Türkises Wasser mit Blick auf die Skyline, sandige Wüstenlandschaften und riesige Shopping-Malls: Auf all das in Dubai freute sich Samantha Sikora mit ihrem Mann Marcel und ihrer einjährigen Tochter Mila Rosa. Ihren Urlaub hätten sie bereits im Januar gebucht, erzählt die 29-Jährige. Ende Mai wären sie dann geflogen.

Samantha Sikora mit ihrem Mann Marcel und ihrer Tochter Mila Rosa im Urlaub in Ramsau am Dachstein.
Samantha Sikora mit ihrem Mann Marcel und ihrer Tochter Mila Rosa im Urlaub in Ramsau am Dachstein. | Bild: Samantha Sikora

Doch aufgrund der Corona-Pandemie kam alles anders

Wegen des Coronavirus, das nach wie vor die Welt beherrscht, haben sie sich dazu entschieden, vier Wochen vorher zu stornieren. Kurz danach habe das Auswärtige Amt dann eine Reisewarnung für Dubai ausgegeben. „Als Ersatz haben wir einen Gutschein bekommen, den wir bis nächstes Jahr einlösen können“, sagt Sikora. Auf Urlaub wollte die kleine Familie aber nicht komplett verzichten. Statt langer Anreise und Städtetrip ging es stattdessen fünf Tage in die Berge nach Ramsau am Dachstein in Österreich. Dort wohnten sie in einem Biohotel. „Das war für Kinder ein Paradies“, schwärmt Sikora. Am Frühstücksbuffet konnten sie sich unter der Einhaltung des Mindestabstands und der Handdesinfektion selber bedienen.

Statt Palmen und Großstadt in Dubai viel Natur und Idylle in Österreich: Familie Sikora beim Wandern.
Statt Palmen und Großstadt in Dubai viel Natur und Idylle in Österreich: Familie Sikora beim Wandern. | Bild: Samantha Sikora

Für Verwunderung sorgte bei Sikora die Maskenpflicht bei einem Tagesausflug nach Salzburg. „Im Hotel mussten wir keine Maske tragen, in Lebensmittelgeschäften allerdings schon. In Bekleidungsgeschäften wiederum nicht. Das war sehr verwirrend“, sagt sie. Auch wenn sie sich ihren Urlaub unter Palmen anders vorgestellt hatten, sei der Urlaub im Nachbarland eine tolle Alternative gewesen. „Ich würde es wieder tun“, lautet ihr Fazit.

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Das sagt die Expertin im Reisebüro

Diese Erfahrung machen auch Markdorfer, die ihre Reise im Reisebüro Sonnenklar gebucht haben. Inhaberin Julia Wieland berichtet: „Wir haben ein paar Kunden, die aktuell vor Ort in Kroatien und Spanien sind. Sie waren schon dort, als die Reisewarnung ausgesprochen wurde. Die Kunden merken vor Ort aber gar nichts und fühlen sich aktuell wohler als am Bodensee. Bei uns ist ja auch so viel los.“

Julia Wieland vom Reisebüro Sonnenklar.
Julia Wieland vom Reisebüro Sonnenklar. | Bild: Jan Manuel Heß
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In Kroatien wohler gefühlt als am Bodensee

Diese Erfahrung hat auch Claudia Thimm aus Oberteuringen gemacht. Mit ihrem Partner Siggi Marquart und Sohn Jonas war sie zwei Wochen auf der kroatischen Insel Pag. Diese liegt nicht in den Risikogebieten Šibenik-Knin und Split-Dalmatien. Sie übernachteten mit ihrem Wohnmobil auf dem Campingplatz. „Wir haben uns dort total sicher gefühlt. Wir hatten viel mehr Platz als am Bodensee und der Platz ist sehr großzügig angelegt. Überfüllt war es auch nicht. Da wir vergangenes Jahr schon dort waren, wussten wir, was uns erwartet“, erzählt Thimm.

Der großzügige Stellplatz von Familie Thimm auf der Insel Pag bei strahlend blauem Himmel.
Der großzügige Stellplatz von Familie Thimm auf der Insel Pag bei strahlend blauem Himmel. | Bild: Claudia Thimm

Es seien viele Deutsche dort gewesen. In den Läden sei es zwar Pflicht, eine Maske zu tragen, doch es werde „eher lasch gehandhabt“, berichtet die 50-Jährige. Jedoch habe sie nicht nur negative Erfahrungen gemacht. Zum Beispiel, dass Kroaten eine Maske auch im Freien sehr pflichtbewusst getragen haben.

