Wie zufällig, wie natürlich gewachsen wirken die meisten Arrangements von Blumen, Gräsern und Sträuchern am Markdorfer Marktplatz, am Schlosshang, in der Unterführung und an vielen anderen Stellen in Markdorf. Dahinter stecken jedoch viele Stunden gestalterische Planung, Überlegungen zu Farbgebung, Züchtung von Jungpflanzen, Bodenbearbeitung, Saat und Bewässerung durch das siebenköpfige Team der Stadtgärtnerei Markdorf. „Und dann braucht es auch etwas Glück für die richtige Witterung zur richtigen Zeit“, sagt Monika Beder, Leiterin der Stadtgärtnerei.

Heike Breitinger und Yvonne Weber von der Stadtgärtnerei Markdorf bereiten die Wolfsmilchsetzlinge vor, die für den Winter in die Blumentröge gepflanzt werden, die auch am Marktplatz stehen.
Heike Breitinger und Yvonne Weber von der Stadtgärtnerei Markdorf bereiten die Wolfsmilchsetzlinge vor, die für den Winter in die Blumentröge gepflanzt werden, die auch am Marktplatz stehen. | Bild: Heike Gumsheimer

Die nächsten Wochen steht in der Gärtnerei der Herbstputz an. „Bis spätestens Mitte November werden wir in allen Beeten am Marktplatz, am Schlosshang und an vielen kleinen Grünflecken in der Stadt die mehrjährigen Pflanzen ausgraben, eintopfen und ins Winterquartier in die Gärtnerei bringen“, erklärt Beder. Das Wetter sei jetzt ein großer Faktor, sie hoffe, dass es bis dahin wenig regnet. Der Boden lasse sich nur gut in trockenem Zustand bearbeiten.

Die über Markdorf hinaus bekannte Schlosshangbepflanzung weicht in Kürze rund 3000 Tulpenzwiebeln, 1000 Stiefmütterchen und Silberzwergen. Gräser verhindern dabei, dass der Hang über den Winter nicht ganz kahl ist.
Die über Markdorf hinaus bekannte Schlosshangbepflanzung weicht in Kürze rund 3000 Tulpenzwiebeln, 1000 Stiefmütterchen und Silberzwergen. Gräser verhindern dabei, dass der Hang über den Winter nicht ganz kahl ist. | Bild: Heike Gumsheimer

3000 Tulpenzwiebeln, 1000 Stiefmütterchen

„Einjährige Pflanzen buddeln wir aus und kompostieren sie in der Gärtnerei“, erklärt die Fachfrau. „Der Kompost wird dann im Frühjahr im Freiland oder zur Bodenverbesserung genutzt.“ So bleibe alles im Kreislauf. „Die Gräser bleiben in den Beeten, damit es nicht kahl aussieht. Dann werden wir den Boden bearbeiten und Tulpenzwiebeln pflanzen.“ Allein für den Schlosshang seien rund 3000 Tulpenzwiebeln, 1000 Stiefmütterchen und ungezählte Silberzwerge geplant.

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„Die 40 Meter lange Petunienpracht entlang der Kirchmauer wir abgeräumt und kommt ebenfalls auf den Kompost. Die großen Palmen an der Kirche werden mit Schilfmatten eingebunden, gegen den Frost. Alle anderen Pflanzen sind frostresistent, die schaffen das auch ohne zusätzlichen Kälteschutz“, erklärt Beder. Die kleinen Palmen in den Kübeln am Marktplatz werden umgepflanzt und im Gewächshaus überwintert, die restlichen Pflanzen kompostiert und die Kübel neu bepflanzt. Insgesamt sind rund 50 von diesen Trögen im Stadtgebiet verteilt.

Die Palmen in den Blumenkübeln werden umgepflanzt und im Gewächshaus der Gärtnerei überwintert. Die noch blühenden Pflanzen werden in Kürze durch winterharte blaue Astern, kombiniert mit silbernem und grünem Blattschmuck, ersetzt.
Die Palmen in den Blumenkübeln werden umgepflanzt und im Gewächshaus der Gärtnerei überwintert. Die noch blühenden Pflanzen werden in Kürze durch winterharte blaue Astern, kombiniert mit silbernem und grünem Blattschmuck, ersetzt. | Bild: Heike Gumsheimer

Mitte November beginnen die Laubarbeiten

„Das alles muss bis Mitte November geschafft sein, denn dann beginnen die Laubarbeiten“, erklärt Beder den zeitlichen Ablauf. In den Parkanlangen, auf den Friedhöfen, an den Sportplätzen, einfach überall wo Laubbäume stehen, müsse das Laub aufgeräumt werden. „Dieses Jahr tragen die Bäume richtig viele Blätter. Durch die große Menge Regen, stehen die Bäume wirklich im Saft“, sagt Beder. Es werde dann bis kurz vor Weihnachten gerecht, geblasen, aufgesaugt und kompostiert.

