Der Markdorfer Gemeinderat hat entschieden, dass auf den Dächern der im Süden der Stadt geplanten neuen Grundschule sowie der neuen Sporthalle eine möglichst große Fotovoltaikanlage installiert wird. Damit ließen sich über 40 Prozent des gesamten Strombedarfs der Schule abdecken, so heißt es in dem Energiekonzept. Weitere Beschlüsse hat der Gemeinderat zum Zeitplan und zur Kostenberechnung gefasst, ebenso wie zu einem Förderantrag. Das staatliche Förderprogramm Ganztagsbetreuung gewährt Zuschüsse für den Bau von Schulen. Derzeit geht das den Bau planende Büro MMP-Architekten aus Uhldingen noch von einem Kostenrahmen von 19,4 Millionen Euro aus, für die bis September 2025 fertigzustellende Schule sowie für die Sporthalle daneben.

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Klimakosten stehen im Fokus

„Das ist genau der richtige Weg“, begrüßte Joachim Mutschler, Fraktionsvorsitzender der Umweltgruppe, die sich während der rund einstündigen Diskussion abzeichnende Ratsmehrheit für die mit drei bezifferte Variante des Energiekonzepts. Richtig sei der Weg, weil Variante 3 eine Vollbelegung der Dächer vorsieht und weil sie einen Plusenergiestandard erreicht. Und vor allem, weil infolgedessen auf den Einsatz von fossilen Energien verzichtet werden kann.

Grünfläche und Bäume müssen weichen: Direkt neben dem bestehenden BZM-Parkplatz soll der neue Parkplatz der Grundschule angelegt werden.
Grünfläche und Bäume müssen weichen: Direkt neben dem bestehenden BZM-Parkplatz soll der neue Parkplatz der Grundschule angelegt werden. | Bild: Jörg Büsche

Auf Gas verzichten zwar auch die anderen beiden Varianten, die dritte indes am effektivsten. Eben das hob Mutschler hervor, „als Beitrag, um die Klimakosten zu senken“. Alle zusätzlichen Investitionen in den Klimaschutz entlaste die nachfolgenden Generationen, so der UWG-Chef. Mutschlers Forderung in diesem Zusammenhang: „Wir müssen unsere Dächer vollpacken mit Fotovoltaikanlagen.“

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Wird zuviel Technik verbaut?

Das gleiche hatte zuvor auch schon Erich Wild aus der CDU-Fraktion gefordert. Fotovolataikanlagen gehörten aus seiner Sicht auf die Hausdächer. Und erst wenn dort kein Platz mehr sei, könne man über Freiflächenanlagen auf der grünen Wiese nachdenken.

Nachdem es im Gemeinderat Kritik an den 25 geplanten neuen Stellplätzen gegeben hat, will die Verwaltung nun prüfen, ob der Parkplatz ...
Nachdem es im Gemeinderat Kritik an den 25 geplanten neuen Stellplätzen gegeben hat, will die Verwaltung nun prüfen, ob der Parkplatz des BZM von der Grundschule mitbenutzt werden kann. | Bild: Jörg Büsche

Die Energienutzung fasste Freie-Wähler-Rat Arnold Holstein ins Auge: „Die umweltfreundlichste Energie ist die, die man nicht benötigt.“ Holstein hakte aber auch noch bei den Kosten nach. Ihm leuchte nicht ein, warum die geplante Schule im Süden eine eigene Trafostation bekommen soll. Zweifel hegte er auch in Bezug auf die Wärmepumpen. Laut Variante 3 des Energiekonzepts werden drei gebraucht, statt nur zweien. Dies sei, so die Antwort aus dem Fachbüro, mit Blick auf die Maximalanforderungen so eingeplant. Aber anders als bei der schuleigenen Trafostation, die die Spitzenlast sicherstellen müsse, könnte sich die dritte Wärmepumpe tatsächlich als überflüssig erweisen.

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Sonne soll 41 Prozent des Energiebedarfs liefern

Architekt Tobias Müller vom Uhldinger Büro MMP-Architekten hatte eingangs von einer gewissen Techniklastigkeit gesprochen. Die sei notwendigerweise mit der Darstellung des Energiekonzepts verbunden. Und Müller legte dar, wie viel Energie das Schulgebäude verbraucht und wie hoch der Energiebedarf ist, sobald Strom für Licht, für Medien, für Küche, Mensa, aber auch für die Außenanlagen anfällt. Unterm Strich könne die PV-Anlage 41 Prozent decken. Zu klären sei noch, auf welche Weise künftig Energie gespeichert werde. In dieser Frage handele man derzeit „technikoffen“.

Am Rand des Schulgeländes soll ein Wall gebaut werden, der es gegen die privaten Nachbargrundstücke abgrenzt.
Am Rand des Schulgeländes soll ein Wall gebaut werden, der es gegen die privaten Nachbargrundstücke abgrenzt. | Bild: Jörg Büsche

SPD: Den Blick für die Kosten nicht verlieren

SPD-Fraktionschef Uwe Achilles mahnte mit Blick auf die Speichertechnik, „dass wir uns unser gutes ökologisches Gewissen nicht durch die Verwendung von Stoffen erkaufen dürfen, die woanders Schäden anrichten“. Außerdem bat Achilles, auch die Kosten im Blick zu behalten. Dasselbe Ansinnen hatte Rolf Haas von der FDP. Er präferierte die günstigere zweite Variante und enthielt sich deswegen bei der Abstimmung übers Energiekonzept.