beginnen können.

Für die Querungshilfe auf Höhe des Cafés Stock in Kluftern laufen die Planungen.
Für die Querungshilfe auf Höhe des Cafés Stock in Kluftern laufen die Planungen. | Bild: Claudia Wörner

Auch die zweite Maßnahme, die im Zuge der Verkehrsmediation immer wieder gefordert wurde, ist dem Ortschaftsrat sehr wichtig. Zuständig ist hier das Landratsamt in Abstimmung mit dem Regierungspräsidium. Hier sind die Planungen leider noch nicht so weit fortgeschritten.

Wie ist es um den Öffentlichen Personennahverkehr und um Fahrradwege bestellt?

Beim Thema ÖPNV drängen wir auf Taktverbesserungen und auch auf eine Anbindung der Innenstadt von Markdorf durch den Stadtverkehr Friedrichshafen. Wegen beihilfe- und vergaberechtlichen Fragen wird dies voraussichtlich aber erst mit der Neuvergabe der zusätzlichen Verkehrsleistungen ab 2024 möglich sein.

Derzeit laufen Verhandlungen mit dem Regierungspräsidium Tübingen über zwei neue Bushaltestellen beim Materialwirtschaftszentrum und im Gewerbegebiet Negelsee in Markdorf. Ich freue mich sehr, dass der Bodenseekreis den jährlichen Zuschuss für Qualitäts- und Angebotsverbesserungen im ÖPNV aktuell um 2,9 Millionen Euro erhöht hat. Für bessere Fahrradwege haben wir Vorschläge gemacht. Ob sie im Rahmen des Doppelhaushaltes 2021/2022 umgesetzt werden können, wird das Haushaltsplanverfahren zeigen.

Thema neue Baugebiete: Wie steht es in Lachenäcker-Ost?

Das Neubaugebiet „Lachenäcker Erweiterung Ost“ in Kluftern wird rund 200 Menschen Wohnraum geben.
Das Neubaugebiet „Lachenäcker Erweiterung Ost“ in Kluftern wird rund 200 Menschen Wohnraum geben. | Bild: Claudia Wörner

Auch hier können erst nach Verabschiedung des Haushaltsplanes definitive Aussagen getroffen werden.

Das Jahr ist noch jung und Corona bestimmt immer noch unseren Alltag. Welche Projekte wollen Sie in 2021 trotzdem angehen?

Wir wollen auf dem Friedhof weiter in die Infrastruktur investieren und Wege sanieren. Auch die Stützmauer an der Markdorfer Straße wird uns weiter beschäftigen. Je nachdem wie sich die Corona-Pandemie weiterentwickelt, wollen wir auch die Waldhütte wieder eröffnen. Und dann hoffe ich, dass unsere Feuerwehr Mitte Oktober ihr 150-jähriges Jubiläum feiern kann und auch der Seniorennachmittag sein 30-jähriges Jubiläum nachholen wird.

Was sagen Sie, um den Bürgern und Vereinen Mut zu machen?

Unsere Stärke in Kluftern, Lipbach und Efrizweiler ist unser großer Zusammenhalt. Diese Pandemie werden wir gemeinsam meistern. Durch die kommenden flächendeckenden Impfungen werden wir Corona in den Griff bekommen und dann wird sich auch das gesellschaftliche Leben wieder normalisieren.