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Stopp an der Teststation in Salzburg

Um sicherzugehen, dass sie sich nicht mit Covid-19 angesteckt haben, haben sich Claudia Thimm und Siggi Marquart an einer Teststation um 6 Uhr morgens an der Grenze in Salzburg testen lassen. „Wir sind früher nach Hause gefahren, damit wir nicht ewig auf das Testergebnis warten müssen. Das hat sich gelohnt: Bereits nach 1,5 Tagen war es da und bei allen negativ“, berichtet sie erleichtert.

Welche Urlaubsziele beliebt sind

Familie Müller wählt das Montafon

Da sich die Infektionszahlen und die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes aber schnell ändern können, empfiehlt Reise-Expertin Wieland, kurzfristig zu buchen. Diesen Tipp befolgte Berti Müller. „Wir haben recht kurzfristig gebucht, da die Rom-Reise meiner Tochter abgesagt wurde. Das hat sich dann spontan so ergeben“, sagt der 51-jährige Markdorfer.

Berti Müller ist mit seinem Hund in den Bergen unterwegs.
Berti Müller ist mit seinem Hund in den Bergen unterwegs. | Bild: Berti Müller

Berti Müller war mit seiner Partnerin Jasmin Bäder, seiner Tochter Lilli und deren Freundin Julia Netzer acht Tage im Montafon in Gaschurn. Dort übernachteten sie in ihrem Wohnwagen auf einem Campingplatz. „Ich finde Italien oder Spanien unter Corona-Bedingungen vom Flair nicht ganz so prickelnd. Abends könnte man zum Beispiel nicht spontan in eine Wirtschaft gehen ohne Reservierung“, sagt Müller. Daher habe er sich im Montafon umso wohler gefühlt.

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Oben ankommen und die Aussicht genießen: Berti Müller und seine Partnerin Jasmin Bäder erklimmen das Gipfelkreuz auf der Madrisella. Der Berg liegt im Voralberg und gehört zur Gebirgsgruppe Silvretta.
Oben ankommen und die Aussicht genießen: Berti Müller und seine Partnerin Jasmin Bäder erklimmen das Gipfelkreuz auf der Madrisella. Der Berg liegt im Voralberg und gehört zur Gebirgsgruppe Silvretta. | Bild: Berti Müller

Mit der spontanen Buchung hatte er Glück, da er schon paar Mal auf dem Campingplatz gewesen sei. Der Camp-Liebhaber sagt: „Gefühlt war dieses Mal etwas mehr los als sonst und es waren mehr Holländer da. Man hat gemerkt, dass dieses Jahr viele nicht in den Süden gefahren sind, sondern in die nähere Umgebung. Selbstversorgung ist im Vergleich zu einem Hotel von Vorteil.“

Tochter Lilli, Jasmin Bäder und Julia Netzer vor einem Wegweiser und einem beeindruckendem Bergpanorama.
Tochter Lilli, Jasmin Bäder und Julia Netzer vor einem Wegweiser und einem beeindruckendem Bergpanorama. | Bild: Berti Müller

In den Gondeln gilt Maskenpflicht

Trotz vieler Urlauber habe es in der näheren Umgebung keine Menschenansammlungen gegeben. „Auf dem Berg konnte man sich gut aus dem Weg gehen. Wir haben viele Wander- und Fahrradtouren gemacht. In den Großkabinen der Gondeln galt Maskenpflicht und Familien waren in einer Gondel zusammen, wenn sie zusammen anstanden“, sagt Müller erfreut. Auf dem Campingplatz hat Berti Müller die Hygienevorschriften nicht als einschränkend empfunden. „Abstand halten hat gut funktioniert und es haben sich alle daran gehalten.“

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Bei Reisewarnung wird storniert

Da es für Österreich keine Reisewarnung gibt, ist die Hemmschwelle geringer, in den Urlaub zu fahren. „Kunden stornieren eher bei einer Reisewarnung und Medien bereiten leider viel Angst“, sagt Julia Wieland vom Reisebüro Sonnenklar. Dieser Aussage stimmt Ingrid Lippmann, Inhaberin des Reisebüros Lippmann, zu: „Ich vermisse eine klare Aussage der Bundesregierung. Diese verbreitet eine unheimliche Panikmache. Die Kunden merken die Unsicherheit.“

Ingrid Lippmann
Ingrid Lippmann | Bild: Jörg Büsche

Wichtig ist laut Lippmann zu beachten: „Reisewarnungen gelten meistens nur für bestimmte Regionen in dem Land.“ Der Trend, dass ihre Kunden lieber in einer Ferienwohnung übernachten oder Campen, kann sie nicht bestätigen. „Es gehen viele gerne ins Hotel“, sagt sie.

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