Die Entscheidung für den Standort der neuen Turnhalle an der Jakob-Gretser-Schule ist gefallen – es wird die obere östliche Freifläche an der Schule. Dieser Standort ist laut Architekt Tobias Müller vom Planungsbüro Müller und Marcus aus Uhlingen-Mühlhofen am geeignetsten, weil die Fläche südlich der Schule (Garwiedenweg) unter anderem aufgrund der Hanglage nur mit sehr großem Aufwand bebaut werden kann.

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Der Bau der Turnhalle auf der Wiese war bei einigen Markdorfer auf wenig Begeisterung gestoßen. Sie hatten im Vorfeld der Entscheidung des Gemeindesrates Unterschriften gesammelt und sich für den Erhalt der Freifläche eingesetzt, da sie befürchteten, dass der Neubau die nötige Freifläche für die Schüler zu sehr beschneide.

Im Gespräch mit dem SÜDKURIER sagt Rektor Andreas Geiger: „Es geht nicht um die Wahl Sporthalle oder Freifläche.“ Die Schule verfüge derzeit über mehr Freifläche als offiziell vorgegeben und auch nach dem Bau der neuen Turnhalle sei weiterhin genügend Freifläche verfügbar.

180 Minuten Sport in der Woche für jedes Kind

180 Minuten wöchentlich Sport für jedes Kind – das sieht das sport- und bewegungserzieherische Profil an der Jakob-Gretser-Schule vor. Jeder Schüler hat drei Stunden Sport in der Woche plus Zeit für Bewegung in den Pausen. Diese Zeit kann laut Rektor Andreas Geiger allerdings ohne ganzjährig nutzbare Sportbereiche nicht garantiert werden. Eine Freifläche sei laut Geiger nur bei trockenen Verhältnissen nutzbar und gewährleiste damit nicht die ganzjährige Nutzung.

„30 Minuten von 90 Minuten Sport gehen für die Fahrt drauf.“
Andreas Geiger, Rektor Jakob-Gretser-Schule

Außerdem weist Geiger daraufhin, dass man derzeit wertvolle Zeit verliere, da die Schüler mit den Bus zum Sportunterricht nach Leimbach, Kluftern oder Oberteuringen gebracht werden müssen, weil die Kapazitäten an der Jakob-Gretser-Schule nicht ausreichen. „30 Minuten von 90 Minuten Sport gehen für die Fahrt drauf“, so der Rektor.

Die Jakob-Gretser-Schule vom Süden aus gesehen.
Die Jakob-Gretser-Schule vom Süden aus gesehen. | Bild: Jörg Büsche

Entscheidung zum schulnahen Sporthallenneubau

Andreas Geiger möchte die Diskussion nun darauf lenken, was mit der Entscheidung zum schulnahen Sporthallenneubau möglich sei. Er sei froh, dass es nun eine klare Grundlage gebe, mit der er und sein Kollegium arbeiten könnten. Dass es unterschiedliche Interessengruppen gebe, sei durchaus verständlich, aber eine Alternative habe es letztlich nicht mehr gegeben. Die Bebauung am Hang wäre eine zu teure Angelegenheit geworden und werde daher nicht verwirklicht. „Wir sollten uns nun konstruktiv Gedanken darüber machen, wie wir die Freifläche dann gestalten möchten und können.“

Andreas Geiger, Rektor der Jakob-Gretser-Schule, freut sich über die klare Grundlage für einen konstruktiven Austausch.
Andreas Geiger, Rektor der Jakob-Gretser-Schule, freut sich über die klare Grundlage für einen konstruktiven Austausch. | Bild: Jörg Büsche

Die Planung mit der Einfeldsporthalle entspreche dem Zukunftsbedarf der Schule, wenn diese in absehbarer Zeit wieder dreizügig werde, so Geiger. Dazu könnten noch zwei zusätzliche Räume in den Neubau integriert werden. Die alte Turnhalle soll saniert und der Schule als „Bewegungsraum“ zur Verfügung stehen. Detailentscheidungen müssten noch getroffen werden.

„Wir müssen uns darauf konzentrieren, was funktioniert und für die Schüler eine optimale Qualität schaffen“, sagt der Rektor, dem es wichtig ist, zu kommunizieren, dass die derzeitige Planung mehr Nutzen als Nachteile habe.

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Rektor Geiger: Kinder haben genügend Bewegungsfläche

Die Neugestaltung der Freifläche samt neuer Sporthalle und sanierter Turnhalle biete für die Kinder genügend Bewegungsfläche, betont Geiger. In die Ausgestaltung werde man nun Schritt für Schritt gehen und schauen, was gebraucht werde und welche Möglichkeiten es gebe. Welche Sportgeräte sind momentan angesagt? Welchen Trend möchte man mitgehen? Wie kann der Bereich vor der alten Turnhalle besser genutzt werden? „Was brauchen wir, worauf verzichten wir und wie kriegen wir neue Angebote integriert“, lauteten nur einige Fragen, mit denen das Kollegium nun in eine vielfältige und flexible Planung gehe.

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