Nicht nur an Regentagen lohnt der Besuch in der Meersburger Bibelgalerie. Die Öffnungszeiten wurden erweitert, damit die Exponate auch in der aktuellen Covid-19-Krise ganz in Ruhe betrachtet werden können. Wie der Name sagt, geht es ums Buch der Bücher. Genauer: um die Welt, von der das Alte wie auch das Neue Testament erzählen. Einblicke gibt es in mittelalterliche Skriptorien ebenso wie in eine frühe Buchdruck-Werkstatt. Doch kommt die spirituelle Seite keineswegs zu kurz. Und die Bibel begegnet dem Besucher als Buch der interkulturellen Berührung.

Nicht nur bedrucktes Papier zu sehen

Aber das ist doch der kleine Jubal, von dem das Alte Testament erzählt, der Stammvater der Flöten- und Zither-Spieler.
Aber das ist doch der kleine Jubal, von dem das Alte Testament erzählt, der Stammvater der Flöten- und Zither-Spieler. | Bild: Jörg Büsche

Es besteht also kein Grund für die Befürchtung, in den Räumen der Meersburger Bibelgalerie vor allem bedrucktem Papier zu begegnen – allenfalls noch Illustrationen oder Fotos. Eben dies wollen die Gestalter der regelmäßig wechselnden Ausstellungen vermeiden. Ganz an der von Museumsleuten gerne etwa abschätzig so bezeichneten „Flachware“ kommen sie allerdings nicht vorbei. Eine Bibelausstellung ohne Bibeln wäre keine Bibelausstellung. Doch wird die Heilige Schrift selbst zum Objekt – als winzig kleine Miniaturbibel oder als schwergewichtiges Prunkt- und Pracht-Exemplar, für das die Besucher außerhalb der Corona-Zeiten Gewichte in die Waagschale legen durften.

Kolonialgeschichte ist nicht zu trennen von Missionsgeschichte und der Begegnung mit der Heiligen Schrift. Auch sie wird in der Bibelgalerie angesprochen.
Kolonialgeschichte ist nicht zu trennen von Missionsgeschichte und der Begegnung mit der Heiligen Schrift. Auch sie wird in der Bibelgalerie angesprochen. | Bild: Jörg Büsche

Kräutergarten zum Schmecken und Riechen

Nicht nur zum Anfassen, sondern auch zum Schmecken und Riechen lädt der galerieeigene Kräutergarten ein. Hier begegnet dem Besucher der erzählte Bezug zur Schöpfung, der die alten Texte so überaus anschaulich macht. Wer aber von der Heilkräuter- und Pflanzen-Idylle auf einen unkritischen Umgang mit der Bibel schließt, der wird bald eines Besseren belehrt.

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Das Verhältnis zum abendländischen Urtext ist spannungsreich – in der Gegenwart und in der Vergangenheit. Die jüngst wieder intensiver diskutierte Kolonialgeschichte bleibt nicht ausgeklammert. Die schwierigen Seiten werden ebenso angesprochen wie das Potenzial der interkulturellen Begegnung, für das die Bibel durchaus Leitfaden sein kann.

Weitere Informationen im Internet: www.bibelgalerie.de