Während des Festaktes zeigt ein rund fünfminütiges Video, wofür die Friedrichshafener Josef-Wagner-Stiftung sowie deren Pendant in Altstätten/Schweiz stehen: Da ist zum Beispiel Hildegard Sasse vom Salemer Verein Mitbürgerhilfe. Sie legt dar, wie unkompliziert die Josef-Wagner-Stiftung Finanzmittel bereitstellt, sodass Menschen in Not gezielt geholfen werden kann. Da ist eine alleinerziehende Mutter, die in gebrochenem Deutsch erzählt, wie ihr durch die Stiftung bei der Kaution für die Miete geholfen wurde. Sie sei glücklich, dass das geklappt hat. Und da ist ein junger Mann, der eines Sonntags per E-Mail erfährt, dass er durch die Stiftung per Stipendium im Studium gefördert wird. Und wie wichtig es ist, dass auf diese Weise jungen Menschen das Studieren überhaupt erst ermöglicht wird. Diese und weitere Szenen von den Stiftungsaktivitäten verdeutlichen: Es geht um Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind.

Hubert Riek, Vorstandsvorsitzender der Josef-Wagner-Stiftung Friedrichshafen sowie kaufmännischer Geschäftsführer und Vizepräsident der ...
Hubert Riek, Vorstandsvorsitzender der Josef-Wagner-Stiftung Friedrichshafen sowie kaufmännischer Geschäftsführer und Vizepräsident der Josef-Wagner-Stiftung Altstätten/Schweiz, heißt gut 60 Gäste zum Festakt willkommen und moderiert die Jubiläumsfeier im Foyer der Zeppelin-Universität. | Bild: Ganter, Toni

Allein in den vergangenen zehn Jahren sind von der Josef-Wagner-Stiftung laut dem Vorstandsvorsitzenden Hubert Riek um die 7 Millionen Euro zur Unterstützung von hilfsbedürftigen Menschen und für Stipendien bereitgestellt worden. Basis dafür bilden die Stiftungsgründungen durch den Unternehmer und Erfinder Josef Wagner, am 28. März 1987 verstorben.

Utz Remlinger, Vizepräsident des Regierungspräsidiums Tübingen: „Josef Wagner war sich seiner Verantwortung den Mitarbeitern und ...
Utz Remlinger, Vizepräsident des Regierungspräsidiums Tübingen: „Josef Wagner war sich seiner Verantwortung den Mitarbeitern und der Gesellschaft gegenüber bewusst und hat diese gerne wahrgenommen.“ | Bild: Ganter, Toni

Utz Remlinger, Vizepräsident des Regierungspräsidiums Tübingen, nimmt die Festgesellschaft gleichsam auf eine Zeitreise in das bewegte Leben des Unternehmensgründers und Erfinders, des Stiftungsgründers und Menschenfreunds mit. „Josef Wagner war sich seiner Verantwortung den Mitarbeitern und der Gesellschaft gegenüber bewusst und hat diese gerne wahrgenommen“, lobt Remlinger. Er spricht von Wagners Weitblick und vom „Ewigkeitsprinzip“, das Stiftungen eigen ist. „Die Nachwuchsförderung war Josef Wagner immer schon wichtig“, sagt Remlinger und stellt damit den Bezug zum aktuell nach wie vor herrschenden Fachkräftemangel her.

Andreas Köster, Sozialbürgermeister in Friedrichshafen: „Die Hilfe geschieht auf Augenhöhe, nicht von oben herab.“
Andreas Köster, Sozialbürgermeister in Friedrichshafen: „Die Hilfe geschieht auf Augenhöhe, nicht von oben herab.“ | Bild: Ganter, Toni

Friedrichshafens Bürgermeister Anderas Köster, als Dezernatsleiter auch für Soziales zuständig, hebt die Menschlichkeit der für die Josef-Wagner-Stiftung Aktiven hervor: „Die Hilfe geschieht auf Augenhöhe, nicht von oben herab.“ Dass es der Region vergleichsweise gut gehe, auch wenn im sozialen Bereich manches von staatlicher Seite besser laufen könnte, das sei auch das Verdienst eines „im positiven Sinne verrückten“ Menschen Josef Wagner. Durch die vielfältige Unterstützung von Stiftungsseite sei man doch eigentlich auf einer „Insel der Glückseligkeit“.

