Am Freitag Mittag ist in Markdorf das Schnee-Chaos dem puren Winterzauber gewichen: Die Sonne strahlt auf tief verschneite weiße Häuser und Gassen, auf den Gehwegen türmt sich noch der Schnee, aber die Straßen in der Innenstadt sind inzwischen wieder frei geräumt.

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Erster Mammuteinsatz für das Bauhof-Team

Wenige Stunden zuvor sah das noch ganz anders aus: Aus einem grauen Himmel schneite es nach wie vor, es blies ein ungemütlicher Wind und nach draußen verirrten sich nur vereinzelte Fußgänger. An diesem Freitagmorgen gegen Neun hatte der städtische Bauhof bereits seinen ersten Mammuteinsatz dieses Winters hinter sich, wie Betriebsleiter Stefan Mutter gegenüber dem SÜDKURIER berichtet.

Da hatten sie schon wieder Spaß: Mustapha El Bakali (links) und Radoan Hassan vom Markdorfer Bauhof beim Schneeräumen am Sparkassen-Kreisel.
Da hatten sie schon wieder Spaß: Mustapha El Bakali (links) und Radoan Hassan vom Markdorfer Bauhof beim Schneeräumen am Sparkassen-Kreisel. | Bild: Helga Stützenberger

Um 4 Uhr früh rückt die erste Räummannschaft aus

„Seit heute Nacht um 4 Uhr sind wir ohne Pause im Einsatz“, sagt Mutter. Am Telefon ist ihm die Anstrengung und vielleicht auch ein klein wenig die Erschöpfung durchaus anzuhören. Bis um 21 Uhr seien seine Teams mit ihren Fahrzeugen am Donnerstagabend noch im Stadtgebiet unterwegs gewesen, um Schneemassen abzuräumen. Dann ging es in die kurze Nachtpause. Die war für Mutter nach wenigen Stunden wieder beendet, denn um 3.30 Uhr stand er wieder in seiner Halle im Bauhof am Ende der Hauptstraße.

Bauhofleiter Stefan Mutter: „Um 4 Uhr sind wir Freitagfrüh mit der ersten Schicht ausgerückt und waren von da an im Dauereinsatz.“
Bauhofleiter Stefan Mutter: „Um 4 Uhr sind wir Freitagfrüh mit der ersten Schicht ausgerückt und waren von da an im Dauereinsatz.“ | Bild: Ganter, Toni

Um 4 Uhr Freitagfrüh seien sie dann ausgerückt, berichtet Mutter. Mit einem Unimog, drei Gehwegräumfahrzeugen, einem Traktor und einer Fußtruppe. „Zuerst haben wir die steilen Strecken freigemacht und die für den Verkehr wichtigen Straßen“, erläutert der Bauhofchef die Abläufe. Denn die Straßen der Gehrenbergstadt sind in verschiedene Dringlichkeitsstufen eingeteilt, von Stufe 1 bis Stufe 3.

Zuerst sind die dringlichen Straßen an der Reihe

Zuerst sind die dringlichen Straßen der Stufe 1 an der Reihe. Wenn die durch sind, geht es an die nachgeordneten Straßen im Stadtgebiet. Das ist auch der Grund, weshalb der Räumdienst nicht in kürzester Zeit überall vor Ort ist, selbst wenn die Mitarbeiter bereits am frühen Morgen ausrücken.

Wochenmarkt mit Schneetreiben: Am gesamten Donnerstag schneite es ohne Unterlass, bis in die Nacht hinein. Der Winterdienst des Bauhofs war am Donnerstag bis 21 Uhr im Einsatz, dann wieder Freitagfrüh ab 4 Uhr.
Wochenmarkt mit Schneetreiben: Am gesamten Donnerstag schneite es ohne Unterlass, bis in die Nacht hinein. Der Winterdienst des Bauhofs war am Donnerstag bis 21 Uhr im Einsatz, dann wieder Freitagfrüh ab 4 Uhr. | Bild: Jörg Büsche

Dafür wirbt Mutter um Verständnis. „Die kleineren Siedlungsstraßen zum Beispiel in Markdorf-Süd oder im Bereich rund um die Bussenstraße geraten da natürlich ein bisschen ins Hintertreffen“, sagt er. Anders sei der gewaltige Räumaufwand aber auch nicht zu leisten. Zwischendrin müssten außerdem auch die Buchten der Bushaltestellen freigeräumt werden – sonst ginge auch im ÖPNV nichts mehr. „Von 7 Uhr an waren wir mit allen Teams im Dauereinsatz“, berichtet Mutter: „Zwischen 7 Uhr und 7.30 Uhr hatten wir nahezu alle Straßen dann abgefahren.“

Schnee-Chaos in Markdorf: Ein einsamer Fußgänger geht im Schneetreiben die Obertorstraße Richtung Marktplatz hinab, im Hintergrund die St. Nikolaus-Kirche.
Schnee-Chaos in Markdorf: Ein einsamer Fußgänger geht im Schneetreiben die Obertorstraße Richtung Marktplatz hinab, im Hintergrund die St. Nikolaus-Kirche. | Bild: Jörg Büsche

Dass es Freitagfrüh heftig werden würde, sei am Donnerstagabend schon absehbar gewesen, sagt der Bauhofleiter. Bereits zu Schichtende um 21 Uhr sei deswegen vereinbart worden, gleich um 4 Uhr wieder loszulegen. Ab 7 Uhr waren dann alle Schichten ausgerückt – und bis in die Mittagszeit im Einsatz. „Gegen 13 Uhr werden wir noch kaum fertig sein“, schätzte Mutter am Vormittag die Lage ein.

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Noch hat der Bauhof genügend Streusalz

Streusalz hat der Bauhof noch genügend, gibt er Entwarnung. „Das reicht noch für eine Weile.“ Vorausgesetzt, es geht so die nächsten Tage nicht weiter. „Wir hoffen natürlich alle, dass sich das Wetter die nächsten Tage wieder beruhigt“, sagt Mutter. Dann können nicht zuletzt er und seine Mitarbeiter wieder ein wenig durchschnaufen – und neue Kraft holen für den nächsten harten Einsatz, der in diesem Winter sicherlich nochmal kommen wird.