Die einen haben gemeinsam mit der Häfler Agentur I‘m Entertainment das DJ-Open-Air-Festival Anfang Juli in Markdorf organisiert, der andere wird für den nun anstehenden Markdorfer Kultursommer am letzten Juliwochenende Bühne, Licht und Ton koordinieren: Markus Enderle ist geschäftsführender Gesellschafter der Klufterner Veranstaltungsagentur See-Events und Alexander Hog ist Tontechniker aus Oberteuringen mit eigener Firma. Und beide sagen: Seit der Aufhebung der strengen Beschränkungen für Veranstaltungen, die während der Hochphase der Corona-Pandemie gegolten hatten, ziehen die Geschäfte wieder an.

Der Veranstalter: Mehr Aufträge, aber Auflagen vereiteln oft einen Gewinn

Grundsätzlich sei er froh, dass inzwischen überhaupt wieder öffentliche Musikveranstaltungen stattfinden könnten, sagt Enderle. Aber er verhehlt auch nicht, dass es so, wie es derzeit noch erlaubt ist, nach wie vor ein Zuschussgeschäft sei. Mit einem Gewinn komme man als Veranstalter kaum heraus, denn: „Die Organisation einer Veranstaltung unter Berücksichtigung aller Auflagen ist extrem aufwändig.“ Das Hygienekonzept, die nötigen Absperrungen, für die die Einbindung von Bauhöfen nötig sei, die zusätzlichen WC-Wagen, das zusätzliche Personal: All das koste Geld, das vom Umsatz wieder weggehe.

Markus Enderle ist einer der beiden geschäftsführenden Gesellschafter der Klufterner Veranstaltungsagentur See-Events. Er hatte seinerzeit auch die Idee, die Markdorfer Kirche rot anzustrahlen. Mit der konzertierten Aktion in mehreren Städten machte die Veranstaltungsbranche im Juni 2020 auf ihre Notlage aufmerksam.
Markus Enderle ist einer der beiden geschäftsführenden Gesellschafter der Klufterner Veranstaltungsagentur See-Events. Er hatte seinerzeit auch die Idee, die Markdorfer Kirche rot anzustrahlen. Mit der konzertierten Aktion in mehreren Städten machte die Veranstaltungsbranche im Juni 2020 auf ihre Notlage aufmerksam. | Bild: Jörg Büsche

Momentan seien die Veranstaltungen daher in der Regel noch ein Nullsummenspiel: Wenn man eben herauskomme, sei es schon gut. Für ihn, sagt Enderle, sei es daher eher noch „die Zeit für PR und Marketing“: Mit gelungenen Veranstaltungen auf sich aufmerksam zu machen, um sich wieder eine breitere Kundenbasis für die Zukunft zu schaffen.

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Was für den Klufterner Eventveranstalter momentan die größte Hürde darstellt: Dass ab einer Besucherzahl von 300 Personen wieder die Maskenpflicht greift. Dies zu kontrollieren sei einerseits sehr „anstrengend“, andererseits bilde es eine Grenze, über die man dann eben nicht hinausplane. „Wir hoffen sehr, dass auf Sicht noch mehr Lockerungen eingeführt werden können, mit den drei „G“ geimpft, getestet, genesen, damit wir auch wieder richtige größere Veranstaltungen organisieren können“, sagt Enderle.

Der Techniker: Als Alleinunternehmer steht man besser da

Mit diesen Einschränkungen und deren unangenehmen Folgen auf die Geschäfte hat Alexander Hog nicht zu kämpfen – jedenfalls nicht in diesem Ausmaß. Hog ist im Gegensatz zu Enderle und seinen Kollegen bei See-Events eine Art „One Man“-Show: Er hat das Tonstudio „Der gute Ton“ in Oberteuringen, bietet seine Dienste als Techniker aber auch für externe Veranstaltungen an – sei es das SÜDKURIER-Podium zur Bürgermeisterwahl Ende Juni oder nun den viertägigen Kultursommer in Markdorf, der von Donnerstag bis Sonntag auf dem Marktplatz stattfinden wird.

Auch für das SÜDKURIER-Podium zur Bürgermeisterwahl im neuen Café im Markdorfer Bahnhof hatte Alexander Hog (im Vordergrund) die Tontechnik bereitgestellt und abgestimmt.
Auch für das SÜDKURIER-Podium zur Bürgermeisterwahl im neuen Café im Markdorfer Bahnhof hatte Alexander Hog (im Vordergrund) die Tontechnik bereitgestellt und abgestimmt. | Bild: Sonja Ruess

Beim Kultursommer sorgt er im Auftrag der Stadt für die gesamte Technik von Bühne, Licht und Ton. Solche Aufträge, aber auch kleinere Engagements wie Hochzeitsfeiern kämen nun seit einigen Wochen wieder deutlich vermehrt bei ihm an. „Was die Veranstaltungen in dem Bereich anbelangt, in dem ich tätig bin, ist es inzwischen deutlich besser geworden“, sagt Hog.

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Engagiert wird der Oberteuringer Tontechniker auch von See-Events und Markus Enderle: So übernimmt er für die Klufterner Agentur die Tontechnik bei den derzeit stattfindenden Langenargener Festspielen. 22 Termine über knapp zwei Monate hinweg, mit mehreren Veranstaltungsabenden oder -tagen pro Woche: „Da ist man dann durchaus wieder ausgelastet“, sagt der 51-jährige Oberteuringer. Bei kleineren Veranstaltungen bis mehreren hundert Besuchern sei die Auftragslage wieder gut, darüber hingegen noch nicht.

Alexander Hog vor seiner Flippersammlung. Hog ist selbstständiger Tontechniker in Oberteuringen. Seit der Aufhebung der strikten Corona-Beschränkungen zögen die Aufträge für seine Firma „Der gute Ton“ wieder an, sagt er.
Alexander Hog vor seiner Flippersammlung. Hog ist selbstständiger Tontechniker in Oberteuringen. Seit der Aufhebung der strikten Corona-Beschränkungen zögen die Aufträge für seine Firma „Der gute Ton“ wieder an, sagt er. | Bild: Claudia Wörner

Doch mit Blick auf die nun kommenden Monate, wenn sich der Sommer wieder verabschiedet, wagt auch Hog noch keine verlässliche Prognose. Die Zukunft für die Veranstalter werde ungewiss bleiben. „Wir müssen nun schauen, wie es im Herbst weitergehen wird und ob tatsächlich eine vierte Corona-Welle kommt“, gibt er zu bedenken. Viel werde nun darauf ankommen, ob die ins Stocken geratene Impfkampagne wieder an Fahrt aufnehme. Grundsätzlich blicke er aber optimistischer in die Zukunft, als er dies noch vor Wochen getan habe. „Ich hoffe und denke aber auch nicht, dass es noch einmal zu einem solch harten Lockdown wie im Winter und Frühjahr kommen wird“, gibt sich Hog zumindest gedämpft zuversichtlich.