Während die Corona-Pandemie bei den meisten Vereinen für Stillstand gesorgt hat, waren Annemarie Hendricks und Dorothea Heaton vom Markdorfer Tierschutzverein in den vergangenen Wochen weiter im Einsatz.

„Wir haben als Verein die Auswirkungen erstmal nicht gespürt, sondern weiter Katzen vermittelt“, berichtet die Vorsitzende Annemarie Hendricks. Und Heaton fügt hinzu: „Wir hatten fast mehr Anfragen gehabt.“

Das Team hat immer viel zu tun – auch in Corona-Zeiten

Leichte Unsicherheiten gab es nur bei der Frage, ob das Team zu den Familien nach Hause kommen darf, um die Tiere abzuholen oder zu bringen. „Aber da waren alle mit einverstanden, dass wir vor Ort waren“, so Hendricks. Auf der Homepage des Verein wurden die Vermittlungstiere vorgestellt, die momentan in den Pflegestellen untergebracht sind und auf ein neues Zuhause warten.

Einer von drei kleinen Tigern, die krank und verschnupft aus einem Kuhstall gerettet wurden.
Einer von drei kleinen Tigern, die krank und verschnupft aus einem Kuhstall gerettet wurden. | Bild: Hendricks Annemarie

Um die Kosten für die Tierversorgung zu decken, ist der Verein auf finanzielle Unterstützung und Spenden angewiesen. Ein wichtiger Termin dafür war immer der Bücherflohmarkt, der Ende Oktober in der Stadthalle stattfinden soll. Ob dies der Fall sein wird, ist noch völlig unklar. „Es wäre natürlich sehr schade, wenn die Veranstaltung ausfällt“, sagt Dorothea Heaton.

Unklar, ob er Bücherflohmarkt im Oktober stattfinden kann

Hier habe man die Möglichkeit, die Arbeit des Vereins der Öffentlichkeit zu präsentieren und eine wichtige Einnahmequelle gehabt. Inwieweit mit einem ausgearbeiteten Hygienekonzept eine Durchführung möglich wäre, steht noch nicht fest. „Unser Bücherlager platzt aus allen Nähten“, berichtet Annemarie Hendricks.

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Platzprobleme gibt es auch mit den Pflegestellen. Hier ist der Verein auf der Suche nach Orten, wo die Tiere bis zur Vermittlung untergebracht und versorgt werden können. „Das sollte natürlich in der Nähe von Markdorf sein, damit es für uns gut erreichbar ist“, sagt Hendricks.

Wer eine Pflegestellen anbietet, muss einige Kriterien erfüllen

Eine Katzenmama ist völlig entkräftet mit ihren 5 Kindern bei Tierfreunden zugelaufen. Sie war abgemagert und konnte ihre Kinder kaum noch ernähren. Die ganze Familie kam in ein Katzengehege in Urbanstobel.
Eine Katzenmama ist völlig entkräftet mit ihren 5 Kindern bei Tierfreunden zugelaufen. Sie war abgemagert und konnte ihre Kinder kaum noch ernähren. Die ganze Familie kam in ein Katzengehege in Urbanstobel. | Bild: Hendricks, Annemarie

Um eine Pflegestelle anzubieten, sollte man ein großes Herz für Tiere haben sowie Platz und Zeit haben. Insgesamt gibt es vier bis fünf Stellen, an denen derzeit rund 30 Katzen untergebracht sind. Eine größere Pflegestelle hat der Verein in Urbanstobel im Deggenhausertal. In dem Katzengehege fühlen sich die Vierbeiner wohl.

Eine Katzenmama war völlig entkräftet mit ihren fünf Kindern bei Tierfreunden zugelaufen. Sie war abgemagert und konnte ihre Kinder kaum noch ernähren. Die ganze Familie kam nach Urbanstobel. Dort wurden sie erstmal aufgepäppelt und bekamen ordentlich zu essen. Die Kätzin hat zunächst dann mehrere Tage fast nur geschlafen. Inzwischen ist sie kastriert und gechipt und wartet auf ein neues Zuhause. Auch drei ihrer Kinder sind noch zu haben.

Fühlen sich in der Vermittlungsstelle des Tierschutzvereins wohl.
Fühlen sich in der Vermittlungsstelle des Tierschutzvereins wohl. | Bild: Hendricks Annemarie

Hendricks und Heaton setzen sich für Kastrationspflicht ein

„Uns ist es einfach weiterhin wichtig zu betonen, bitte lasst die Katzen kastrieren“, lautet der Appell von Hendricks. Dies gelte besonders für landwirtschaftliche Betriebe. Eine Katze bekommt zweimal im Jahr Junge, ein Wurf besteht aus bis zu sechs Katzenkindern. Diese müssen sich dann größtenteils alleine versorgen und streunern herum.

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„Da kommt dann schnell was zusammen“, sagt die Vorsitzende. Sie, Dorothea Heaton und ihr Team versuchen nach Kräften das Tieresleid zu mindern. Es belastet, wenn man sehe, welches Elend auf manchen Höfen herrsche, so die beiden Frauen, sie sich für eine Kastrationspflicht stark machen.

Freut sich auf ein neues Zuhause.
Freut sich auf ein neues Zuhause. | Bild: Hendricks, Annemarie

30 Katzen wurden bislang 2020 kastriert

2020 hätten sie bislang rund 30 Katzen kastrieren lassen und rund 35 Tiere vermittelt. „Wir können im Kleinen was bewirken, aber die Gesamtsituation bleibt angespannt“, so der Eindruck von Dorothea Heaton. Von einer sogenannten Katzenschwemme sei man in diesem Jahr verschont geblieben.

Wer eine Katze als neues Haustier sucht, darf sich gerne an der Verein wenden oder sich auf der Homepage umschauen. „Wichtig ist, dass das keine Entscheidung für ein paar Wochen sind, sondern für einen langen Zeitraum“, so Hendricks.