Möglichst viele Fotovoltaik-Anlagen auf Markdorfer Dächern betreiben und dadurch den Co2-Ausstoß verringern – dieses Kernziel haben sich die Akteure des Markdorfer Sonnenkraft-Netzwerks (MSN) gesetzt. Das MSN ist im Februar offiziell aus der Taufe gehoben worden.

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Dann hat die Corona-Pandemie eine Zwangspause verursacht, weshalb die Aktivitäten erst kürzlich wieder gesteigert worden sind. Die zwei ersten öffentlichen Veranstaltungen seit Gründung sind nun zwei Informationsabende im Freien namens Sonnenkraft-Tour gewesen. Eigentümer berichteten vor Ort über ihre Anlagen.

Kurt Rogalla, Mitglied Markdorfer Sonnenkraft-Netzwerk. „Fotovoltaik macht Spaß und funktioniert. Die Sonne schickt keine Rechnung!“
Kurt Rogalla, Mitglied Markdorfer Sonnenkraft-Netzwerk. „Fotovoltaik macht Spaß und funktioniert. Die Sonne schickt keine Rechnung!“ | Bild: Ganter, Toni

MSN-Mitglied Kurt Rogalla hat anlässlich der ersten Tour ein gutes Dutzend Interessenten willkommen geheißen und für Fotovoltaik-Anlagen geworben: „Fotovoltaik macht Spaß und funktioniert. Die Sonne schickt keine Rechnung!“ In Markdorf-Süd sind an vier Tour-Stationen unterschiedliche Lösungen von den jeweiligen Hausherren vorgestellt worden.

Philipp Wagner-Stör berichtet über Erfahrungen mit seiner Fotovoltaik-Anlage, die 2012 in Betrieb genommen worden ist. Damals gab es eine Einspeisevergütung von rund 24 Cent je Kilowattstunde – auf 20 Jahre.
Philipp Wagner-Stör berichtet über Erfahrungen mit seiner Fotovoltaik-Anlage, die 2012 in Betrieb genommen worden ist. Damals gab es eine Einspeisevergütung von rund 24 Cent je Kilowattstunde – auf 20 Jahre. | Bild: Ganter, Toni

Beispielsweise berichtete Philipp Walter-Stör, dass seine Anlage mit 25 Modulen und zwei Wechselrichtern zu Kosten von knapp 17 000 Euro seit 2012 in Betrieb ist. Er finanzierte diese Anschaffung per Kredit und schloss damals einen Vertrag über eine garantierte Einspeisevergütung auf 20 Jahre von rund 24 Cent je Kilowattstunde. Bislang seien keinerlei Wartungsarbeiten oder Reparaturen erforderlich gewesen.

Für den Fall der Fälle Fotovoltaik-Anlagen versichern

Auch habe es keine Hagelschäden gegeben. Dennoch riet Walter-Stör dazu, Fotovoltaik-Anlagen zu versichern. „Im Jahresmittel erzeugt die Anlage rund 6700 Kilowattstunden, obwohl nicht optimal ausgerichtet“, sagte er. Der Eigenverbrauchsanteil sei bei rund 40 Prozent. Inzwischen liege das Hauptaugenmerk bei privaten Fotovoltaik-Anlagen nicht mehr auf das Einspeisen überschüssigen Stroms ins Netz, sondern darin, den Eigenbedarf zu erzeugen und abzudecken. Dies auch, weil die Einspeisevergütungen je Kilowattstunde immer geringer werden.

Der Neubau links im Hintergrund hat 25 Fotovoltaikmodule auf dem Dach und verfügt über Akkuspeicher. Damit soll der gesamte Strombedarf im Haushalt sowie für die strombetriebene Infrarotheizung im Gebäude erzeugt und abgedeckt werden, wie Moderator Kurt Rogalla (ganz rechts) erklärt hat.
Der Neubau links im Hintergrund hat 25 Fotovoltaikmodule auf dem Dach und verfügt über Akkuspeicher. Damit soll der gesamte Strombedarf im Haushalt sowie für die strombetriebene Infrarotheizung im Gebäude erzeugt und abgedeckt werden, wie Moderator Kurt Rogalla (ganz rechts) erklärt hat. | Bild: Ganter, Toni

Moderator Kurt Rogalla berichtete bei einem Neubau von einer Anlage mit einem ganz anderen Lösungsansatz: Mittels Solarmodulen und Akkuspeicher soll der gesamte Strombedarf für den Haushalt sowie für die strombetriebenen Infrarotheizungen im Haus erzeugt und abgedeckt werden.

Christoph Andriessens (Vierter von links) berichtet, dass er das Haus, Baujahr 1990, von Öl- auf Erdgasheizung umgestellt hat. Um möglichst wenig Erdgas zu verbrauchen, dient eine nachgerüstete Fotovoltaikanlage mit Akkuspeicher sowie Elektroheizstab der Stromversorgung und für Warmwasser.
Christoph Andriessens (Vierter von links) berichtet, dass er das Haus, Baujahr 1990, von Öl- auf Erdgasheizung umgestellt hat. Um möglichst wenig Erdgas zu verbrauchen, dient eine nachgerüstete Fotovoltaikanlage mit Akkuspeicher sowie Elektroheizstab der Stromversorgung und für Warmwasser. | Bild: Ganter, Toni

Christoph Andriessens hatte sich entschlossen, das Haus, Baujahr 1990, von Öl- auf Erdgasheizung mit kleinem Wasserspeicher umzustellen, als die alten Öltanks unbrauchbar wurden.

Durch Um- und Nachrüsten hohen Autarkiegrad erreicht

Um möglichst wenig Erdgas zu verbrauchen, wurde mit 17 Solarmodulen, Akkuspeicher und Elektroheizstab für Warmwasser nachgerüstet. Der Akkuspeicher gleiche Schwankungen im häuslichen Stromnetz aus, die installierte „Power-to-Heat“-Lösung trage zu einem hohen Autarkiegrad von 83 Prozent im vergangenen Jahr und inzwischen von fast 90 Prozent bei. Rund 15 000 Euro netto hat Andriessens in diese Lösung investiert. „Ich würde es wieder machen.“

Komplettanlage aus einer Hand

Martin Rück setzte bei seinem Haus, Baujahr 1985, auf eine „all in one“-Lösung. Die 2019 für rund 22 000 Euro installierte Technik sei aufeinander abgestimmt und aus einer Hand: Die Anlage liefere rund 9300 Kilowattstunden pro Jahr, der Eigenbedarf sei bei etwa 2500 Kilowattstunden.

Akkuspeicher mit Notstromfunktion

Durch den Akkuspeicher, 6,5 Kilowattstunden, mit Notstromfunktion könne man rund einen Tag über die Runden kommen. Für überschüssigen Strom, den Rück einspeist, erhält er nach eigenem Bekunden 11,3 Cent je Kilowattstunde. Die leistungsfähige Anlage ist laut Rück erweiterbar: Beispielsweise könne er problemlos noch eine Station zum Laden eines Elektroautos nachrüsten.

Partner auf Netzwerk-Homepage abrufbar

Karl King, Koordinator des Markdorfer Sonnenkraft-Netzwerks, hat angekündigt, dass es weitere Informationsveranstaltungen geben wird – auch in den Schulsommerferien. King verwies auf die MSN-Homepage. Dort sind Mitglieder und Partner aufgelistet, sodass Interessenten Kontakte knüpfen und sich über individuelle Lösungsmöglichkeiten informieren können.

Das MSN im Internet:
http://www.msn-pv.de/