Im Frühjahr und Sommer sind die Böden dieser Gewächshäuser voll mit gezüchteten Jungpflanzen. Jetzt wachsen hier Goldlack und Mohn. Die Pflänzchen sind drei Wochen alt und werden im Frühjahr ausgesät.
Im Frühjahr und Sommer sind die Böden dieser Gewächshäuser voll mit gezüchteten Jungpflanzen. Jetzt wachsen hier Goldlack und Mohn. Die Pflänzchen sind drei Wochen alt und werden im Frühjahr ausgesät. | Bild: Heike Gumsheimer

„Im Januar beginnt die Gehölzpflege. Bäume und Sträucher am Stadtweiher, am Friedhof, an den Sportplätzen, in der Innenstadt und in der 30er-Zone werden dann geschnitten und gepflegt“, erklärt Beder. Für den alten Baumbestand und die Großbäume brauche ihr Team an vielen Stellen die 30 Meter hohe Hebebühne. „Fällarbeiten müssen bis Ende Februar erledigt sein und bereits parallel ab Januar beginnen wir wieder mit der Anzucht neuer Pflänzchen in den Gewächshäusern.“

Eine Ruhepause über die Winterzeit gebe es daher nicht in der städtischen Gärtnerei. „Im Winter arbeiten wir allerdings nur zu fünft, da die Produktion in der Gärtnerei still liegt. Zwei Teilzeitkräfte arbeiten die Stunden über die Sommermonate ein und machen dann im Winter länger frei“, erklärt Beder. Sie habe ein super Team, auf das sie sich zu 100 Prozent verlassen könne. Manche Mitarbeiter seinen bereits seit 25 Jahren dabei. „Sie kennen sich in sämtlichen Anlangen sehr gut aus und machen einen tollen, professionellen Job.“

Vito Mancino (auf der Hebebühne) und Dominik Lang schneiden die alte und dichte Thuja-Hecke am Markdorfer Friedhof. Sie ist teilweise zwei Meter dick. Oben wird sie alle zwei Jahre, an den Seiten jährlich geschnitten.
Vito Mancino (auf der Hebebühne) und Dominik Lang schneiden die alte und dichte Thuja-Hecke am Markdorfer Friedhof. Sie ist teilweise zwei Meter dick. Oben wird sie alle zwei Jahre, an den Seiten jährlich geschnitten. | Bild: Heike Gumsheimer

Am Stadtfriedhof sind im Moment vier Männer mit Heckenschneidearbeiten beschäftigt. Die alte historische Thuja-Hecke ist an manchen Stellen zwei Meter dick. Oben werde sie jedes Jahr, an den Seiten alle zwei Jahre geschnitten.

Andreas Brehm-Krug und Savalij Makarov vom siebenköpfigen Team der Stadtgärtnerei schneiden die Friedhofshecke an einer anderen Stelle. Groß und lang genug ist sie.
Andreas Brehm-Krug und Savalij Makarov vom siebenköpfigen Team der Stadtgärtnerei schneiden die Friedhofshecke an einer anderen Stelle. Groß und lang genug ist sie. | Bild: Heike Gumsheimer

Außerdem gebe es in Markdorf insgesamt 2000 Quadratmeter Blumenwiese, eine davon am Bahnhof. „Das ist ein Highlight, die Menschen lieben diese Wiesen. Große offene Blüten sind insektenfreundlich, hier gibt es jede Menge davon und ganz viele Wildbienen“, erklärt Beder den aktuellen Trend. Wenn jetzt der Frost komme, werden die Wiesen allerdings abgemäht. Teilweise kämen sie im Frühjahr dann von selbst wieder, große Teile müssten aber neu gesät werden. Bei diesen Wildblumenwiesen habe sie jedoch keinen Einfluss auf das Arrangement und die farbliche Gestaltung. „Die Wiesen wachsen nach Aussaat ganz von selbst so wild, so natürlich und so schön.“

Wildblumenwiesen, wie diese am Bahnhof Markdorf, liegen voll im Gartentrend. Sie bleibt noch stehen bis der erste Frost kommt, dann wird sie abgemäht. Teilweise kommt sie im Frühjahr wieder und teilweise muss nachgesät werden.
Wildblumenwiesen, wie diese am Bahnhof Markdorf, liegen voll im Gartentrend. Sie bleibt noch stehen bis der erste Frost kommt, dann wird sie abgemäht. Teilweise kommt sie im Frühjahr wieder und teilweise muss nachgesät werden. | Bild: Heike Gumsheimer