Jeder Industriebetrieb würde sich über steigende Nachfrage freuen. Bei der Sozialstation Bodensee, einem der größten ambulanten Pflegedienste der Region, sieht man diese Entwicklung zwiegespalten. Das hat Vorstandsvorsitzender Wolfgang Jauch bei der Mitgliederversammlung deutlich gemacht. Zur Einstimmung auf die Versammlung luden Dekan Peter Nicola und Stadtpfarrer Bernd Walter zu einer Eucharistiefeier ins Überlinger Münster ein, berichtet der Verein in einer Pressemitteilung.

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Die Crux für die Sozialstation: Während die Zahl der Pflegebedürftigen steigt, gehen mehr und mehr Mitarbeiter in Rente und pflegende Angehörige werden zunehmend stärker belastet. Um dieses Dilemma zu entschärfen, hat die Sozialstation Lösungskonzepte entwickelt, wie Wolfgang Jauch in seinem Jahresbericht ausführte. „Wir setzen auf konsequente Ausbildung und Weiterqualifizierung.“ Diese Möglichkeit werde von gering qualifizierten Mitarbeitern, aber auch von Quer- und Wiedereinsteigern sehr gerne genutzt.

Künftig mehr Beratungsbüros vor Ort

Mit kreativer Arbeitsplatzgestaltung will man jüngere Arbeitskräfte gewinnen. Außerdem geht die Sozialstation dazu über, Pflegeberatungsbüros in kleineren Orten zu eröffnen, um Fahrzeiten zu minimieren und mehr Zeit für die Pflege zu haben. 2019 kam zu den bereits Bestehenden in Salem und Frickingen eines in Owingen hinzu. Weitere, wie beispielsweise in Steißlingen, sollen folgen. Zwischen Eigeltingen und Friedrichshafen-Kluftern schlugen im vergangenen Jahr 500.000 Hausbesuche bei 2500 Patienten zu Buche. 1,5 Millionen Kilometer haben die Pflegekräfte in dem 670 Quadratkilometer großen Gebiet zurückgelegt. Der Medizinische Dienst vergab nach seiner turnusmäßigen Prüfung für alle vier Standorte Markdorf, Salem, Überlingen, Stockach ein „sehr gut“.

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Solides Jahresergebnis

In den vergangenen fünf Jahren hat der ambulante Pflegedienst sowohl die Gesamterträge auf 11,35 Millionen Euro als auch das Personal auf 203 Vollzeitkräfte jeweils um gut 40 Prozent gesteigert. Auch für 2019 präsentierte Wolfgang Jauch den Vertretern der Seelsorgeeinheiten ein solides Jahresergebnis. Dass es erst Ende September verkündet wurde, lag an der Corona-Pandemie. Auch im Betriebsablauf der Sozialstation hat das Virus einige Umstellungen erfordert.

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Mehrbelastung der Mitarbeiter durch die Corona-Krise

Aufsichtsratsvorsitzender Ulrich Wulfert und Jauch hoben den immensen Mehraufwand und die Belastung der Mitarbeiter durch Hitze und Schutzmaske hervor und dankten dem gesamten Pflegeteam, das bisher gesund durch die Pandemie gekommen ist. „Wir behalten das Schutzkonzept bei und hoffen, für die Herbst-Winter-Zeit gut gerüstet zu sein“, sagte Jauch.

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