Ignatz Wetzel, Sozialdezernent des Landratsamtes Bodenseekreis: „Dank ist die vornehmste Form der Bitte. Bitte machen sie weiter ...
Ignatz Wetzel, Sozialdezernent des Landratsamtes Bodenseekreis: „Dank ist die vornehmste Form der Bitte. Bitte machen sie weiter so. Ich wünsche der Stiftung weitere erfolgreiche 50 Jahre.“ | Bild: Ganter, Toni

Ja, das Sozialsystem habe Lücken, die es zu schließen gelte, legt Ignatz Wetzel dar. Der Sozialdezernent des Landratsamtes Bodenseekreis weiß, dass der Weg zu Hilfen von staatlicher Seite – auch bedingt durch gesetzliche Regelungen und Verordnungen – ein langer sein kann. Umso wichtiger und unverzichtbar sind nach Wetzels Dafürhalten die zahlreichen Engagements der Josef-Wagner-Stiftung, damit Menschen aufgefangen werden, die sonst durchs Raster fallen würden. Dafür könne nicht genug gedankt werden. Und: „Dank ist die vornehmste Form der Bitte. Bitte machen sie weiter so. Ich wünsche der Stiftung weitere erfolgreiche 50 Jahre.“

Hubert Riek lenkt das Augenmerk auf all jene, die im direkten Kontakt mit den bedürftigen Menschen stehen. „Die wirklichen Helfer sind aber die ehrenamtlich Engagierten. Von ihnen habe ich noch nie ein Wort der Klage gehört – trotz des Leids und der Nöte, mit denen sie konfrontiert werden.“

Prof. Dr. Michael Pfeffer, RWU Hochschule Ravensburg-Weingarten: „Wir brauchen weiterhin Menschen wie Josef Wagner.“
Prof. Dr. Michael Pfeffer, RWU Hochschule Ravensburg-Weingarten: „Wir brauchen weiterhin Menschen wie Josef Wagner.“ | Bild: Ganter, Toni

Michael Pfeffer von der RWU Hochschule Ravensburg-Weingarten beleuchtet per Digitalpräsentation „Die Bedeutung des Deutschlandstipendiums“. Hierzu leiste die Josef-Wagner-Stiftung wertvolle Hilfe zur Förderung von Studierenden, den künftigen Machern. „Die Zukunft beginnt heute in diesem Raum. Wir brauchen weiterhin Menschen wie Josef Wagner“, ermuntert Pfeffer dazu, in der Förderung von Nachwuchstalenten nicht nachzulassen. „Wir brauchen die Internationalisierung, wir müssen diversifizieren und weiterdenken“, sagt er, damit die Region auch künftig wirtschaftlich erfolgreich agieren kann.

Rainer Lächele, Chef von  D.I.E. Firmenhistoriker, erzählt, dass reichlich Archivmaterial für das Buch über Josef Wagner zu sichten und ...
Rainer Lächele, Chef von D.I.E. Firmenhistoriker, erzählt, dass reichlich Archivmaterial für das Buch über Josef Wagner zu sichten und zu bewerten war. Hinzu kamen Gespräche mit Zeitzeugen. | Bild: Ganter, Toni

Anlässlich des Stiftungsjubiläums wurde ein Buch „Josef Wagner – Unternehmer, Erfinder, Stifter“ erstellt. Die Erstauflage umfasst 1430 Exemplare in deutscher sowie 420 Exemplare in englischer Sprache. Rainer Lächele, Chef des Aalener Unternehmens D.I.E. Firmenhistoriker gibt Einblicke in den Werdegang des Werkes. Er erzählt, wie kartonweise Archivmaterial Josef Wagners gesichtet und sortiert worden sei. Dennoch habe es umfangreicher Recherchen bedurft, außerdem seien ausführliche Gespräche mit Zeitzeugen im Landhaus Wagner, Sitz der Wagner-Stiftung Friedrichshafen, geführt worden. Ergebnis: „Das Buch ist eine Mischung aus historischer Recherche und vielen Geschichten aus dem Leben Josef Wagners.“ Für das Buchprojekt sei die Zusammenarbeit mit der Stiftung „an Freundlichkeit des Kunden kaum zu überbieten“.

Historikerin Theresa Jacobi, D.I.E. Firmenhistoriker, kümmerte sich um Recherche und Konzeption für das Buch „Josef Wagner – ...
Historikerin Theresa Jacobi, D.I.E. Firmenhistoriker, kümmerte sich um Recherche und Konzeption für das Buch „Josef Wagner – Unternehmer, Erfinder, Stifter“. Während des Festakts gibt sie auszugsweise Inhalte aus dem Werk wieder. | Bild: Ganter, Toni

Historikerin Therese Jacobi, Mitarbeiterin von Rainer Lächele, skizziert Inhalte aus dem Buch und aus dem bewegten Leben Josef Wagners. Urlaub sei seine Sache nicht gewesen. Nur schwer habe er von der Arbeit lassen können. Sogar im Schlafzimmer habe ein Skizzenbrett gestanden, um Ideen festzuhalten.